Gypsy Roadhouse

Gypsy Roadhouse
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Zur Eröffnung des Gypsy Roadhouse kriegt ihr die längst fällige Vorstellung des Gypsy MC. Denn bei diesem Club ist einiges anders Der Gypsy MC ist einer der ältesten Motorradclubs der Welt. Lee Simerly hatte ihn 1932 in Maryville, USA, gegründet. Seine Biker galten damals schon als Außenseiter.
Zur Eröffnung des Gypsy Roadhouse kriegt ihr die längst fällige Vorstellung des Gypsy MC. Denn bei diesem Club ist einiges anders


Der Gypsy MC ist einer der ältesten Motorradclubs der Welt. Lee Simerly hatte ihn 1932 in Maryville, USA, gegründet. Seine Biker galten damals schon als Außenseiter. In den wirtschaftlich schlechten Zeiten nannten die Bürger sie „the sour pickles of society“ („Saure Gurken der Gesellschaft“). So entstand ihr bis heute nahezu unverändert getragenes Abzeichen, das so genannte „Pickle Patch“.


Bis zum zweiten Weltkrieg bestanden lediglich zwei Chapter. Danach wuchs der MC ziemlich schnell. Leider auch die Kriminalität. Deshalb reorganisierte Papa Jack, Sohn des Gründers Lee, den Gypsy MC im Jahr 1966, um das ramponierte Image der Biker zu verbessern. Der Beitritt zur bürgerlichen „American Motorcycle Organisation“ (AMA) wurde obligatorisch, die bis dahin getragene Jeanskutte musste der neuen, goldfarbenen Kutte weichen. Sie glich damit einer goldenen Mississippi-Spielerweste.
 

1973 dehnte der Club sich über die Staatsgrenzen hinaus nach Mexiko aus. Hap Simerly, Sohn des Gründers und Bruder von Papa Jack, leitet den Club mit inzwischen 61 Chaptern und über 1800 Mitgliedern.
Und die Idee der Gypsies schwappte schließlich auch nach Deutschland über. In Göppingen machten dort stationierte Angehörige der amerikanischen Streitkräfte den Gypsy MC bekannt. Das erste deutsche Chapter entstand 1982. Nach und nach entdeckten immer mehr deutsche Biker das Gypsy-Leben für sich. 1983 folgten Chaptergründungen in Augsburg und in München. 1986 kamen Stuttgart, 1994 Passau und 2001 Markoberdorf hinzu.
Innerhalb der Bikerszene hebt sich der Gypsy MC auch äußerlich ab. Es gehört eine große Portion Selbstbewusstsein dazu, in einer vorwiegend schwarz bekleideten Szene mit den gelb-goldenen, unverwechselbaren Erkennungsmerkmalen auf den Platz zu fahren. Doch genau dazu stehen die Gypsy-Member. Die meisten anderen Szene-Colours sind der Phantasie entsprungen, nur selten findet man ein Colour, das eine echte Entstehungsgeschichte erzählt – wie das des Gypsy MC.

Intensive Kontakte nach USA

Mit der Versetzung der dortigen GIs wurde das Göppinger Chapter geschlossen. Die Amerikaner kehrten zurück in ihre Heimat und blieben dort dem MC treu. Das konnte die Erweiterung des Gypsy MC in Deutschland nicht bremsen. Der Kontakt zu den Staaten intensivierte sich. Gegenseitige jährliche Besuche sind die Regel geworden.
Papa Jack verstarb 1998. Altersbedingt legte Erdin-Erdin 2001 sein Amt als Chairman of the Board nieder und trat als International President zurück, um in den Ruhestand zu treten. Der Bruder von Papa Jack, Hap Simerly übernahm beide Ämter.
Seit 1932 gilt ein Gypsy-Law, aber erst 1996 wurde der MC in das Vereinsregister eingetragen. Name, Schriftzüge und Pickle-Patch sind nun weltweit geschützt. Eindeutige Statuten im MC wurden vor nicht zu langer Zeit demokratisch und verbindlich verabschiedet. Zwar besteht ein Weisungsrecht der Präsis, weitreichende Entscheidungen werden jedoch demokratisch getroffen, von jedem, der eine Kutte trägt.
Gelegentlich belächelt, haben sich auch die colourtragenden Frauen des Gypsy MC den Respekt nicht nur in den eigenen Reihen verschafft. Sie fahren ihre Mopeds selbst, sind durch Hänger- und Probezeit gegangen und engagieren sich aktiv im Club. So können alle Hobby und Familie verbinden. Die Frage „Der Club oder ich?“ kommt hier nicht auf. Viele Männer-Clubs haben mangels Nachwuchs dicht gemacht. Der Gypsy MC hingegen wächst.
Viele diplomatische Lösungen bescheinigen dem MC seine Friedfertigkeit. Coole Sprüche klopfen und Angst zu verbreiten ist nicht die Stärke des Gypsy MC. Über die eigenen Interessen hinaus engagiert sich der Club, wenn es um die Rechte aller Mopedtreiber in Deutschland geht. „Fight for your rights“ ist nicht nur für die deutschen Gypsies eine gelebte Grundeinstellung. In den USA genießen die Gypsy-Runs einen legendären Ruf. Das aktive Mitgestalten und Mitwirken in bekannten Organisationen wie AMA, TMRA, COC, NCOM und Abate zeugen von der Leidenschaft für‘s Motorradfahren. Der Start zu einem jährlichen Toy-Run für Kinder sowie das Engagement gegen Kinderpornographie unterstreichen die Bereitschaft des MC, soziale Verantwortung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu übernehmen.

Roadhouse eröffnet

Der Gypsy MC Chapter Munich eröffnete am nun sein neues „Roadhouse“ im idyllisch gelegenen Mühltal zwischen Starnberg und München. Die Gegend zählt zu den teuersten und begehrtesten Winkeln Deutschlands. Dennoch gelang es Presi Django, sich über eine langjährige Geschäftsbeziehung die Nutzung der einstigen Diskothek in einem alten Forsthaus König Ludwigs von Bayern zu sichern. Nach 16 Jahren ohne Clubhaus hat das Chapter Munich nun wieder ein Dach über dem Kopf. Das Gypsy-Roadhouse des Chapters München zählt zusammen mit dem Gypsy-Home des Chapters Augsburg zu den größten Clubhäusern im süddeutschen Raum.
Das Roadhouse verdankt seinen Namen der romantischen Lage an einer von Bikern geliebten Ausfallstraße in den Süden. Es bietet 180 Gästen Platz im Inneren, im Sommer können bis zu 500 Gäste den weltbekannten Augustiner-Edelstoff im Biergarten genießen. Ist dann von einer Heimfahrt abzuraten, bieten die Gästezimmer des benachbarten Hotels eine gute Übernachtungsmöglichkeit. Die Preise liegen zwar über dem Clubhausniveau, jedoch deutlich unter dem für diese Region gängigen Durchschnittswert. Einmal im Monat findet ein Live-Concert statt, jeden ersten Samstag im Monat lädt DJ Foxy zur Iron Armadillo Night mit Rockmusik aus den 70ern und 80ern ein. Für Anfang Juli ist sogar ein Open-Air-Concert geplant. Der Name „Rock in the Valley“ zeugt von der Vorliebe der Gypsies für Stil und Tradition.
 

zg


Gypsy MC USA-Germany Chapter Munich
Tel 0178 – 888 77 66 (Django)

Gypsy Roadhouse
Freitag und Samstag ab 21.00 Uhr geöffnet, sowie nach Absprache
Mühltal 124
82319 Starnberg
Tel 0178 – 888 77 44
roadhouse@gypsymc.de
http://www.gypsymc.de

Der Artikel steht auch in der BIKERS NEWS 6/06.
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Stand:24 June 2018 08:53:07/motorrad/berichte/gypsy+roadhouse_065.html