Highland Fighter

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Es sind die Zutaten, die einen Fighter so richtig scharf machen Die Leidenschaft für Bikes begann bei Rich Bower aus dem kleinen Dorf Long Melford in Suffolk, England sehr früh. Bereits als Sechsjähriger trieb er sich in der Werkstatt und Tankstelle seiner Eltern herum. Endlich den Kinderschuhen entwachsen, plazierte er seinen Hintern immer auf irgendeinem Bike.
Es sind die Zutaten, die einen Fighter so richtig scharf machen

Die Leidenschaft für Bikes begann bei Rich Bower aus dem kleinen Dorf Long Melford in Suffolk, England sehr früh. Bereits als Sechsjähriger trieb er sich in der Werkstatt und Tankstelle seiner Eltern herum. Endlich den Kinderschuhen entwachsen, plazierte er seinen Hintern immer auf irgendeinem Bike. Selbst während seiner fünfjährigen Dienstzeit bei der Royal Navy in Glasgow. Dort lernte er seine spätere Frau kennen und blieb schließlich in Schottland. Als selbstständiger Ingenieur der Elektromechanik baute er eine gut ausgerüstete Werkstatt auf. Mit Dreh-, Stanz- und Fräsmaschine, dem passenden Equipment zur Stahl- und Aluminiumbearbeitung und zum Airbrushen. Damit lassen sich nicht nur Gartenzäune dengeln, sondern auch Fighter-Träume verwirklichen. Eine Kawa Z 1000 ST nahm er sich als erste 1980 vor. Er strickte sie zum gemäßigten Streetfighter um und verzierte sie mit seinem ersten Airbrush. Der Bock kam gut an vor jedem Eiscafe und Rich war fortan vom Fighter-Virus infiziert.

Die neue Liebe ist ein Gixer

Irgendeine Welle spülte dann die 84er GSX 1100 an den schottischen Strand. Ein Jahr lang beobachtete er lediglich ihr Verhalten, umkreiste sie grübelnd und ließ sie noch unangetastet. Doch nach der „Tartan Rally“ hielt er es einfach nicht mehr aus. Das Verlangen übermannte ihn, und er wollte nur noch stundenlang mit der lärmenden Flex in ihr jungfräuliches Metall eindringen. Denn auf der Rally holte er sich Appetit an einigen Bikes mit geilen 250er Hintern. Einen Single-Sider mit ähnlich breitem Arsch konnte er allerdings dort nicht entdecken. Also entschloss er sich, diese Lücke zu schließen. Ein 240/40/18 Metzeler erschien zum damaligen Zeitpunkt als die beste Wahl. Im Auto-Ersatzteilladen um die Ecke besorgte er sich eine Audi Aftermarket-Felge und eine 91er VFR Einarmschwinge von „Dan Saaff“, und schon hatte er das neue Hinterteil theoretisch beisammen.
Als nächstes nahm er sich das Frontend vor. Des Abflexens von originalen Bremszangen überdrüssig, besorgte er sich den Vorderbau einer 2000er Hayabusa, bestehend aus USD-Gabel, Bremszangen und -scheiben. Nun musste er das Ganze nur noch zusammenfügen.
Er begann mit dem Rahmen. Den Unterrahmen schnitt Rich ab und verwendete ihn als Basis für eine neue Sitzeinheit. Das Hinterrrad musste noch am Schwingenarm befestigt werden. Weil das Rad 9“ breit und eine Fünfpunkt-Aufhängung hatte, war ein Adapter nötig, denn die Schwinge hatte eine Vierpunkt-Aufhängung. Die Nabe erweiterte er auf 50 mm Breite, um den notwendigen Abstand zwischen Rad und Schwingenarm hinzukriegen. Noch viele Stunden mit schneiden, schweißen und schleifen sollten vergehen, bis der Rahmen als gut befunden wurde. Für das bißchen Fahrkomfort sorgt der Stoßdämpfer einer Ducati Monster mit einer 115 kg/cm Federung.

Flexen, dengeln, schweißen …

Das Kettenrad auf eine Linie mit der Kette zu bringen, trieb ihm einige Stunden lang den Schweiß aus den Poren. Er startete mit einem 40-Kilo-Rohling als Ausgangsbasis für die Lagerung, die er später gegen den originalen Kettenraddeckel austauschte. Nach dem Auflegen der Kette faltete er aus drei Millimeter starkem Alu-Blech einen Kettenschutz. Die Gabel wird unten von einer doppelten Gabelbrücke umklammert, den oberen Abschluß bildet eine einfache Brücke aus 25 Millimeter Alublech. Schwarze Gummi-Lenkanschläge sollten noch hinzu kommen und Halter für die Second-Hand Twin-Bates-Lights. Um Abwechslung in all die Rundungen zu bringen, schweißte er rechteckige Riser an. Nach der Attacke mit der Flex blieb vom Frontfender gerade mal ein Drittel übrig. Damit der Hintern auf dem „Mini 916“ von Unatec auch beruhigt Platz nehmen kann, erhielt er einen neuen Hilfsrahmen aus Stahlrohr. Rücklicht, Blinker und Instrumente werden von LED-Technik erhellt.
 
Für die Auspuffanlage mußten zwei Cobra-Krümmer herhalten, die Rich mit Eigenbau-Dämpfern ergänzte. Für Nummernschild und Rücklicht schwingt sich ein Befestigungsbügel ums Endrohr.
Die Jungs von ESP verwöhnten die Oberfläche der GSX bestens. Sie verpaßten dem Rahmen und den Rädern zuerst einen schwarzen Grundton, hierüber verteilten sie eine Schicht Metall-Effekt-Flocken und schließlich versiegelten sie das Ganze mit jeder Menge Klarlack. Das wirkt vor allem bei Sonnenlicht phantastisch. Die Malereien stammen von Rich. Auf die schwarze Basis sprühte er das silberne Flammen-Tribal, überlagert mit traditionellen Flammen. Daß alles blanke Metall an der GSX poliert wurde, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden.
Obwohl er damit auf der „Antler Rally“ den Preis für das beste Bike absahnte, plant Rich schon wieder neue Veränderungen. Denn der Motor ist bis auf K&N Luftfilter und den Drei-Stufen Dynojet-Kit im Originalzustand. Und daß Hubraum nur durch noch mehr Hubraum zu ersetzen ist, hat sich auch bis Schottland rumgesprochen. Für den nächsten Winter steht die Hubraumerweiterung auf 1260 Kubik an und was ihm sonst noch einfällt.

Text: Silvia
Fotos: Bribs

 

Technische Daten:

GSX 1100 Fighter
Motor:
Original mit K&N Luftfilter und Stage 3 Dyno-Jet Kit
Aluminium Schalthebel Eigenbau
Cobra-Krümmer mit Eigenbau-Dämpfern
Rahmen:
Standard GSX 1100 mit veränderter Einarmschwinge
Hinterer Hilfsrahmen aus 1/2“ Rohr, Eigenbau
Rückleuchten- und Nummernschildhalter Eigenbau
Fahrwerk:
Hayabusa USD-Gabel, Vorderrad und Bremsen, Gabelbrücken Eigenbau,
Einarmschwinge 91er VFR, Adapter für 9“ Audi Felge mit 240/40/18 Metzeler
Mono-Federbein von Ducati Monster,
Kettenschutz Eigenbau,
Renthal Lenker
Elektrik:
Bates Scheinwerfer
Rückleuchten und Blinker LED
Sonstiges:
Standard GSX 1100 Tank
Hayabusa Frontschutzblech modifiziert
Lack:
Schwarzer Grundlack mit Metalleffekten und jeder Menge Klarlack
Matching Simpson RX8 lackiert vom Besitzer
Rahmen und Räder pulverbeschichtet von Trevor by ESP Powder Coating (Glasgow)


Der Artikel steht auch in der BIKERS NEWS 8/06.
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Stand:21 June 2018 21:32:11/motorrad/berichte/highland+fighter_067.html