Sevenfifty Softail

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Beim Chopper Club werden die Bikes noch von Hand geschmiedet Beim Chopper Club ist einiges anders, das hatten wir euch schon öfters erklärt. Die Jungs vom Chopper Club tragen zwar eine Kutte mit Rückenabzeichen, aber weil sie aus England kommen, heißt das Abzeichen schon mal „Backpatch“. Und seine diamantene Form brachte ihm den Namen „Diamond“ ein.
Beim Chopper Club werden die Bikes noch von Hand geschmiedet

 Beim Chopper Club ist einiges anders, das hatten wir euch schon öfters erklärt. Die Jungs vom Chopper Club tragen zwar eine Kutte mit Rückenabzeichen, aber weil sie aus England kommen, heißt das Abzeichen schon mal „Backpatch“. Und seine diamantene Form brachte ihm den Namen „Diamond“ ein.
 

Ein europa-weites Diamond Empire

 Die drei ambitionierten Chopperfahrer Syd, Pete und Bill konnten 1973 vielleicht noch nicht ahnen, daß ihr Club eines Tages auch „Diamond Empire“ genannt werden würde. Zunächst hatten die Engländer ihm den Namen „National Chopper Club“ gegeben. Aber mit den ersten Ablegern auf dem europäischen Festland handelte es sich beim Chopper Club natürlich nicht mehr um eine nationale Angelegenheit. Das „National“ wurde gestrichen und durch einen letzten Buchstaben ersetzt, der für die Landeszugehörigkeit steht. So heisst der deutsche Chopper Club nun ganz offiziell Chopper Club Germany (CCG).
 

Ihre englische Herkunft verschweigen die deutschen Chapter des Chopper Clubs damit noch lange nicht. Deshalb nennen sie ihre Chapter auch „County“. Mittlerweile findet ihr in Deutschland sieben Counties. Dort solltet ihr auch keinen ihrer Chefs als „President“ ansprechen, denn sie selbst nennen sich „Representative“, also kurz „Rep“.

Gesetze über Männer und Maschinen

Okay, das sind bis jetzt bloße Formalitäten. Am bemerkenswertesten aber bleibt die Politik des Chopper Clubs. Weder handelt es sich bei den Membern dieses Clubs um Einprozenter, noch vertreten sie Gebietsansprüche. Ihre Regeln sind deswegen nicht weniger hart. Denn hier gilt wirklich noch das Gesetz, daß ein Mann sich wesentlich mit seiner Maschine auszeichnet.
 

Der Weg dahin ist lang und bitter. Die Anwartschaft kann viele Jahre dauern. Und vor allem ist der Bau und Besitz eines „Custom­bikes“ allererste Bedingung für die Aufnahme in die Bruderschaft. Jawoll, auch der Bau gehört zu den Aufnahmekriterien, und dabei handelt es sich nicht um das Zusammenstecken von Komponenten aus dem Zubehör-Katalog.
Speedy vom County Hessen hat uns mal wieder gezeigt, was man beim Chopper Club alles kann. Okay, der Einbau eines Reihenvierers in Chopper-Rahmen ist sowieso eine der Spezialitäten des englischen Customizings. Wer jemals jenseits des Kanals unterwegs war, dürfte während seiner Tour auch über mindestens eines dieser Eisen gestolpert sein. In Deutschland sollte dieser Stil sich freilich nie richtig durchsetzen. Es sei denn unter den Membern des Chopper Clubs, die hier dann auch noch entwürdigende Zulassungsbestimmungen umschiffen müssen.

Qualifikation für die „Faszination Motorrad“

Wir dürfen es also ruhig eine Spitzenleistung nennen, wenn es jemand gebacken kriegt, den Motor eines japanischen Reihenvierers in einem Softail-Rahmen von Harley-Davidson unterzubringen. Das ist Customizing erster Güte, weshalb Speedy nicht nur Member des Chopper Clubs ist. Er hatte es damit auch geschafft, sich für unsere Bikeshow auf der „Faszination Motorrad“ in Sinsheim zu qualifizieren.

Heiße Nummern und virtuelle Pokale

Die Gelegenheit liessen wir uns nicht entgehen, Speedy, seine Maschine und seine Brüder auf unseren Fotostand zu zerren. Auch die Ladies waren ganz heiß drauf, an dieser Nummer mitzuwirken. Es war damit gewissermaßen ein virtueller Pokal, den wir Speedy überreichen konnten, und ideelle Werte dieser Art lassen sich in Gold und Silber bekanntlich nicht aufrechnen.

Text: Michael Ahlsdorf / Fotos: Volker Rost

Sevenfifty Softail
 

Baujahr: ........ 1999
Besitzer: ........ Speedy
Motor: ........ Honda Sevenfifty
Hubraum: ........ 747 ccm
Bohrung/Hub: ........ 67 x 53
Zylinder: ........ 4
Auspuff: ........ noch orginal
Getriebe: ........ 5-Gang
Kupplung: ........ Mehrscheibenkupplung im Ölbad
Sekundärtrieb: ........ Kette x-Ring
Fahrwerk: ........ F&B Softtailrahmen
........ mit Wilbers Federbein
Gabel: ........ Honda-Telegabel
Lenker: ........ Fehling
Schwinge: ........ Softail von F&B
Rad (vorn): ........ Honda
Rad (hinten): ........ Honda aluguss-poliert
Reifen (vorn): ........ 120-70-17
Reifen (hinten): ........ 150-70-17
Bremsen (vorn): ........ Nissin-Doppelscheibe, 296mm
Bremsen (hinten): ........ 240mm
Lack: ........ ral-staubgrau
Tank: ........ HD-Sportster
Elektrik: ........ Eigenbau by Jochen
Sitz: ........ Eigenbau
Fußrasten: ........ Eigenbau-vorverlegt
Schutzbleche: ........ Eigenbau
Kontakt: ........ Joachim Lochhaas ccg hessen



25 Jahre Chopper Club
Der britische Chopper Club führt schon lange Ableger diesseits des Kanals. In den Niederlanden feierte der CCN in der vergangenen Saison sein 25-jähriges Jubiläum mit einem Euro Run, der zur großen öffentlichen Bikeshow am Hafen von Zaandam führte. Headliner war dort ganz sicher die „Rooje Draak“, der langgestreckte Shovel-Umbau eines niederländischen Members. Wie ihr seht, wissen die Jungs dort nicht nur, wie man Käse macht. Sie können auch echtes Eisen biegen.
 



Der Artikel steht auch in der BIKERS NEWS 7/06.
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Stand:24 June 2018 08:48:58/motorrad/berichte/sevenfifty+softail_066.html