European Bike Week

30.10.2013  |  Text: Michael Ahlsdorf   |   Bilder: H-D
European Bike Week
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Es waren mal wieder 100.000 Harley-Biker, die das Kärntner Dörfchen Faak am See rockten. Einen von ihnen haben wir begleitet Es wurde die Erfüllung eines Jugendtraums. Herbert konnte es sich endlich leisten. Als Leiter einer Supermarkt-Filiale hatte er …
Es waren mal wieder 100.000 Harley-Biker,
die das Kärntner Dörfchen Faak am See rockten.
Einen von ihnen haben wir begleitet


Es wurde die Erfüllung eines Jugendtraums. Herbert konnte es sich endlich leisten. Als Leiter einer Supermarkt-Filiale hatte er sich in dieser Saison seine erste Harley zugelegt, eine vom Vertragsdealer empfohlene Road King Classic. Zusammen mit seiner Frau Renate hatte er damit alle Sehenswürdigkeiten seiner Umgebung im Teutoburger Wald abgefahren und sich auf allen Biker-Treffs als „Herby“ vorgestellt. Und nun kam die European Bike Week, das größte Harley-Treffen Europas, am Faaker See in Kärnten.

Hier erklärt es sich, warum die Straße rund um den Faaker See für die European Bike Week als  Einbahnstraße ausgeschildert ist. Gegenverkehr ließe sich nicht mehr kontrollieren
Hier erklärt es sich, warum die Straße rund um den Faaker See für die European Bike Week als
Einbahnstraße ausgeschildert ist. Gegenverkehr ließe sich nicht mehr kontrollieren

Tausend Kilometer nach Faak

Vom Teutoburger Wald zum Faaker See, das war ein starkes Stück Weg für Herby und Nati. Lockere tausend Kilometer mit Übernachtung am Starnberger See. Den Zacken wollte Herby sich aus seiner Krone nicht brechen lassen, er ritt die Strecke auf eigenem Arsch, auf der eigenen Maschine ab. Die European Bike Week dauert ja tatsächlich eine Woche, und er hatte genug Zeit, sich in einer lange vorher gebuchten Pension von dieser Tortur zu erholen. Man ist ja nicht mehr der Jüngste …
Vor Ort sah er, was er sehen wollte: Das Gelände entlang der Seeufer-Landesstraße hatte sich in ein Entertainment-Universum für Motorradfans verwandelt. Mittendrin große Eventzelte, eine riesige Open-Air-Bühne und zahllose Stände: das Harley Village! 23 Harley-Davidson Vertragshändler aus Österreich, Deutschland und Italien sowie über 50 freie Trader verkauften dort alles vom Aufnäher bis zum kompletten Custombike. Und bei freiem Eintritt feierten dort fast 100.000 Herbys den 110. Geburtstag von Harley-Davidson. Das war der Spirit, den alle suchten. Der Sound von 75.000 V-Twins vermischte sich auf den Partylocations mit dem von E-Gitarren und einem babylonischen Sprachengewirr, denn die Besucher der European Bike Week kommen von allen Kontinenten.


Aus der Luft erschließen sich die Dimensionen des Harley Village am Faaker See
Aus der Luft erschließen sich die Dimensionen des Harley Village am Faaker See

Benzingespräche über die Wasserkühlung

Im großen Expozelt gleich neben der Bühne boten die neuesten 2014er Modelle von Harley-Davidson jede Menge Gesprächsstoff: Die neue „Rushmore“-Touring-Generation mit ihrer geschickt versteckten Wasserkühlung, war das noch eine echte Harley? Herby durfte mitreden. Er hatte tatsächlich einen Termin für eine halbstündige Probefahrt in einer geführten Gruppe bekommen, und vor lauter Aufregung vermochte er einen Unterschied zu seiner Road King gar nicht zu spüren. Das war eigentlich das beste Zeugnis, das er dieser Harley als „echter“ Harley in allen anschließenden Benzingesprächen ausstellen konnte.
An den kostbaren Einzelstücken der international namhaften Motorradveredler, wie Rick’s und Thunderbike in der Customizer-Area, bewegte er sich nur zaghaft vorbei. So weit war er noch nicht, dass er da mitreden dürfte. Aber die Custombike-Shows ließ er sich natürlich nicht entgehen. Harley-Davidson richtete diese Show am Freitag aus, die Ride-in-Bikeshow des Aftermarket-Dealers Custom Chrome lief am Samstag. Dort siegten die in Kennerkreisen üblichen Verdächtigen. Namen, wie die von Andreas Bergerforth von Thunderbike aus Hamminkeln oder gar von Mario Kyprianides von Chopper Kulture aus Dubai, wird Herby sich von nun an merken.
Das reichhaltige Catering an 30 Ständen und das Chillen an den Bars nahm Herby auch noch bis in den Abend mit. Die Show der Leningrad Cowboys aus Finnland auf der Open-Air-Bühne verstand er nicht so richtig. Die war ihm zu turbulent. Aber was für verrückte Frisuren!


Im Harley Village: 100.000 Herbys suchen hier den Spirit
Im Harley Village: 100.000 Herbys suchen hier den Spirit

Abschluss: Die große Parade

Die Motorradmesse am Samstag sparte sich Herby. Er ist evangelisch.
Umso mehr fieberte er der großen Parade um den Ossiacher und Faaker See entgegen. Er hatte für sich und seine Nati zwei Wikingerhelme aus dem Spielzeugregal seines Supermarktes mitgenommen. An die Plastikhörner hatte Nati mit Lederschnüren ein paar Schellen geflochten. So, dachte Herby, wäre er für die Parade gut gerüstet. Er hatte solche Typen ja oft genug in der BIKERS NEWS gesehen, und diesmal käme vielleicht er in die Zeitung.
Aber dann musste Herby feststellen, dass gar nicht so viele Biker ihre Narrenkappen aufsetzten. Stimmt, erklärte ihm der Biker in der Nebenspur, im letzten Jahr wären es noch mehr gewesen. Aber das sei in Faak wohl nicht mehr so sehr in Mode, die Leute würden sich eher in Rüdesheim verkleiden. Die einzigen in großem Maßstab Verkleideten seien hier die Polizisten. Die hatte Herby auch gesehen, überall standen sie rum, aber eine der wie üblich in allen Internet-Foren heraufbeschworenen Kontrollen erlebte er nicht.


Die große Parade

Der tosende Radau

Herby ließ die Wikingerhelme in den Koffern seiner Road King verschwinden und zog wieder die im Harley Village erstandenen Braincaps raus. Die Parade war tatsächlich keine Faschingsparade, umso mehr aber eine gewaltige Show. Der tosende Radau des Soundmanagements von 25.000 Harleys brachte ihm eine ziemliche Gänsehaut ein, aber auch ein leichtes Herzflimmern.
Trotzdem: Herby war angekommen. Von nun an würde er sich rund um den Teutoburger Wald als „Harley-Herby“ vorstellen. Sein Jugendtraum hatte sich erfüllt. Nur das mit dem Bild in der BIKERS NEWS, das hatte er nicht geschafft.


Die große Parade

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