US-Rocker in Deutschland

08.01.2016  |  Text: Tilmann Ziegenhain  |   Bilder: Benjamin Grna, Death Traps MC
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US-Rocker in Deutschland
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Der Death Traps MC ist ein amerikanischer Rockerclub. Sein President erzählt von seinem Ritt durch Deutschland Viele Biker träumen von der Route 66, der Death Traps MC nicht. Die Member des kalifornischen Clubs schickten ihre Bikes …
Der Death Traps MC ist ein amerikanischer Rockerclub.
Sein President erzählt von seinem Ritt durch Deutschland


DeathTraps MCViele Biker träumen von der Route 66, der Death Traps MC nicht. Die Member des kalifornischen Clubs schickten ihre Bikes über den großen Teich und gingen auf ausgedehnte Europa-Tour. Und das bereits zweimal. Wir sprachen mit President Jonathan, der das Ganze initiiert hatte.

BN: Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Trip durch Europa zu machen? Für die meisten europäischen Biker dürfte das paradox klingen – sie träumen von Amerika und der Route 66 ...

J: Ich hatte ein paar Freunde in Europa getroffen, nachdem ich aus dem Marine Corps entlassen worden bin. Das war 2007. Wir sind mit Zügen und Flugzeugen herumgereist und ich dachte mir die ganze Zeit „Das muss ich auf einem Bike machen“. So kam ich auf die Idee.

Globales Dorf

DeathTraps MCBN: Freundschaften über den großen Teich hinweg sind nicht alltäglich, auch wenn das globale Dorf mittlerweile zum geflügelten Wort geworden ist – wie hast du dich mit Europäern angefreundet? Kanntest du sie durch die Armee?

J: Die meisten von ihnen habe ich übers Internet kennengelernt, nachdem ich bei den Marines raus war, und wir blieben über E-Mails in Kontakt. Als mein erster Trip dann konkret wurde, wollten wir uns natürlich treffen. Fast alle, die ich beim ersten Trip getroffen hatte, haben wir beim zweiten Mal wieder besucht. Es war einfach, an diese Kontakte anzuknüpfen, als ich mich mit Baby Clint und Wolf zum zweiten Mal auf den Weg machte. Mit den meisten von ihnen hatte ich vorher über Mails und Telefonate gesprochen und sie vorgewarnt. Das Beste daran ist, dass viele der Leute, die wir in Europa kennengelernt haben, bereits zu uns gekommen sind und mich in Kalifornien besucht haben. Wir haben ein gutes Biker-Austauschprogramm am Laufen! Freunde fürs Leben!

BN: Bis jetzt bist du also dreimal in Europa gewesen, richtig? Wie lange bist du jeweils geblieben?

J: Ich bin jetzt sogar schon viermal in Europa gewesen – ohne die Aufenthalte während meiner Zeit beim Militär. Das erste Mal bin ich als Neunjähriger mit meinem Vater umhergetrampt. Er war dienstlich dort, aber auch, um Urlaub zu machen. Der erste Aufenthalt mit dem Motorrad dauerte fast vier Monate, der zweite drei Monate.

Bürokratische Hürden

DeathTraps MCBN: Wie lange hast du gebraucht, um den ersten Trip mit dem Motorrad zu organisieren? Erzähl uns etwas über die größten Probleme und bürokratischen Hürden!

J: Ich habe unmittelbar nach meiner Rückkehr 2007 damit begonnen, die 2012er Reise zu planen. Aber mit der Detailplanung habe ich erst 2010 richtig angefangen, nachdem ich herausgefunden hatte, dass mich die Verschiffung meines Bikes nur 500 Dollar kosten würde. Das war der entscheidende Punkt. Im Hinterkopf habe ich mich immer gefürchtet, dass ich das Bike verschiffen und nie wiedersehen würde; dass es irgendwo in einem internationalen Hafen oder beim Zoll verloren gehen würde. Der größten Hürde sah ich mich dann gegenüber, nachdem das Bike in Kempten in Deutschland angekommen war. Das Zollpersonal hat sich fast in die Hose geschissen, als es mein Bike gesehen hat. Aber obwohl es fast alle Gesetze brach, die in Deutschland für Motorräder gelten, mussten sie es auf die Straße lassen – weil ich es zeitlich begrenzt und nur für mich selbst benutzen würde.

BN: Die meisten Menschen sind heute im Alltag gefangen, sie müssen Geld verdienen und ihre Familien ernähren. Wie hast du es geschafft, dieser Falle zu entkommen?

J: Wie gesagt, ich habe diese Reise im Vorfeld gut geplant. Und das bedeutet auch, Geld zu sparen. Ich habe 1000 Euro pro Monat kalkuliert, das musste für einen Monat reichen. Ich habe ein eigenes Geschäft, also habe ich lediglich einigen Kunden erzählt, dass ich unterwegs bin. Alle haben sich für mich gefreut und wollten Fotos sehen.

BN: In was für einem Bereich arbeitest du? Hat deine Arbeit irgendwas mit deiner Leidenschaft für Motorräder zu tun?

J: Ich mache Custom-Metallarbeit. Funktionelle Kunst, hauptsächlich fürs Wohnen.

Zu Gast beim Wheels and Waves

DeathTraps MCBN: Du hast auch das bekannte französische Custom-Festival Wheels and Waves besucht – und warst beeindruckt. Was hat dir an der Veranstaltung besonders gut gefallen? Was ist aus deiner Sicht der Unterschied zwischen der europäischen und amerikanischen Szene?

J: Das Beste war, dass einige Kerle dort wirklich die Scheiße aus ihren Bikes geprügelt haben – es war nicht nur eine Bike-Show! Nachdem wir tagsüber rumgehangen haben, sind wir alle auf die Motorräder gesprungen und ein paar Hundert Kilometer gefahren – es war großartig. Bikes sind dafür gemacht, gefahren zu werden. Ich denke, das vergisst man in Kalifornien manchmal.

BN: Denkst du, es gibt einen speziellen europäischen Customizing-Stil?

J: Ich denke schon, dass Europa einen eigenen Stil in Sachen Custombikes hat. Ich habe einige wirklich extreme, verrückte Bikes aus Europa gesehen. So etwas sehe ich selten in den Staaten – was natürlich auch einfach daran liegen mag, dass ich zuhause nicht viele Shows besuch

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Stand:23 June 2018 00:46:50/motorrad/reisen/us-rocker+in+deutschland_1512.html