Wüste und Beton

01.04.2016  |  Text: Jens Fuge  |   Bilder: Fuge, Flottrong, Dienemann, Engelage
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Wüste und Beton
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Hat die Wüste eine Bikerszene? Auf der Suche nach einer Antwort durchreiten wir Dubai und Abu Dhabi – auf dem Rücken von Harleys
Die Arabischen Emirate warten mit einer Menge Superlative auf: Glitzer und Prunk, größte Shopping-Mall der Welt, Sieben-Sterne-Hotel, 800-Meter-Wolkenkratzer und künstliche Wohninseln im Meer. Eine Menge Absonderlichkeiten gibt es noch dazu: Bushaltestellen und Telefonzellen mit Klimaanlage, ein beleuchtetes Hafenbecken, einen Automaten, an dem man sich Goldbarren ziehen kann. Aber findet sich zwischen Nobelkarossen und Edelbikern, die ziemlich synthetische „Dubai Bike Weeks“ und „Gulf Bike Weeks“ abfeiern, auch noch was für echte Biker?
Als Member des „Leipzig Chapters“ – wir waren einmal Hoggies und fahren heute als MF – wollen wir das wissen und machen uns im Flugzeug auf den Weg in den Mittleren Osten. Harleys mieten wir uns kurzerhand vor Ort. Nicht bei den Platzhirschen von Eaglerider oder Harley-Davidson, sondern kostensparend bei den Jungs von CustomBikes Dubai. Besser sind die Bikes dort zwar nicht, doch dafür erheblich günstiger – und manchen praktischen Tipp gibt’s für umme oben drauf.

Skyline von Harbour City in Dubai. Auf dem Bild sind fünf der zehn höchsten Wohnhäuser der Welt zu sehen
Skyline von Harbour City in Dubai. Auf dem Bild sind fünf der zehn höchsten Wohnhäuser der Welt zu sehen

Wir haben einen deutschen Guide namens Reda, der aus Essen kommt, aber irgendwie in Dubai hängengeblieben ist und eine Victory fährt. Mit ihm bewegen wir uns wie die Einheimischen, er gibt uns viele nützliche Tipps. Das fängt schon mit einem wichtigen Punkt des täglichen Lebens an: Wo bekommen wir was Alkoholisches zu trinken? Um auf Nummer sicher zu gehen, hatten wir uns vor der Einreise ziemlich gut eingedeckt, was dank der großzügigen Einfuhrbestimmungen der Emiratis auch leicht fiel: Vier Liter Alkohol pro Person sind erlaubt.
Womit wir gleich beim ersten Vorurteil sind: Kein Alkohol in den Emiraten? Weit gefehlt! Man muss nur wissen, wo. Und Reda weiß, wo. Nämlich im Hotel. Alkohol gibt es fast in jeder Unterkunft und so verbringt die Truppe den ersten Abend stilgerecht im englischen Pub bei Rugby- und Fußballübertragungen und einigen Pints of Lager. Alles wie in Alemania, nur nicht der Preis. Der treibt uns trotz Klimaanlage den Schweiß auf die Stirn. Da kühlen uns auch die moderaten Benzinpreise nicht ab, die wir beim ersten Tankstopp wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Dabei kam es vor einer Weile fast zu einem Aufstand, als der Preis von 35 Eurocent auf 50 Cent erhöht wurde – die Senkung auf 42 Cent ist aber schon beschlossene Sache.

Ärmel runterkrempeln: In der Scheich Zayid-Moschee sind Tattoos unerwünscht
Ärmel runterkrempeln: In der Scheich Zayid-Moschee sind Tattoos unerwünscht

Die erste Etappe bringt uns nach Abu Dhabi. Die 150 Kilometer werden über eine reizlose und kerzengerade vierspurige Autobahn bewältigt, die in den beiden Stadtzentren bis auf acht Spuren aufgeweitet ist. Bei fast 40 Grad kein reines Vergnügen, zumal die Autos kreuzen und queren wie sie wollen – und das nicht unbedingt in der Gemächlichkeit einer Kamelkarawane. Erster Stopp ist an der Scheich-Zayid-Moschee, der größten Moschee der Emirate. Superlative auch hier zuhauf: Der größte Kronleuchter der Welt kommt aus Deutschland, der größte Teppich der Welt wiegt 47 Tonnen, 40 000 Gläubige finden in dem riesigen Gebäude Platz. Die Frauen müssen den Kopf bedecken, man kann eine Abaya ausleihen, das schwarze Gewand, vor dem sich in Deutschland so viele fürchten. Tattoos müssen bedeckt werden, ansonsten können die Männer unverändert eintreten. Alles ist imposant und wenn der Muezzin zum Gebet ruft und sein Gesang unter der größten Moscheekuppel der Welt widerhallt, dann will man nur noch irgendetwas von einer normalen Größe.

Das Leipzig Chapter vor der Skyline von Dubai
Das Leipzig Chapter vor der Skyline von Dubai

Das ist nicht leicht, denn vorbei an der Ferrari-World mit dem größten Ferrarizeichen und der schnellsten Achterbahn der Welt geht es zur Formel-1-Rennstrecke von Abu Dhabi, die als die modernste dieses Planeten gilt. Redas Kumpel Thomas aus Berlin gibt uns eine launige Kurzführung und erstaunt uns mit Details. Streckenposten gibt es hier längst nicht mehr und wenn nachts gefahren wird, sieht man keinen Schatten unter den Autos, so gut ist die Strecke ausgeleuchtet.
Zurück in Dubai quälen wir uns noch durch den Feierabendverkehr, pausieren im „Biker’s Cafe“, das in moderner Form dem Zweiradkult huldigt, aber menschenleer ist, bestaunen den Burj al Arab, das einzige Sieben-Sterne-Hotel der Welt, und statten der Altstadt einen Kurzbesuch ab. Nach einem kurzen Rundgang scheuchen wir die Heerscharen von Indern von den Bikes, die fröhlich und unbefangen mitsamt unseren Helmen auf den Harleys sitzen und für Fotos posieren. Nach Rückeroberung unserer Bikes fahren wir dann zum „Burj Khalifa“, dem mit 828 Metern höchsten Gebäude der Welt, wo wir in die 124. Etage aufsteigen.

Vize Walter von den 123ern (Leipzig Chapter)
Vize Walter von den 123ern (Leipzig Chapter)

Nach all diesen Superlativen tut es gut, am nächsten Tag mal echte und normale Natur zu sehen. Auf riesigen Autobahnen verlassen wir Dubai. Lastwagen sieht man glücklicherweise kaum, denn die großen Brummis dürfen erst ab 18 Uhr fahren. Für die kleineren gilt striktes Rechtsfahrgebot, zudem gibt es noch eigene Lasten-Autobahnen.
Die Landschaft verändert sich langsam, die Wüste geht in Berge über. Wir haben das Hadschar-Gebirge erreicht. In einem alten portugiesischen Fort liegt Hatta, wo wir exzellent speisen und dann Richtung Küste weiterfahren. Endlich Kurven! Die Bikes wiegen sich im sanften Links-rechts-Takt und röhren Freude hinaus. Nur die der Verkehrsberuhigung dienenden „Humps“ – halbrunde, quer auf der Straße liegende Hindernisse – sind lästig. Eines dieser Dinger wird einem Bruder zum Verhängnis. Wir rollen ein klein wenig zu schnell heran, vielleicht hat uns auch die Hitze schläfrig gemacht, wie es auch sei: Axel bremst zu hart, denn vor dem Hump hat sich allerlei Öl angesammelt. Das Vorderrad bricht aus und Axel schlittert neben seinem Bike die letzten Meter seiner Tour. Da das auch noch direkt vor einer Polizeistation passiert, ist die Erstversorgung amtlich geregelt.
Das nahe Krankenhaus ist menschenleer und der syrische Arzt bedankt sich unter Tränen für die Hilfe an seinen Landsleuten, die im fernen Deutschland Unterkunft gefunden haben. Die Platzwunde auf dem Kopf und die Schürfwunden kann Axel verschmerzen, das Ende der Tour auf der Harley weniger. Am Bike hat sich einiges verbogen, was vor Ort nicht zu reparieren ist. Und der gute Axel schwört, nie wieder eine Halbschale zu tragen. Im Dunkeln kommen wir in Ras al Khaimah an, quälen uns wieder durch die Verkehrsmassen und über unzählige Humps und dürsten nur noch nach einem Bierchen. Auch Axel schmeckt es wieder, sein erster Ärger ist verflogen.

Noch mal Glück gehabt. Axel bremst zu hart, das Vorderrad bricht aus und er schlittert neben seinem Bike. Da das auch noch direkt vor einer Polizeistation passiert, ist die Erstversorgung amtlich geregelt
Noch mal Glück gehabt. Axel bremst zu hart, das Vorderrad bricht aus und er schlittert neben seinem Bike. Da das auch noch direkt vor einer Polizeistation passiert, ist die Erstversorgung amtlich geregelt

Die nächste Etappe führt in den Oman. Eine echte Grenzkontrolle, die es ja zwischen den Emiraten nicht gibt, hält uns auf. So erreichen wir nur in letzter Sekunde die traditionelle Dhau, die uns in den Fjord an der Straße von Hormus bringen wird. Schade, denn hier windet sich die Uferstraße spektakulär an steilen Felsen entlang, das Fahren hätte riesigen Spaß gemacht. Doch dann heißt es relaxen, die Badehose passt noch und es geht hinaus auf See! Am Abend erwartet uns eine überraschende Begegnung, als plötzlich Ossama auftaucht: „He, ich hab die Bikes gesehen und konnte es gar nicht glauben. Wo kommt ihr denn her?“ Wie der Zufall so will, ist der plötzliche Besucher Gründungsmitglied des Black Eagles MC, der zwei Chapter in Dubai und Oman führt. Wir laben uns an ein paar Flaschen Irish Whisky und erfahren eine Menge über die Clubs der Gegend. Für den kommenden Tag sind wir mit seinen Brüdern zum Interview verabredet.

Vom heißen Asphalt ins kühle Nass: Mit der Dhau in der Straße von Hormus
Vom heißen Asphalt ins kühle Nass: Mit der Dhau in der Straße von Hormus

Zurück in Dubai landen wir nach einem Besuch in der weltgrößten Shopping-Mall in der Harley-Niederlassung, wo wir Jabs von den „Emirates Riders“ treffen. Seine Softail braucht gerade ’ne Pause, das gute Stück hat 124 000 Kilometer runter und schlapp gemacht. Doch Jabs gehört zu den Optimisten und freut sich auf die kühle Jahreszeit. Haben wir uns verhört? Haben wir nicht irgendwo vorhin ein Schild gesehen, dass stolze 37 Grad angezeigt hatte? Jabs lacht und erzählt, dass er und seine Brüder auch im Sommer fahren, wenn 50 Grad und mehr herrschen. Nicht alle von den 80 Mann im Club seien so hart, aber bei der Hitze lässt sie sogar die Polizei in Ruhe: „Kein Problem. Da müssen wir durch. Hinterher gibt’s ein Bier, dann geht es wieder!“ Na ja. In einem Land, wo das Wasser im Pool nicht erhitzt, sondern gekühlt wird, überkommen uns leichte Zweifel.
Etwas ehrlicher scheint uns da schon die Aussage von Abdallah von den „UAE Jaguars“. Er gibt es zu: „Im Sommer fahren wir drei Monate lang fast gar nicht – das ist eindeutig zu heiß!“ Ihn treffen wir auf einer Goldwing während der „Gulf Bike Week“, weit draußen am Dubai Autodrome. Wir sind am letzten Tag dort, es ist gähnend leer. Trotzdem kostet der Eintritt 90 Dirham, also 25 Euro. Fünf Euro spart, wer den Motorradführerschein vorzeigen kann. Pech für einen unserer Brüder, der das Teil irgendwo liegengelassen hat. Der am Arm baumelnde Helm reicht scheinbar nicht als Beweis, also blecht er die volle Summe.

Abdallah von den UAE Jaguars: „Im Sommer fahren wir fast gar nicht – das ist eindeutig zu heiß!“
Abdallah von den UAE Jaguars: „Im Sommer fahren wir fast gar nicht – das ist eindeutig zu heiß!“

Am Abend zuvor hat der Bär gesteppt, versichern drei bildhübsche kopftuchtragende Mädels, die kichernd um ein Foto mit uns bitten. Am Stand von Ex-Bandido und Buchautor Ed Winterhalder blättern wir in seinen Büchern und halten Smalltalk. Von Mohammed von den „Desert Warriors“ werden wir spontan zur Party des „Bikers Network“ eingeladen. 35 Clubs sind darin organisiert. Das Meeting des „Bikers Network“ findet in Muscat im Oman statt. Die Warriors gibt es seit 30 Jahren. Später treffen wir die Jungs von „Independent Middle East“, einem Hells-Angels-Supportclub. Auch sie erzählen uns einiges von der hiesigen Szene, sogar über reine Mädchenclubs in Kuwait und Bahrain berichten sie. Neben den „Red Falcons“ sind sie die einzigen Supporter, denen wir begegnen.

Völkerverständigung: Kopftuchtragende Mädels bitten kichernd um ein Foto
Völkerverständigung: Kopftuchtragende Mädels bitten kichernd um ein Foto

Auch das Veranstaltungsgelände ist mit unzähligen Kameras bestückt. In den Emiraten herrscht eine Komplettüberwachung, jeder Schritt wird aufgezeichnet. „Dafür ist das hier das sicherste Land der Erde“, erklärt uns Reda, der von Gesichtserkennung, Scans und Datenbanken berichtet. Kriminalität ist praktisch unbekannt. Schön, wenn wir unsere teuren Eisen überall völlig unbedenklich ohne abzuschließen stehen lassen können. Obendrein sind die Sicherheitsbehörden nicht zimperlich. Kritik am System wird schon mal mit Ausweisung bestraft, berichten uns mehrere Biker. Die MC-Szene ist den Behörden auch hier nicht geheuer, obwohl Ärger selten aufkommt.

Next stop Saudi-Arabien
Next stop Saudi-Arabien

Schon ist die Zeit zu Ende, auf der achtspurigen Sheik Zayed Road fahren wir zum Flughafen. Ein richtig reicher Typ kreuzt mit seinem Mustang den Weg. Nicht das Auto macht den Preis, sondern das zweistellige Kennzeichen: Für einstellige Zahlen blechen die Reichen schon mal ein paar Millionen. Status ist alles. Wir passieren „Ski Dubai“, die Indoor-Skihalle mitten in der Wüste, doch das beeindruckt uns schon gar nicht mehr. So was gibt’s doch auch im schönen Neuss.
Die Tour hat sich gelohnt. Einer von uns redet schon von Saudi-Arabien. Das Benzin kostet dort zwar nur läppische sechs Cent pro Liter, aber Bier gibt es dort garantiert nicht – und die Straßen sollen noch gerader sein.
 

„Wir sind ein Club voller Power“

Der Black Eagles MC führt Chapter im Oman und in Dubai. Wir sprachen mit Ahmad Junior (Vice President) und Yves

Der Black Eagles MC führt Chapter im Oman und in Dubai
Der Black Eagles MC führt Chapter im Oman und in Dubai

Ahmad, wir haben schon viel von euch gehört. Euch zu finden, ist aber nicht einfach.

Ja, das stimmt. Aber das ist schon okay so, das ist so gewollt.


Warum die Zurückhaltung? Ihr seid doch ein großer Haufen und könntet darauf stolz sein.

Wir sind stolz und wir sind auch nicht wenige. Es ist auch nicht so leicht, ein Eagle zu werden. Die Zurückhaltung hat keine besonderen Gründe, wir müssen aber nicht groß auf uns aufmerksam machen.


Dabei seid ihr einen eher ungewöhnlichen Weg gegangen?

Ja, wir waren eigentlich mal HOGs, bis wir im Jahr 2000 Probleme mit dem Dealer bekamen. Dann starteten wir mit den Black Eagles. Da viele unserer Member aus allen möglichen Ländern kommen, wussten wir über viele Dinge in der MC-Welt Bescheid. Wir reisten viel, knüpften Kontakte und gingen dann diesen Weg.


... der schnurstracks zu gehen schien?

Ja, schon 2005 konnten wir unser zweites Chapter im Oman eröffnen, unserem Nachbarstaat. Wir waren fasziniert von dieser Art zu leben. Es veränderte sich eine Menge, wir verbrachten fortan sehr viel Zeit miteinander, das Ganze wuchs.


Habt ihr irgendwo angeklopft, um euch abzusichern?

Das ist unser Land, da brauchen wir keinen zu fragen! Wir sind ein Club voller Power. Aber wir respektieren alle und so hatten wir auch schon Besuch von allen großen Clubs. Einen engen Draht haben wir zu den Outlaws.


Wie kommt ein MC in einem autoritären Staat wie den Emiraten zurecht? Lässt man euch in Ruhe oder werdet ihr beobachtet?

Viele Leute sehen uns als gefährlichen Club. Die haben aber keine Ahnung. Viele von uns haben echt gute Jobs, ich arbeite beispielsweise in einer Bank. Glaubst du, die lassen einen Gangster an ihr Geld? Aber die Szene ist groß und bunt. Der Staat weiß genau, was wir machen, aber es herrscht Ruhe. Denn außer ein paar Raufereien oder Kleinigkeiten passiert hier nichts. Für die Leute hier ist es relativ ungewöhnlich, Biker zu sehen, aber das wächst langsam. Die verstehen das noch nicht so.


Und wie ist das Verhältnis der Clubs untereinander?

Man respektiert sich, besucht Partys, wie bei euch. Der Kontakt ist normal. Wichtig ist, dass die anderen unseren Weg verstehen und wissen, was „MC“ meint.


Und was meint MC für euch ganz speziell?

Wir haben sehr strikte Regeln, Meetings sind natürlich Pflicht. Wir sind multikulti, so zehn bis zwölf unterschiedliche Nationen, da braucht es Toleranz.


Ein Clubhaus habt ihr aber nicht?

Ahmad: Nein, wir treffen uns in unseren Wohnungen und Häusern. Ein offenes Clubhaus wird uns hier nicht erlaubt.

Yves: Trotzdem kann man hier mit dem Bike noch Spaß haben. Schnell fahren, laute Tüten, der TÜV macht keinen Stress, die Polizei lässt einen weitgehend in Ruhe


Wie schnell kann man bei den vielen Blitzern hier fahren?

Yves: Die blitzen meist nur von vorn, das macht nix. Da haben wir schon manchen heißblütigen Ferrari-Fahrer versenkt, wenn der mit uns um die Wette fahren wollte. Bis zum nächsten Blitzer ging die Hatz und dann, Peng, hatten sie ein schönes Foto von ihm. Von uns auch, aber eben ohne Nummernschild.

Ahmad: Manchmal spielen wir auch Flash Run! An einem Abschnitt der Al Khail Road stehen die meisten Blitzer des Landes auf einer sehr kurzen Strecke hintereinander. Ein Prospect misst die Zeit, die man braucht, um vom ersten bis zum letzten Blitzer zu kommen. Das macht Laune, wenn die alle kurz hintereinander auslösen und das wie ein rotes Blitzlichtgewitter aussieht.


Klingt echt abgefahren. Aber wie haltet ihr es aus, wenn es an vielen Stellen kein Bier gibt? Ihr könnt ja nicht immer in die teuren Hotels gehen.

Yves: Ach Quatsch, kein Problem! Es gibt richtige Alk-Läden und es gibt sogar Läden mit eigenen Schweinefleisch-Gerichten. Man braucht für die Alk-Läden allerdings eine Lizenz.


Wie bitte?

Yves: Ja, aber kein Problem. Die musst du jedes Jahr erneuern lassen, das kostet dann ’nen Hunderter. Dann kannst du den Stoff kaufen. Und wenn du mal mit ein paar Bierchen intus angehalten wirst, kommst du auf jeden Fall glimpflicher davon, als wenn du keine Lizenz hättest.


Ein sympathischer Zug. Wann feiert ihr eigentlich Partys?

Ahmad: Im März oder April gibt es unsere Anniversary-Party. Vorher sind wir bei unseren Brüdern im Oman. Wird sicher wieder ’ne tolle Fahrt – wir freuen uns schon darauf.
 

Die Vereinigten Arabischen Emirate



Dubai, Abu Dhabi und weitere fünf Emirate bilden die Vereinigten Arabischen Emirate. Das größte davon ist Abu Dhabi, dessen gleichnamiges Zentrum auch die Hauptstadt der Emirate ist. Abu Dhabi ist mit Abstand das reichste der Emirate und sitzt auf 85 Prozent des Öls im Gebiet. Entgegen weit verbreiteter Annahmen hat Dubai nur noch wenig Öl und verdient sein Geld mit seinem riesigen Hafen, Goldhandel – ohne nennenswerte eigene Vorkommen –, Tourismus und der Tatsache, dass Unternehmen 50 Jahre Steuerfreiheit genießen. Das führt dazu, dass 85 Prozent der 2,2 Millionen Einwohner keine Einheimischen sind – irgendwer muss die feinen Appartements auch putzen, das teure Bier ausschenken und die Taxis für die jährlich 14 Millionen Touristen fahren. Das erledigen dann Pakistani, Philippinos und Inder.

Motorrad-Touren:
www.dubai-guru.com

Mietmotorräder:
www.custombikesdubai.com
 

Die Custom Show Emirates geht in die zweite Runde

Custom Show Emirates

Vom 31. März bis zum 2. April findet im Abu Dhabi National Exhibition Center (ADNEC) in Abu Dhabi die 2. Customshow Emirates statt. Beim Middle East Biker Build Off tritt der bekannte Deutsche Customizer Aykut von AT Cycles gegen Hassan Alablooshi aus Dubai an, der bereits mit einer nabenlosen Suzuki Hayabusa Turbo für Aufsehen sorgte. Beide Teams werden live auf der Bühne für den Titel des Middle East BBO Champion ihre Custombikes aufbauen. Abgerundet wird das Bikeprogramm durch Stuntshows und Internationale Aussteller aus den UAE, Europa, Australien, China und den USA. Da der mittlere Osten auch auf Tuning und US Cars abfährt, wird es in Zusammenarbeit mit der Sema eine entsprechend ausgestattete Autoshow geben, auf der international bekannte Tuner und Zubehörlieferanten ausstellen werden.

Weitere Infos unter:
www.customshowemirates.com
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Stand:23 June 2018 00:58:31/motorrad/reisen/wueste+und+beton_163.html