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Eine echte Rockerparty im alten Stil erkennt ihr an den Bons. Das kann quälend sein, erklärt Ahlsdorf
Uns wird nichts geschenkt. Als ich einst bei einem Club eine Reportage machte, packte mich quälender Hunger. Ich brauchte dringend eine dieser vor sich hinräuchernden Bratwürste, deren fettig-verführerischer Duft mir schon einen halben Tag durch die Nase zog. Aber dafür musste ich einen Bon über 20 Euro kaufen.

Eine teure Bratwurst

Als ich darüber die Nase rümpfte, schlug der Präsi mir mit dröhnendem Lachen auf die Schulter: „Da machste nachher noch Party bei uns und trinkst ein paar Bier!“ Party machen hätte ich schon gewollt, aber ich musste zurück in die Redaktion, den Artikel schreiben, und ich wollte doch nur eine Bratwurst. Es wurde die teuerste Bratwurst meines Lebens.



Den Sinn dieser Bons habe ich nie verstanden. Und das scheint nicht nur mir so zu gehen. In dieser Ausgabe berichten wir über ein Zusammentreffen von jungen Hipstern und alten Oldschool-Bikern. Hipster, ihr wisst inzwischen, wer das ist: junge, wohlgestylte Männer in Dickies-Hosen und Holzfällerhemden, bärtig und mit scharf gezogenen Scheiteln. Diese Hipster also hatten sich auf eine richtige Rockerparty im alten Stil verirrt. Mit dem brennenden Durst der Jugend steuerten sie die Zapfstellen an – und wurden dort erst mal an die Bon-Kasse verwiesen.

Den Brauch nahmen sie hin, man zieht bei der Oma ja auch die Schuhe aus. Sie kauften also ihre Bons. Wie aber müssen sie es hingenommen haben, als die Oldschooler am späteren Abend großmütig Freibier für alle ausriefen? Die Hipster hatten ihre Taschen ja noch voller uneingelöster Bons.

Und was hätten die Hipster gemacht, wenn dieses Freibier nicht ausgerufen worden wäre, sie aber vor Abstreichen aller Bon-Felder ins Saufkoma gefallen wären? Sie könnten sich nicht dran erinnern, würden wir sie trösten wollen. Aber sie hätten ja noch den nicht abgestrichenen Bon in ihrer Dickies-Hosentasche und den würden sie am nächsten Tag entdecken.

Habt ihr schon mal versucht, das Geld für nicht eingelöste Bon-Felder am nächsten Tag wieder zurückzufordern? Ich habe es nur einmal versucht und dann nie wieder. Der Mensch lernt schnell, wenn’s die richtigen Leute sind, die ihm was beibringen.

Das mit den Bons haben die Hipster sich immerhin brav erklären lassen. Ob es die richtige Erklärung war, weiß ich nicht.

Misstrauen gegen Member

Die glaubwürdigste aller Erklärungen scheint immer noch das Misstrauen der Clubs gegen ihre eigenen Member zu sein: Beim Austausch von Bargeld ohne Belege verschwindet zu viel Kleingeld in den Kutten von Gästen oder Gastgebern.

Es kursieren aber noch ein paar weitere Erklärungen, ich kenne sie nach zwanzig Jahren alle. Ihr wollt sie wissen? Eine oder alle? Gerne, aber ihr werdet für alle bezahlen. Also bitte erst mal einen Bon kaufen. Nicht bei mir. Bei dem da hinten, am anderen Ende des Platzes!


Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 01/2018
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