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ziehend durch die Mannheimer Innenstadt, „frei wie der Wind“. Im Hintergrund das Wahrzeichen Mannheims: der Wasserturm Back to the Roots – Teil XXIX
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BIKERS-NEWS-Gründer Fips blickt zurück und erzählt, wie er seinen ersten Offenbarungseid leistete und sich von Job zu Job angelte
Mein Versandgeschäft fand ein ungeplantes und jähes Ende: Irgendein Heini hatte eine vermeintliche „Frisieranleitung“ von einem Prospekt der Sachswerke einfach abgeschrieben und diese für fünzehn Mark zum Verkauf angeboten. „Das Motorrad“ berichtete über diesen unseriösen Vorfall. In diesem Artikel wurde es so dargestellt, als wären alle, die Frisieranleitungen anböten, Betrüger. Ich schickte voller Protest alle meine Anleitungen an dieses Magazin und bat um Veröffentlichung, dass meine Frisieranleitungen korrekt und fachlich in Ordnung seien. Aber die Herrschaften von „Das Motorrad“ erwiesen sich als wenig kooperativ. Fahrer von kleinen Mopeds, die zudem ihre Maschinen selbst umbauten, wurden von ihnen nicht ernst genommen und sie nutzten die Gelegenheit, mich voll in den Sack zu hauen, nach dem Motto: Was will der überhaupt? Frisieren ist gesetzlich nicht erlaubt. Die Überschrift über ihrem Artikel hieß dann auch „Der Tritt mit dem Pferdefuß“ – und der saß! Das habe ich denen bis heute nicht vergessen …

Ein Tiefschlag

Ab diesem Zeitpunkt ging mein Geschäft mit den Frisieranleitungen so schlecht, dass ich die Anzeigen in „Das Motorrad“ nicht mehr bezahlen konnte und auch nicht mehr wollte, schließlich hatte diese Zeitschrift mich in diese Situation gebracht. Mein erster Offenbarungseid war fällig. Außerdem hatten mich in der Zwischenzeit unzählige Mahnvereine angeschrieben, weil ich angeblich in den Frisieranleitungsinseraten Fehler gemacht hatte. Ich hätte die Versandkosten genau angeben müssen, die je nach Gewicht des Postgutes unterschiedlich waren. Das war für mich bloße Haarspalterei. Darum hatte ich mich nie gekümmert und den ganzen Kram der Abmahnvereine in den Ablagekorb für Betrüger, den Papierkorb geworfen, oft ungelesen. Wie ich erst später merkte, hatten diese Zahlungsbefehle aber auch Wirkung und waren nicht nur Papier. Eines Tages stand nämlich der Gerichtsvollzieher in meiner Bude und wollte pfänden! Aber da war eigentlich schon alles zu spät. Ich war bereits verschuldet, ohne es richtig gemerkt zu haben und so ein paar Taugenichtse hatten mein untätiges Schweigen einfach ausgenutzt, um mich bis zum Offenbarungseid zu treiben, den ich dann auch ablegte, getreu dem Motto: Ich lass mich von niemandem betrügen! Zu Pfänden gab es sowieso nichts. Tatsächlich habe ich bis heute keinen Pfennig an die Betrüger bezahlt und ich lernte, dass ein Offenbarungseid auch vor neuerlichen Abzockversuchen gut schützen kann.


"Ich schraubte lieber an Mopeds als zu arbeiten.  Eines Tages stand der Gerichtsvollzieher in meiner Bude und wollte pfänden! Meinen Versandhandel musste ich leider aufgeben."

Arbeiten?

Ich hatte keinerlei Grundlage mehr, von der ich die Kosten für Benzin, Club, Cola und dreißig Mark Haushaltsgeld pro Woche für Oma bestreiten konnte. Ich schlug mich in der nächsten Zeit mit Gelegenheitsarbeiten durch, mal als Maler, mal als „Sackbatscher“ am Hafen. Immer wieder ging ich zum Hafen und verdingte mich als Hilfsarbeiter. Wenn mit einem Schiff Getreide angekommen war, suchte man Leute, die die Säcke auf die Lastwagen oder ins Lager verluden. Das machte man mit einem Metallstück mit einem Griff oben und drei spitzen Dornen – dem Sackbatscher. Mit diesem Werkzeug hat man den Sack „gebatscht“ und dann auf den Rücken gehievt. Am Bestimmungsort angekommen, hing der Sack immer noch am Sackbatscher und man hat ihn damit auch wieder von der Schulter gewuchtet. Auf diese Weise wurde das ganze Schiff entladen. Dafür gab es dann so zwischen vier und fünf Mark die Stunde, samstags noch Zulage. Ich brachte um die fünfzig bis siebzig Mark pro Arbeitstag nach Hause. Das hat dann wieder für eine Woche gereicht, zum Tanken und für Oma.

Nicht meine Welt

Mir wurde immer klarer, dass das Arbeiterleben nicht meine Welt war. Ich dachte, ich bin sowieso ein Nachtmensch, und heuerte in einer Zigarrenfabrik auf Nachtschicht an. In großen Kesseln wurde da ein Tabakgemisch gebraut und das flüssige Zeug auf riesige Edelstahl-Förderbänder geschüttet. Darauf wurde die Masse so verteilt, bis nur noch ein ganz dünner Tabakfilm übrig blieb und der wurde auf dem Weg über etwa zwanzig Meter auf eine bestimmte Feuchtigkeit hin getrocknet. Der Film kam dann bei mir an und wickelte sich auf verschieden breite Rollen auf. Leichte Arbeit dachte ich noch, hatte ich gleich kapiert. Immer wenn die Rollen voll waren, musste ich sie durch leere auswechseln. Bis circa vier Uhr hatte ich den Bogen raus und richtete mir die Rollen so ein, dass ich den Wechsel schnell hintereinander durchführen konnte. Alle Rollen waren gerade schön leer und ich schätzte, dass ich jetzt ungefähr eine halbe Stunde Pause einlegen konnte. Ich ging auf die Toilette und setzte mich.

Plötzlich heulten Sirenen, ich erschrak. Ich saß mit heruntergezogenen Hosen auf der Toilette und war eingeschlafen. Meine Bänder waren vollgelaufen! Die Rollen hatten irgendwann geklemmt, weil sie zu groß wurden und dann war der ganze Tabakfilm wieder rückwärts über die Förderbänder in die Ausgangsbehälter zurückgelaufen. Inzwischen waren meine „Kollegen“ auch aufgekreuzt und klopften wie wild an die Toilettentür. Ich ging an mein Band und sah die Bescherung. Der Tabakfilm wurde von meiner Maschine nicht mehr aufgerollt, sondern hatte alles überzogen und verklebt, und da er nun auch noch am Blech kleben blieb, musste die Masse mit einer Spachtel – am Boden liegend – dreißig Zentimeter über dem Fußboden über zwanzig Meter Länge hinweg mühsam abgekratzt werden. Das hat mir noch einer schnell gezeigt und dann ließen sie mich kopfschüttelnd einfach stehen. Die „Kollegen“ hätten die Rollen bestimmt noch rechtzeitig abfangen können, aber denen war vermutlich die Schadenfreude wichtiger! Ich habe sie dann meinerseits auch stehen lassen, ließ die Zigarren Zigarren sein und fuhr einfach mit meiner Kreidler nach Hause und ging pennen.

Gabelstaplerfahrer bei Lanz

Kurze Zeit später stellte ich mich bei Heinrich Lanz Mannheim als künftiger Gabelstaplerfahrer vor, das war plötzlich mein Traumjob. Ich bekam den Job auch und als ich am ersten Tag zur Arbeit antrat, lotste man mich in ein Gewerkschaftsbüro und forderte mich unverblümt und ultimativ auf, Mitglied in der Gewerkschaft zu werden. Ich verweigerte das, weil ich überhaupt nicht wusste, was die außer Monatsbeiträgen von mir wollten, zumal ich ja mit „Arbeitskollegen“ schon schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Das sollte sich rächen. Ich durfte nicht wie vorgesehen an Gabelstaplerkursen teilnehmen, sondern musste Elektro-Pritschenfahrer werden, dazu brauchte man keine Qualifikation. Das ging so eine Woche gut, aber dann beherrschte ich das lahme Ding und es wurde langweilig, immer Material von hier nach da zu transportieren und natürlich alles selbst auf- und abzuladen. Als ich dann beim heimlichen Gabelstaplerfahren erwischt wurde, bekam ich Gabelstaplerfahrverbot und mein Schauspiel bei Lanz war nach drei Wochen beendet! Meine Einstellung zu Gewerkschaften wurden schon in jungen Jahren gleich ins richtige Licht gerückt.


Arbeiten? Mit seinen Freunden zog Fips lieber Rauchschwaden durch die Mannheimer Innenstadt

Letzte Versuche als Arbeitnehmer

Irgendwann wurde es dann wohl doch wieder ernst mit meinem Geldmangel und ich fing bei der Malerfirma Eid als Maler an. Dort arbeitete ich vom 30. Mai 1965 bis zum 2. Mai 1966 (fast zwölf Monate!). In dieser ganzen Zeit strich ich nur Aufzugstüren, 174 Stück in sämtlichen dreiundzwanzig Stockwerken eines Hochhauses und alle gleich mehrfach. Weil die Aufzugsschächte so wunderschön hallten, war ich den ganzen Tag am Singen. Wenn ich mal damit aufhörte, riefen die anderen Arbeiter im Bau, ich solle doch weitersingen. Aber nach fast einem Jahr hatte ich auch davon die Nase voll, weil ich sah, dass noch zwei weitere Hochhäuser mit je dreiundzwanzig Stockwerken immer mehr Form annahmen und ich befürchten musste, dass ich für die nächsten zwei Jahre weiter Alleinunterhalter spielen und Aufzugstüren anpinseln sollte. Danach versuchte ich es in einem Metallveredlungsbetrieb, wo ich aber nach acht Tagen „Praktikum“ gleich wieder aufgab. Zu viel Gestank, Säuren, Laugen, richtig giftig und gefährlich!

Mitte 1966 war ich als Plakatanschläger für Litfasssäulen und Plakatwände für die Stadtreklame unterwegs. Dann mal bei einer Butangasfirma als Hilfsarbeiter. Bei einer Arbeitsstelle habe ich genau aufgepasst, die hatten gebrauchte Werkzeugmaschinen von bankrotten Unternehmen billig aufgekauft, wieder aufgemöbelt und teuer verkauft! Ein Prinzip, das ich in meinem vierzehntägigen „Praktikum“ voll kapiert hatte und das mich rund fünzehn Jahre später zum erfolgreichen Unternehmer werden ließ. Vom 3. Juli 1967 bis zum 29. September 1967 habe ich noch bei der US-Armee als Maler in den Mannheimer US-Kasernen gearbeitet. Dabei bin ich auch der englischen Sprache etwas näher gekommen. Meine letzte auf der Steuerkarte vermerkte angemeldete Tätigkeit war vom 25. Juli 1968 bis zum 19. September 1968 bei einem „Spannbetonwerk“ als Hilfsarbeiter. Dann war Pause bis Mitte 1970, wo ich als Fahrer bei einem Zeitschriften-Grossisten noch einmal über achtzehn Monate mein Unwesen trieb.

Arbeitslosengeld?

So trat ich im Laufe der Zeit bei achtzehn Arbeitsstellen an und habe so ein nachhaltiges Praktikum absolviert. Ergebnis: Mit mir nicht! Ich ging zum Arbeitsamt und wollte Arbeitslosenunterstützung. Die, geradezu empört, schickten mich an alle achtzehn Arbeitsplätze, um mir bestätigen zu lassen, dass ich da wirklich gearbeitet hätte. Unmöglich diese Unterlagen beizubringen, weil wohl einige  Chefs nicht gut auf mich zu sprechen waren und diesem Stress wollte ich mich nicht achtzehnmal aussetzen! Ich erkannte: Arbeiten gehen ist nur Stress und du bist und bleibst der Dumme, während es die „Chefs“ sich auf deine Kosten gut gehen lassen. Der Staat pfeift dir auch was, du musst also selbst Chef werden. Arbeiten gehen interessierte mich nicht mehr und ich ging mehr und mehr darin auf, Clubpräsident zu sein und mir vorzustellen, dass ich irgendwann die große Erfindung machen und schon noch reich und Unternehmer werden würde …

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 03/2018

 
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