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Politik gegen Rocker Erinnert ihr euch an das „Sicherheits­paket II“? Das war ein Paket von Antiterror-Gesetzen, die sich nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ziemlich leicht durchpeitschen ließen. Niemand wagte es, dagegen zu protestieren. Es sollte …
Checkpoint Januar 2014

Politik gegen Rocker


Erinnert ihr euch an das „Sicherheits­paket II“? Das war ein Paket von Antiterror-Gesetzen, die sich nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ziemlich leicht durchpeitschen ließen. Niemand wagte es, dagegen zu protestieren. Es sollte ja einer guten Sache dienen, so wie die Rauchverbote und die Winterreifenpflicht für Motorräder.
Im Zuge dieses Sicherheitspakets II erfolgte auch eine Verschärfung des Vereinsrechtes, die es erleichtern sollte, die Abzeichen von verbotenen Vereinigungen zu verbieten. Nicht ganz zufällig wurde es so möglich, das Abzeichen der Hells Angels für ein paar Jahre bundesweit verschwinden zu lassen. Deshalb sprach man in diesem Fall auch von einer „Lex Hells Angels“, einem Gesetz also, das speziell gegen die Hells Angels maßgeschneidert war. Denn welcher Terrorist trägt schon ein großformatiges Abzeichen in leuchtenden Farben auf dem Rücken?
Terrorismus ist ein Popanz. Der kluge Philosoph Peter Sloterdijk hat ihn mal als „bewaffneten Minderwertigkeitskomplex“ bezeichnet. Der verursacht nur deshalb so viel Schrecken, weil die Medien mitspielen und aus jedem Anschlag den Rummel machen, den der übersättigte Bürger in seinem Sessel geboten bekommen will. Es mag zynisch klingen, aber es ist so: Noch keine hochgegangene Bombe hat unsere Demokratie wirklich gefährdet, wohl aber die Maßnahmen, die in der jeweils folgenden Hysterie ergriffen wurden.

Ich langweile euch mit diesen Überlegungen, weil unsere Rocker seit ein paar Jahren zu eben so einem Popanz aufgeblasen werden. Damit bedienen sie eine Menge bürgerlicher Ängste, Wünsche und Phantasien. Aber selbst, wenn die Rocker uns wirklich die Nutten und die Drogen besorgen würden, wäre die Demokratie längst nicht gefährdet. Stattdessen würden nur Bedürfnisse befriedigt, über die niemand öffentlich zu reden wagt.
Und diese Bedürfnisse haben auch die Politiker, die uns den obenstehenden Passus auf Seite 145 im Koalitionsvertrag beschert hatten. Nicht zuletzt ein bundesweites Verbot von Abzeichen wäre mit seiner Umsetzung wieder möglich.
Nun sind Koalitionsverträge nichts anderes als Absichtserklärungen. Wahlversprechen also, die bekanntlich nicht unbedingt eingehalten werden. Aber dieser Rocker-Passus kündet von einer längst über alle Parteigrenzen hinaus
Michael Ahlsdorf herrschenden Geisteshaltung, in der es immer Punkte bringt, auf Rocker einzudreschen.
Diese BIKERS NEWS geht in den Druck, bevor die Abstimmung der SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag erfolgt ist. Das ist egal, denn es wird nicht zu erwarten sein, dass der Rocker-Passus des Koalitionsvertrages zur Debatte steht. Er dürfte auch für jede andere denkbare Koalition erhalten bleiben. Weil Rocker die Popanze sind, gegen deren Ächtung und Verfolgung niemand protestiert.
Doch. Mit uns erklingt zwar nur die Stimme eines Predigers in der Wüste, aber wir protestieren. Damit sind wir nicht nur gegen Verbote und Gesetzesverschärfungen, wir sind vor allem für den Erhalt einer Subkultur und ihrer Embleme. Nicht, weil es uns um den Verkauf unserer BIKERS NEWS geht, sondern weil es uns um die Vielfalt in unserer Szene geht und um die Vielfalt in unserer Demokratie.

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