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Shitstorm Klatsch und Tratsch würzen die Gerüchte­küche unserer Rocker-Szene – manchmal bis sie ungenießbar wird. Facebook und Internet dienen als fragwürdige Geschmacksbeschleuniger. Was dann aus dem Backofen kommt, …
Checkpoint

Shitstorm

Klatsch und Tratsch würzen die Gerüchte­küche unserer Rocker-Szene –
 manchmal bis sie ungenießbar wird. Facebook und Internet dienen als fragwürdige Geschmacksbeschleuniger. Was dann aus dem Backofen kommt, nannte man früher „Rufmord“, heute folgt als Sättigungsbeilage der „Shitstorm“.

Auch unsere Clubnachrichten wurden schon immer für die Unsitte des Rufmords missbraucht, weil wir bei über 500 Inseraten pro Ausgabe nun wirklich nicht in der Lage sind, zu jeder einzelnen Meldung auch noch das betreffende Hinterzimmer des Clubhauses abzuchecken. Aber was in den neuen Medien läuft, ist noch viel schlimmer. Wir sollten endlich lernen, mit deren unzähligen Verlautbarungen kritischer umzugehen: Was ein Mann sagt, wird nicht wahrer, wenn er es in Facebook oder im Internet sagt.

Wir lassen in dieser BIKERS NEWS gleich zweimal Menschen zu Wort kommen, die sich als Opfer dieser Gerüchteküchen sehen: Die Limited Booze Boys kamen in den Ruf, eine Nazi-Band zu sein, weil eine Internet-Plattform sie als solche verkauft hatte. Wie Scheiße am Schuh haftet ihnen seitdem dieser Ruf an. Sie mussten sich an uns wenden, um gewisse Dinge klarzustellen.

Ähnlich verhält es sich mit dem in Deutschland noch recht jungen Rock Machine MC. Es wäre nicht das erste Mal, wenn das Internet für einen MC nicht nur den Geburtshelfer, sondern auch den Totengräber spielt, weil seine Member sich auf je verschiedenen Internetseiten gegenseitig ins Bad Standing stellen. Was davon zeugt, wie unsere Realität sich in eine fragwürdige Virtualität verschiebt.

Michael Ahlsdorf
Jüngst fragten uns die Member eines Clubs, ob sie ihr Colour nun auch auf der Straße tragen dürften – in Facebook hätten sie es schon vorgestellt … Haben wir vergessen, woher wir kommen, und wo wir uns eigentlich bewegen sollten? Als Bernd Gneithing noch der erste Mann für Harley-Davidson in Deutschland war, ließ er sich zu der Bemerkung hinreißen: „Fuck Facebook. Das wahre Leben findet auf der Straße statt.“ Das ist nun wirklich eine Wahrheit,
die ich unterschreibe.

Apropros Harley-Davidson: Wo blieb eigentlich der Aufschrei aller Puristen, nachdem wir in der letzten BIKERS NEWS den wassergekühlten Twin Cam-Motor vorgestellt hatten? Sind die letzten Lederärsche nach all den Ausgleichswellen, Einspritzanlagen und Soundmanagement-Systemen schon weichgespült?
Wie ihr da oben seht, haben wir diese neue Harley nun auch in Deutschland gefahren. Mein persönliches Urteil habe ich im Sattel dieser Maschine gefällt und nicht am Smartphone in Facebook. Es lautet ziemlich einfach: Die leicht zu öffnenden Koffer und die Hinterlüftung der Frontscheibe sind spürbarere Neuerungen als der Motor mit seiner dezenten Kopfkühlung. Und über eine Kopfkühlung sollten auch wir nachdenken, bevor wir der nächsten Meldung Glauben schenken, die irgendwo im Internet die Gemüter erhitzt.
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