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Wenn Rocker Gutes tun
 
Zahllose Rocker und ganze MCs engagieren sich für gute Zwecke. Doch nur wenige tun das so konsequent wie der US-Amerikaner Sam Childers. Dabei war er in einem früheren Leben kriminell und dealte nach eigenen Aussagen nicht mit „ein paar Pfund“, sondern mit „ganzen Wagenladungen“ – gleichzeitig war er selbst einer seiner besten Kunden.

Doch Anfang der Neunziger bekannte sich Childers in einer Massenevangelisation zum christlichen Glauben. Der half ihm nicht nur, sich selbst zu helfen – er versteht ihn bis heute auch als Auftrag, andere zu unterstützen. Nachdem er 1998 im Rahmen eines Hilfsprojekts zum ersten Mal den Sudan besucht und das Elend des Bürgerkrieges hautnah miterlebt hatte, widmete er sein Leben Waisenkindern in Afrika. Dafür erhielt er 2013 als bislang einziger Amerikaner den Mutter-Teresa-Preis und auch Hollywood hat seine Story längst verfilmt. Doch weil er und seine Sicherheitsfirma auch Waffen einsetzen, ist der „Machine Gun Preacher“ alles andere als unumstritten.

Dass er auch streitbar ist und sich kritischen Fragen stellt, hat er im Gespräch mit BIKERS NEWS bewiesen. Als er sich kürzlich auf Deutschlandtour befand, um Spenden für sein Projekt „Angels of East Africa“ zu sammeln, nutzten wir die Gelegenheit für ein Interview. Dort stellten wir ihm nicht nur eine der ältesten Fragen der Theologie, nämlich wie das Elend der Welt mit der Vorstellung eines allmächtigen und guten Gottes zu vereinbaren ist, sondern sprachen auch über Bodenständiges aus der Welt der Biker. In der Story ab Seite 10 erfahrt ihr deswegen auch, dass Childers entgegen mancher Gerüchte nie Mitglied eines großen Clubs gewesen ist.

Doch auch hierzulande tun Rocker Gutes. So setzt sich eine Gruppe engagierter Biker seit 2015 in Bremen und Oldenburg für Obdachlose ein. Anfang April setzte die Initiative mit einer Solidaritätsausfahrt erneut ein sichtbares Zeichen. Auch darüber berichten wir in dieser Ausgabe.

Dass die Charity-Projekte der Bikerszene anderswo kaum thematisiert werden, ist allerdings keine bösartige Verschwörung der Medienmacher. Vielmehr sind engagierte Rocker keine Geschichte, die sich verkaufen lässt; sie entsprechen einfach nicht dem Image, das auch ein Teil der Szene selbst gerne pflegt. Dazu zählt BIKERS-NEWS-Chefreporter Ahlsdorf, der in seiner Kolumne am Ende des Heftes argumentiert, Wohltätigkeit diene immer nur der Eitelkeit des Wohltäters. So what? Gerade dieser überzeugte Hegel-Fan sollte eigentlich um die List der Vernunft wissen. Die bedient sich nämlich manchmal auch niederer Triebe wie Eigennutz und Eitelkeit, um letztendlich ein höheres, eben vernünftiges Ziel zu verwirklichen – im Klartext: Den Kindern in Afrika und den Obdachlosen in Norddeutschland ist es scheißegal, wer ihnen hilft und warum. Nur uns ist es nicht egal – weil es Rocker sind. Schließlich sind wir BIKERS NEWS.

Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
 
Artikel aus der Ausgabe: 5/18
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