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Jubiläum, Jubiläum, Jubiläum. Hat man in unserer Szene sonst nichts mehr zu sagen? Ahlsdorf behält auch über das Jubiläum des Films „Easy Rider“
Hand aufs Herz: Wer hat den Film „Easy Rider“ in seiner ganzen Länge durchgehalten? Das schafft keiner wirklich. Die nicht enden wollende Szene des Horrortrips auf dem Friedhof habe ich immer überspult, nur beim ersten Mal im Kino war ich gezwungen, sie durchgängig zu sehen. Oder hatte ich mich da schon aufs Klo gemogelt? Der Film „Easy Rider“ hatte seine Premiere am 8. Mai 1969 auf den Filmfestspielen von Cannes. Wir feiern also in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Jubiläum. Anlass für einen weiteren Artikel in der BIKERS NEWS? Nein, haben wir beschlossen. Vor allem deshalb, weil wir mit Jubiläen aller Art gelinde gesagt zugeschissen sind.

Unsere Clubs feiern zwei, drei, vier und auch schon fünf Jahrzehnte, wofür wir ihnen unseren Respekt schulden. Aus den launischen Ideen Halbstarker wurden tatsächlich stabile Bruderschaften, die manchen ihrer Member seit einem halben Jahrhundert eine Heimat geben. Aber wie traurig ist es um eine Szene bestellt, der inzwischen nichts anderes mehr einfällt, als diesen Sachverhalt alle zehn Jahre unter immergleichen Lobpreisungen zu wiederholen? Es scheint, als hätten wir sonst nichts mehr zu sagen. Darum verliere ich jetzt mal kein Wort darüber, dass diese BIKERS NEWS die Nummer 444 ist, und dass wir in diesem Jahr 40 Jahre alt werden. Was wiederum über Easy Rider gesagt werden muss, haben wir längst schon anlässlich der zwanzig-, dreißig- und vierzigjährigen Jubiläen gesagt. Und mein Buch „Alles über Rocker“ widmet den Bikes dieses Films sowieso ein eigenes Kapitel.

Über Neger und Migranten
Okay, diese Bikes sind wirklich rollende Monumente, hinter denen sich auch noch subtile und doppelbödige Botschaften verbergen: Harley-Davidson wollte das Filmprojekt nicht sponsern. Also mussten ehemalige Polizeimotorräder als Basis für den Umbau herhalten. Das ist ironisch genug, wenn ausgerechnet Behördenkräder ein derart subversives Ende nehmen. Und diese Bikes wurden dann auch noch von schwarzen Customizern umgebaut. Ja, von Negern, denen die Aufnahme in manche weiße Bruderschaft unserer jahrzehntealten Szene noch immer verwehrt bleibt.

Gelegenheit, mal wieder über unsere Migranten nachzudenken. Ich schweife ab, um die Frage in den Raum zu stellen, welche unserer Clubs sie integrieren und was wiederum daran ironisch ist. Die Antwort spare ich mir lieber, denn unsere Faustformel lautet: In der BIKERS NEWS einmal „Migrant“ aussprechen, kostet uns ein Dutzend Abo-Kündigungen. Deshalb jetzt nur noch ein letztes Mal, sonst gehen wir pleite: Migrant! So.

Der bessere Rockerfilm
Es ist wesentlich den Bikes geschuldet, wenn unsere deutschen Rocker noch immer erzählen, dass es der Film „Easy Rider“ gewesen sei, der sie dazu bewegte, Rocker zu werden. Dabei handelt es sich bei Easy Rider doch um einen Hippie-Film – und nicht um einen Film über Rocker. Unsere Rocker hätten lieber „The Wild Angels“ sehen sollen, einen Film, der schon 1966, drei Jahre vor Easy Rider, in den Kinos lief. Dieser Film transportierte eine verständlichere Botschaft, erzählte er doch in eindringlichen Bildern, welchen Trümmerhaufen Rocker hinterlassen, wenn sie sich an ihrer eigenen Macht besaufen: Nach einer Orgie von Drogen und Gewalt schaffen sie es nicht mal, ihren eigenen verstorbenen Bruder ordentlich unter die Erde zu bringen. Sein Sarg bleibt neben dem offenen Grab liegen. So die Schlusseinstellung dieses viel bedeutenderen Filmes.

Schluss mit meinem Genörgel. Auch Biker haben Träume und so bediente uns Easy Rider wenigstens mit dem schöneren Traum – bis auf diesen dramatischen Schluss mit der in Brand geschossenen Harley und, klar, den Horrortrip auf dem Friedhof.

 
Artikel aus der Ausgabe: 3/19
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