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Auf der Daytona Bike Week lagen auch im Jahr 2015 massig Kondome rum. Unser Evoluzzer erklärt euch, warum
Es sind die plattgelatschten Kondome, die der Daytona Bike Week eine Farbe geben. In der Sonne schimmert das 60.000-Seelen-Kaff wie Schneematsch oder Zuckerguss. Eine Woche vorher findet am Daytona Beach nämlich immer das „Spring Break“ statt, ein kollektives Abschlusstreffen amerikanischer Schüler. Horden von jungen Männern penetrieren dann ungehemmt in alle Öffnungen. Da können wir nicht mehr mithalten, deshalb kommen wir eine Woche später. Der gemeine Motorradfahrer tummelt sich dann im ausgerufenen Mekka der Biker. Er trifft Kumpels, belächelt die uncooleren Biker und ärgert sich beim Anblick der verbrauchten Bikerbräute, dass er nich doch ’ne Woche früher gekommen ist.

Hurra, die Daytona Bike Week wird 78! Aber sie feiert erst ihren 74. Geburtstag, denn die Party musste ’n paar Mal ausfallen. Ein kleiner Österreicher hielt kurz die Welt in Atem und terrorisierte Europa. Die Mutter aller Bike Weeks schickte ihre Söhne in den Krieg. Mit ihnen einen Schwung Motorräder, Hausmarke versteht sich. Wieder zurückgekehrt, feiert man in Daytona Beach seit Jahrzehnten den Frühling, die Sonne, die Races, die Weiber, die Karren und am liebsten sich selbst. Auf der Bike Week kommen sie dann alle zusammen. Da kannze dann Dinger bestaunen, die kennste sonst nur aus der BIKERS NEWS. Joghurtbecher mit Schwingen so lang wie ’ne Wasserwaage und Ketten so lang, da könntest du dir ’n Kettenhemd draus stricken. Aufwändigst lackiert und bis inne Ecken poliert. Die sind so lang, wenne damit inne Eifel fahren willst, musst du dir vorher ’n Rückwärtsgang einbauen.

Und dann die kreischenden Zwiebacksägen mit Kronkorkenhub, eingepackt in Tupperware, sie hupen beim Rückwärtsrollen und können nicht im rechten Winkel abbiegen. Logisch, denn Bikes mit dem Wendekreis eines Braunkohlebaggers lassen sich sehr schlecht mit den Knien inne Kurven drücken. Bunter als die Strategen is nur die Bundesgartenschau. Aber auch die haben die gleiche Lebensberechtigung wie unsereiner in ölverschmierten Jeans und abgeschubberten CATs. Chrom und Lack sind uns nich ganz so wichtig. Klar, die Enkel und Urenkel der im Krieg zerschossenen, geschundenen oder einfach nur liegengebliebenen Karren bevölkern das kleine verträumte Städtchen Daytona wie Heuschrecken. Wenne ma die Bilder von der Bike Week kuxt, so fällt dir rasch auf, dass Harleys doch tatsächlich überwiegen. Vermutlich in erster Linie aus dem Grund, weilse eben Hausmarke sind. Sicher auch, weil sich inzwischen herumgesprochen hat, dat die mutmaßlich überholte Technik wohl doch nich so anfällig is, wie die, die keine haben, gern verbreiten. Der Grund, warum viele alte Harleys dauernd im Arsch sind, is so naheliegend wie nachvollziehbar: Über Jahrzehnte hinweg haben sich einfach zu viele ungeschickte Hände an ihnen versucht.

Dat isset doch, waddet ausmacht: Karren gucken, Leute bestaunen, Karren auslachen und über Leute herziehen. Während der eine sich nach dem Burnout die Gummifrummels vom Kittel pult, kämmt der andere seine Fransen an Taschen, Jacke, Bux und Lenkerhebel. Güldene Adler greifen nicht minder güldene Schlangen vor verchromtem Hintergrund auf Derby-, Point-, Clutch- und Inspection-Covers. Die Daytona Bike Week ist bunt gemischt mit Weekendwarriors und Wannabes. Ach ja, auch richtige Rocker gibt es da. Die erkennt man aber nich auf den ersten Blick. Weil in dortigen hiesigen Etablissements oft Color-Verbote ausgesprochen sind, lassen die gesetzlosen Lümmel ihre Joppen lieber gleich zuhause. Man nimmt’s gelassen hin, es hilft ja auch nix. Anders als bei uns rennt dort niemand deswegen zum Anwalt. How auch ever … die Daytona Bike Week is die apokalyptische Bikersause des blauen Planeten. Unkaputtbar zeigt sie die Trends, denen wir in der alten Welt in naher Zukunft wieder hinterherjagen werden. Mann, ich hab echt Bock drauf, da ma hin zu fahn. Aber rechtzeitig natürlich. Und wenn die Biker kommen? Na ja, dann kann ich mich immer noch verpissen. Das Leben is schön in Daytona. Aber hier bei uns auch. Denn alle labern den gleichen Mist. Bis näxte Mal.

Warum nach Daytona fahren? Glück und Freiheit findet ihr auch in der fränkischen Schweiz
So ein Bike könnte auch in Daytona stehen. Wir haben es aber in der fränkischen Schweiz fotografiert. Da findet ihr eben auch ’ne Menge Freiheit

Zuerst veröffentlict in BIKERS NEWS 05/2015
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