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Der Demonic Heads MC feierte sein vierzigjähriges Bestehen
Noch immer versteht sich der Demonic Heads MC als verschworene Gemeinschaft gleichgesinnter Männer, auch wenn aufgrund der Altersstruktur die Familien heute eine wichtige Rolle spielen.

Mittlerweile befinden sich die Demonics in der zweiten Generation – und an der dritten wird bereits fleißig gebastelt. Presi Harald, Vice Stefan und Secretary Brösel gaben uns mit den Vorstandsmembern Herby, Rainer und Benny einen Einblick in den Werdegang der Demonic Heads.

Zuest veröffentlicht in BIKERS NEWS 10/2017

BN: Ihr seid schon immer unter den Farben des Demonic Heads gefahren. Wie habt ihr euch gefunden?
Harald: Wir trafen uns regelmäßig in der einschlägigen Dorfkneipe in Heiligenhaus zum Biertrinken, vorzugsweise aus Suppen­kellen. Gründungsmember Chopper und sechs weitere Kumpels fuhren schon Bikes über fünfzig Kubik, während der Rest noch zum Fußvolk gehörte. Im Herbst 1976 fiel die Entscheidung, einen Motorradclub zu gründen, worauf die Fußgänger schnell den Führerschein absolvierten und sich ebenfalls Karren über fünfzig Kubik zulegten. Die offizielle Gründung erfolgte im Frühjahr 1977. Dann trafen wir uns im Heiligenhauser Jugendzentrum zu geregelten Terminen.

Wie ist euer Colour entstanden?
Stefan: Ein grafisch begabter Berufsschulkollege hat den ersten Entwurf gezeichnet, mit vielen Schlangenköpfen und diversen Raubtieren. Für ein Colour war das ungeeignet, also wurde es auf ein eindeutiges, einprägsames Motiv reduziert, den Dämonenkopf. Unser Name folgte auf das Colour.

Mittlerweile besitzt ihr ein schönes Clubhaus. Das war nicht immer so.
Herby: In Heiligenhaus ließ sich trotz intensiver Suche leider nichts finden. Da ergab sich 1979 die Chance, in Ratingen vom Bauern Budde einen alten Rübenkeller mit Lehm­boden zu mieten. Der wurde dann in schweißtreibender Eigenleistung umgebaut. Eigentlich renovierten wir alles vom Boden bis zur Decke, bis ein vernünftiges Domizil entstanden war. Zuerst ein fester, begehbarer Estrich, dann stand Wändeziehen an, um den Sanitär- und Partybereich abzutrennen; und natürlich musste die ganze Elektrik verlegt werden. Hier residierten wir 28 Jahre, bis wir auch die Scheune obendrüber übernehmen konnten. Die folgenden zehn Jahre waren vom Umbau der „Kult-Ur-Scheune“ geprägt; und das alles ohne Bauzeichnung, eben so Pi mal Daumen – und siehe da: Es hat alles gepasst. Das alte Clubhaus nutzen wir noch als Winterquartier, da sich die Scheune nicht heizen lässt.

In der warmen Jahreszeit bietet der Club jeden Sonntag zwischen 10 und 13 Uhr ein Bikerfrühstück. Jeder Gast packt so viel Geld in die Kasse, wie er für angemessen hält

In so einem Clubhaus finden doch mit Sicher­heit einige Veranstaltungen statt …
Benny: Na klar, selbstredend. Da haben wir zahlreiche gutbesuchte Events in petto: das Treffen der europäischen Jack-Daniels-Fangemeinde, der Bayernabend für die Nachbarschaft, gelegentlich Tanz in den Mai, eine jährliche Ausfahrt mit anschließendem Grillabend für Tschernobylkinder, jeden Sonntagmorgen in der Saison Bikerfrühstück vom Feinsten und natürlich die jährliche Sommerparty.

Bewegt ihr euch auch selbst in der Szene oder seid ihr vorrangig nur Gastgeber?
Benny: Natürlich sind wir auch unterwegs. Wir besuchen einige Partys von befreundeten Clubs in unserem näheren Umfeld, aber auch weiter entfernte MCs von der Eifel bis zur Ostsee. Über Pfingsten findet immer unsere Clubfahrt nur für Member statt. Da steuern wir jedes Jahr ein anderes Ziel an.

Euer Vorstand besteht aus drei Membern mit festen Ämtern und vier Membern ohne feste Positionen. Was sind deren Aufgaben?
Harald: Alle organisatorischen Aufgaben, die um und mit den Clubaktivitäten und dem Clubhaus zu tun haben. Da das Aufgaben­gebiet so umfangreich ist, bilden sie die flexible Einsatztruppe.

Führt der Demonic Heads MC weitere Chapter?
Harald: Nein, nicht mehr, aber wir hatten drei. Das erste Chapter entstand in Dinslaken. Das funktionierte auch einigermaßen und hielt sich zehn lange Jahre. Ende der Achtziger kamen ein zweites im Saarland und ein drittes an der Mosel hinzu. Doch aus Zeitgründen lösten wir die Chapter nach zwei Jahren wieder auf. Durch eine Verschiebung der Interessen trennten wir, das Motherchapter, uns letztendlich auch von Dinslaken.

Verfügt euer Club über Supporter?
Brösel: Direkte Supporter gibt es in unserm Club nicht. Um unsere innere Clubstruktur gliedert sich aber ein großer Freundes- und Unterstützerkreis, also von Leuten, die immer gerne im Clubhaus und bei gemeinsamen Unternehmungen gesehen sind. Jeder hilft jedem, Hilfsbereitschaft und Einstehen füreinander sind Grundpfeiler unser Gemeinschaft.

Bei den Demonics gibt es keine Winterpause, es wird durchgefahren. Ein traditionelles Ziel an Heiligabend ist der Motorradtreffpunkt Haus Scheppen in Essen

Wie steht es mit eurem Nachwuchs?
Brösel: Wir haben unregelmäßig Nachfragen von Interessenten, die gerne mitspielen würden. Die durchlaufen dann die übliche Hänge- und Probezeit, die in der Regel ein Jahr dauert. Zurzeit haben wir zwei Prospects. Außerdem fährt in unseren Reihen schon die zweite Generation. Wie zum Beispiel Rainer, der Sohn eines altgedienten Ex-Members, und Benny, der Sohn vom Presi. Beide sind im Club aufgewachsen, aber auch ihnen blieb die Probezeit nicht erspart.

Vollzieht ihr noch das Ritual der Kuttentaufe?
Herby: Früher waren Kuttentaufen von der härtesten Gangart angesagt. Das Ritual schlief dann mit der Zeit ein. Doch inzwischen denken wir wieder über die Einführung dieses schönen alten Brauches nach.

Besteht bei euch eine Markenpflicht?
Herby: Nein, wir fahren hier alles vom alten AME-Chopper bis zum MZ-Gespann. Doch der Trend geht eindeutig zur Harley, weil es einfach ein geiles Moped ist.

Wie sieht es mit den sogenannten Fuß­gängern in euren Reihen aus?
Rainer: Karre unterm Arsch ist Pflicht! Die Voraussetzungen für eine Memberschaft sind ein gültiger Führerschein und ein Motorrad über 250 Kubik. Allerdings würde niemand aus dem Club ausgeschlossen, der aus gesundheitlichen Gründen kein Bike mehr fahren könnte. Was bei uns bislang glücklicherweise noch nicht der Fall ist, obwohl alle Altersklassen vertreten sind.

Wie gestalten sich die Beziehungen zu Clubs in eurer Nachbarschaft?
Harald: Weitgehend unproblematisch, da zu vielen MCs freundschaftliche Verbindungen bestehen. Wir sind ein Teil der „Euregio“, einer Präsidentenversammlung im Raum Niederrhein, wo es um die Absprache von Partyterminen geht. Darüber hinaus gehören wir zum Ruhrpottverband, auch hier geht es hauptsächlich um Partyterminierung, um Überschneidungen zu verhindern. Wir planen regelmäßig eine öffentliche Party, die nächste findet 2018 statt.

Habt ihr so was wie eine Clubphilosophie?
Harald: Ich könnte dich jetzt mit den üblichen Floskeln zutexten. Wir schreiben uns nichts auf die Fahne, sondern versuchen es zu leben – und das funktioniert jetzt schon seit 40 Jahren recht gut.
 



Die Jubiläumsparty

Schon am Freitagmittag reisten die ersten Gäste an. Zum Warm-up am Abend füllte sich das Partygelände mächtig und auch der Campground war bereits stark besiedelt. So konnten die Demonics schon am ersten Partytag ein volles Haus verbuchen. Auf die Übernachtungsgäste wartete ein kostenloses, zünftiges Bikerfrühstück mit Rührei und Speck. Gut gestärkt traten die Biker danach zur einstündigen gemütlichen Ausfahrt durch das Bergische Land an, die in der Regenpause absolviert wurde – trotz heftiger Wolkenbrüche waren erstaunlich viele Gäste auf ihren Krädern angereist. Wieder auf dem Platz angekommen, warteten die Frauen des Demonic Heads MC mit Selbstgebackenem auf. Etwas Süßes kam gerade recht, bevor der beliebte Contest im Schweineaugen-Weitspucken startete. Wer nicht spucken wollte, hatte die Möglichkeit, sich im Motorenweitwurf zu beweisen. Der wurde aufgrund eines erneuten Regengusses allerdings eine ziemlich schlammige Angelegenheit. Die Kids hatten dagegen auf der obligatorischen Hüpfburg ihren Spaß. Gegen Abend kamen die Gäste erneut in Scharen und zur besten Sendezeit war erneut Full House. Da galt es viele Hände zu schütteln und etliche Geschenke entgegenzunehmen. Für die musikalische Unterhaltung sorgten zwei Coverbands aus der Region. „Acoustic Outlaws“ aus Dortmund und „Wild“ aus Düsseldorf heizten dem Publikum rocktechnisch kräftig ein. Topless-Bedienung und Striptease beendeten zur jugendfreien Stunde das Abendprogramm. Schnapsbar und Bierstand gegen trockene Kehlen und selbst zubereitetes Gyros mit Tzatziki und Krautsalat sowie leckeres Grillgut gegen den leeren Magen rundeten die gelungene Jubiläumsparty ab.
Obwohl ein reichlicher Vorrat an Flüssigem bestand, hatten die zahlreichen Gäste den Vorrat leer gesoffen. Da musste noch vor der Happy Hour der Getränkenotdienst Bierfässer nachliefern. Die Dämonenköpfe hatten dagegen einstimmig beschlossen, vom Prospect bis zum Presi auf Alkohol zu verzichten. Nur so behält man bei so einem großen Ansturm den Überblick.   
 

Demonic Heads
Meiersberger Straße 46
40882 Ratingen

secretary@demonic-heads.de
www.demonic-heads.de

Open House: Unregelmäßig; siehe Website

Wer noch mehr über den Club erfahren möchte, kann sich auf der Website kostenlos eine 110 Seiten fette Broschüre herunterladen – Anekdoten und Details über das Clubleben satt.


 
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