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Auf dem diesjährigen Honour Run feierten die deutschen Army Vets auch ihr zwanzigjähriges Jubiläum
Der Honour Run ist nur der Auftakt. Denn der Army Vets MC Germany feiert das diesjährige zwanzigste Jubiläum mit insgesamt drei Veranstaltungen. Nach dem Run vom 13. Juli zu Ehren gefallener Soldaten folgte Anfang August eine Sommerparty im Clubhaus Süd im baden-württembergischen Eschbach – und am 14. September trifft man sich dann im Clubhaus Nord in Gütersloh zur Sniper Competition. Für ihren elften Honour Run hatten die Member eine Location in Emmerich am Rhein angemietet. Wie in den Jahren zuvor, war der Run auch dieses Mal eine Charityveranstaltung: Der gesamte Erlös kommt dem „Bund Deutscher Einsatzveteranen“ und der britischen „Commonwealth War Graves Commission“ zugute.

Kanadische Veteranen (Canadian War Cemetery)
Kanadische Veteranen (Canadian War Cemetery)


Pit (Sergeant at Arms North) oblag die Organisation des Runs. Er hat seinen Job gut gemacht: Pünktlich um zwölf Uhr setzt sich der Konvoi bei schönstem Sonnenschein in Bewegung. Rund zweihundert Bikes schlängeln sich über niederrheinische Landstraßen durch idyllische Dörfer, Felder, Wälder und vorbei an Grachten zum „Canadian War Cemetery“ im holländischen Groesbeek. Mit dabei sind auch andere Veteranenclubs aus dem In- und Ausland sowie befreundete MCs, MFs und Free Biker. Nach vierstündiger Fahrt ist das Ziel erreicht – und erst mal eine kleine Stärkung fällig: Bockwurstschnappen aus der Feldküche, zum Durstlöschen natürlich alkoholfreie Getränke. So gestärkt gehen die Vets dann zum offiziellen Teil über, der Kranzniederlegung mit anschließender Schweigeminute im Gedenken an die gefallenen kanadischen Soldaten. Die Zeremonie auf dem gepflegten Friedhof, der eher einer Parkanlage gleicht, wird von Olly (Presi North und National Vice) auf dem Dudelsack begleitet. Eine Tradition, die der Club vom schottischen Militär übernommen hat. Olly, der sich das Spielen selbst beibrachte, stimmt den Klassiker „Going Home“ nach dem Largo aus Dvořáks Sinfonie „Aus der neuen Welt“ an.

Die zweite Etappe führt zurück über die Grenze und zur Kriegsgräberstätte Donsbrüggen, die sich in einem maroden Zustand befindet und so eine morbide Stimmung verbreitet. Passend zum Ambiente schieben sich auch schon dunkle Wolken vor die Sonne. In der Gruft für die gefallenen deutschen Soldaten legen die Army Vets einen Kranz nieder. Dann folgt die obligatorische Schweigeminute. Erneut wird die Zeremonie von den eindrucksvollen Tönen des Dudelsackes abgerundet, aus dem dieses Mal „Ich Hatt’ Einen Kameraden“ ertönt.

Der Army Vets MC Germany vor der Gruft der gefallenen deutschen Soldaten auf dem Ehrenfriedhof Donsbrügger HeideDer Army Vets MC Germany vor der Gruft der gefallenen deutschen Soldaten auf dem Ehrenfriedhof Donsbrügger Heide

Die Waffenbrüder rücken eng zusammen, um in Ehre und Stolz ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken
Die Waffenbrüder rücken eng zusammen, um in Ehre und Stolz ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken


Der dritte und letzte Stopp ist der britische „Reichswald War Cemetery“ bei Kleve. Der größte Kriegsgräberfriedhof des Commonwealth in Deutschland gleicht dem Vorgarten von Schloss Versailles. Nachdem auch hier den gefallenen Soldaten die Ehre erwiesen wurde und „Abide With Me“ aus dem Dudelsack erklungen war, folgt noch ein ganz besonderer Höhepunkt: Die Army Vets haben eine Sängerin engagiert, die sich selbst auf der Gitarre begleitet und gekonnt die Hymne „Halleluja“ von Leonard Cohen interpretiert. Bei diesen eindrucksvollen Klängen rücken die Waffenbrüder eng zusammen, um in Ehre und Stolz ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken.

Nach dieser beeindruckenden Darbietung kommen die Vets zu den Belangen in eigener Sache. Zuerst hält National Presi Chris eine flammende Rede über die Politik der kleinen Nadelstiche, danach wird Schnippel für fünfzehn Jahre Memberschaft geehrt. Eine ganz besondere Überraschung wartet jedoch auf Supporter Markus, denn extra für ihn haben die Vets zum ersten Mal seit ihrer Gründung die Statuten geändert. Die Satzung sah ursprünglich vor, dass nur Member werden kann, wer in einer regulären Armee des Nato-Bündnisses dient oder gedient hat und ehrenhaft entlassen wurde sowie ein Motorrad über 500 Kubik fährt. Doch da Soldaten im aktiven Dienst zu Schaden kommen können, lautet die neue Regel nun: Wer im Einsatz verwundet wurde, deswegen unter einer Behinderung leidet und ein Trike fahren muss, kann ebenfalls Member werden. Und so wird Supporter Markus auf der Jubiläumsfeier in den Prospectstatus erhoben.

Nachdem alle Zeremonien und Ehrungen erfolgreich über die Bühne gegangen sind, macht sich unter den Teilnehmern erheblicher Bierdurst bemerkbar. Hinzu kommt, dass extrem dunkle Regenwolken am Himmel aufziehen.
Schon nach einigen Kilometern setzt der gemeine Landregen ein. Gerade trocken gefahren, ergießt sich auch schon ein neuer Wolkenbruch über den Konvoi. Doch am Ende landen alle unfallfrei auf dem Partygelände; auch dank des sportlichen Einsatzes vom DRK, dessen Jungs souverän den Job der Roadblocker übernehmen. Gut durchgewässert, aber endlich am Platz angekommen, gilt es zuerst, sich trockenzulegen, um dann bei Livemusik, leckerem Grillgut mit diversen Salaten sowie kleinen und großen Getränken den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
 
History
Der Army Vets MC Germany gründete sich 1999. Die Bulldogge im Mittelteil des Colours war das Wappentier der SFOR, der NATO-Schutztruppe für Bosnien und Herzegowina. Die Farben Schwarz-Rot-Gold zeugen von der nationalen Verbundenheit.

An hohen Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten verlesen Member bis heute Ansprachen über den Soldatensender „Radio Andernach“, um die Kameraden im Einsatz psychologisch zu unterstützen und ihnen die Gewissheit zu geben, dass der Army Vets MC Germany als Einheit hinter ihnen steht. Darüber hinaus gehen kontinuierlich Spendengelder an die Hinterbliebenen von gefallenen Soldaten.
Die Member des Army Vets MC leben in ganz Deutschland und England. Die deutsche Sektion führt keine Chapter im klassischen Sinne, sondern teilt sich in Nord und Süd, mit jeweils einem Clubhaus. Das HQ Nord („Hauptquartier“) befindet sich in Gütersloh und ist Anlaufstelle für die Member aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Westfalen, dem Rheinland und Hessen. Der Standort des HQ Süd liegt in Eschbach bei Freiburg in Baden-Württemberg; hier treffen sich auch Army Vets aus Bayern, dem Saarland und die Nomads. 

Beiden Clubhäusern steht ein eigenständiger Vorstand vor, der sich aus Presi, Vice, Sergeant at Arms und Treasurer zusammensetzt – Stohnieh, der Secretary, ist allerdings gleichzeitig für Nord und Süd zuständig. Über diesen beiden Vorständen steht der „National Vorstand“ mit National Presi Chris (aktiver Soldat), National Vice Olly (gleichzeitig Presi Nord) sowie National Treasurer Benny. Der Army Vets MC verfügt nur über eine Clubkasse, in die alle Mitgliedsbeiträge sowie sämtliche anderen Erträge wie die Erlöse aus Veranstaltungen einfließen. Zum Aufgabenbereich der Nationals gehört, Nord und Süd zu vereinen und den Army Vets MC als Gesamtheit zu stärken. Auf den National Meetings darf zwar jeder Member abstimmen, doch das letzte Wort obliegt den Nationals.

Olly (National Vice und Presi North) und Chris (National Presi) zwischen Gräbern der unbekannten gefallenen deutschen Soldaten
Olly (National Vice und Presi North) und Chris (National Presi) zwischen Gräbern der unbekannten gefallenen deutschen Soldaten



Interview
„Etwas Training muss sein!“

Am Rande des Honour Runs führten wir ein kurzes Interview mit Chris (National Presi) und Olly (National Vice)

BN: Der Army Vets MC unterscheidet sich ein wenig von anderen MCs. Wie sieht euer Verhältnis zur Szene aus?

Chris: Wir sind ein ganz normaler Motorradclub, nur eben alle Veteranen oder Soldaten. Wir sind keine Einprozenter und stellen keine Gebietsansprüche. Wir bewegen uns völlig frei in der Clublandschaft und haben keinerlei Berührungsängste. Neben freundschaftlichen Verbindungen zu anderen Veteranen-Clubs pflegen wir auch Kontakte zu anderen MCs und besuchen regelmäßig deren Partys. Selbst in der ersten Liga sind wir immer gern gesehene Gäste. Unsere Anwärter durchlaufen die gleiche Prozedur wie in allen MCs. Die Hangaroundzeit beträgt mindestens drei Monate, gefolgt von mindestens einem Jahr Prospectzeit. In den zwölf Monaten müssen unsere Proben jedes Bundesland einmal angefahren haben, um sich dort vorzustellen. Bei uns gibt es keine Motorradmarkenpflicht, gefahren werden kann alles vom Chopper bis zum Streetfighter – Hauptsache es fährt und hat über fünfhundert Kubik. Jedes unserer Headquarters wird von einem Supportclub unterstützt.


Vollzieht ihr auch das Ritual der Kuttentaufe?

Olly: Eine Kuttentaufe im üblichen Sinne findet nicht statt, sondern eine Vereidigung wie im Militär. Doch manchmal müssen sich unsere Neuzugänge kleinen Prüfungen unterziehen, so wie damals unser Neumember Schnippel und sein Mitstreiter. Die wurden völlig überraschend nachts in der Wildnis ausgesetzt und mussten sich unter erschwerten Bedingungen mit einem Gewaltmarsch den Weg zum Party­lager erkämpfen. Etwas Training muss sein!


Obwohl auch Frauen in der Armee dienen, findet man keine in euren Reihen. Woran liegt das?

Chris: Da halten wir es wie die meisten anderen MCs, unsere Clubpolitik ist Männersache!
Olly: Wir schätzen unsere Frauen sehr. Unsere Familien und unser Job stehen an erster Stelle und erst dann kommt der Club. Wir arbeiten alle Vollzeit, viele im Ausland oder auf Einsätzen. Ohne die Unterstützung und Akzeptanz unserer Frauen wäre ein solches Leben unrealistisch. Außerdem sind unsere Frauen voll in das Clubleben integriert – und fahren auch schöne Motorräder.
 
Info
Army Vets MC
Clubhaus North
Avenwedder Str. 246, 33335 Gütersloh
President North/Vice President:
Olly (olly@av-mc.org)
Secretary North: Stohnieh (secretary@av-mc.org)
www.av-mc.org

Army Vets MC
Clubhaus South
Münstertäler Str. 6, 79427 Eschbach
President South/President National:
Chris (chris@av-mc.org)
Secretary South: Hänsel (sec-south@av-mc.org)
www.av-mc.org

14. September 2019: Sniper Competition und
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