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„Über kurz oder lang müssen die Clubs an einen Tisch“ Am Rande des 13th Anniversary der Bandido Nation sprachen wir mit Micha, dem Pressesprecher des Bandidos MC BN: Das Jahr 2012 war vor allem für die großen Clubs ein Jahr der Clubverbote …
„Über kurz oder lang müssen die Clubs an einen Tisch“

Am Rande des 13th Anniversary der Bandido Nation sprachen wir mit Micha, dem Pressesprecher des Bandidos MC

Ruhr City Gang: Der Bandidos MC Essen und seine Supporter
Ruhr City Gang: Der Bandidos MC Essen und seine Supporter
 
BN: Das Jahr 2012 war vor allem für die großen Clubs ein Jahr der Clubverbote …

Micha: Das kann man so sehen. Jedoch muss ich dazu sagen, dass die Verbotsverfügungen, die mir bekannt sind, ein Witz sind. Leider sind sie aber gültig.In Zukunft sollte  das Motorradfahren wieder mehr im Mittelpunkt stehen.

Micha, Pressesprecher des Bandidos MC: „Wir sind eine Minderheit,  und Minderheiten kommen in  Deutschland eben schlecht weg.“
Micha, Pressesprecher des Bandidos MC: „Wir sind eine Minderheit,
und Minderheiten kommen in Deutschland eben schlecht weg.“

 
„Auf einer Party von uns ist noch nie was passiert.“

BN: Mag sein, aber wir haben 2013 wieder eine Bundestagswahl. Meinst du nicht, dass das die MC-Szene wieder mehr in die Medien bringen wird, weil der eine oder andere Politiker glaubt, ein Thema gefunden zu haben?

Micha: Politiker haben sich in der Vergangenheit immer wieder auf Kosten der Clubs in die Schlagzeilen gebracht. Damit sollten wir auch 2013 rechnen. Auch wenn die Polizei sich hier sehr zurückgehalten hat, so darf man nicht aus den Augen verlieren, dass immer wieder sehr intensiv gegen uns und andere Clubs vorgegangen wird.
 

BN: Aus gutem Grund?

Micha:
Auf keinen Fall. Auf einer Party von uns ist hier noch nie was passiert. Warum auch? Das hat nur früher niemanden interessiert – erst in den letzten Jahren glaubt man da, ein Thema gefunden zu haben. Wir haben klare Regeln, die akzeptiert werden und die aus der Szene heraus gewachsen sind. Da brauchen weder wir noch unsere Gäste die Polizei. Die Gangart, die von der Polizei bei Kontrollen und Durchsuchungen angeschlagen wird, geht jedoch zu weit.
Mittlerweile sind aber schon einige kritische Journalisten darauf aufmerksam geworden, und ich hoffe, dass das in Zukunft mal genauer beobachtet wird.

BN: Aber die Berichterstattung in den Medien bringt euch doch sicher auch Nachwuchs?

Micha:
Ganz ehrlich? Leute, die über uns in der Zeitung das erste Mal lesen und dann meinen, sie könnten sich hier einer sogenannten „kriminellen Vereinigung“ anschließen – was sollen wir mit denen? Das zieht doch die falschen Leute an. Mit denen kannst du keinen MC führen.

BN: ... also gewissermaßen ein polizeiliches Führungszeugnis für Neu-Mitglieder?

Micha:
Nein. Natürlich gab es Straftaten. Die werden aber von Menschen begangen. Nur macht es für die Gerichte wohl einen erheblichen Unterschied, ob du in deiner Freizeit einem Schützenverein angehörst oder einem MC. Da wird es höchste Zeit für eine Solidarisierung der Szene.

Typische Szene am Rande einer Bandidos-Veranstaltung, hier von der Fünfjahres-Party des Oldenburger Chapters
Typische Szene am Rande einer Bandidos-Veranstaltung, hier von der Fünfjahres-Party des Oldenburger Chapters
 
 
„Als kleiner Club ist es schwierig geworden, neutral zu bleiben.“

BN: Noch scheint die Not bei den Clubs aber wohl nicht groß genug zu sein.

Micha:
Das wird kommen. Da bin ich sicher. Über kurz oder lang müssen die Clubs, große wie kleine, alle an einen Tisch.

BN: Das klingt gut – aber gerade die kleineren Clubs, die weder zum einen oder anderen Lager der Großen zählen möchten, werden sich da wohl schwer tun.

Micha: Als kleiner Club ist es natürlich inzwischen schwierig geworden, neutral zu bleiben. Aber man wird da schon noch hinkommen. Je höher der Druck ist, den Politik, Behörden und Gerichte aufbauen, desto eher wird sich die Szene solidarisieren.

BN: Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Micha:
Denk mal weiter. Du hast eben die Bundestagswahl angesprochen. Natürlich will sich da sicher wieder der eine oder andere Innenpolitiker profilieren. Aber wenn sich die MCs zusammentun – alle Clubs, dazu die MFGs, freien Biker aus unserer Szene und dann vielleicht noch all diejenigen, die ebenfalls Motorrad fahren und vielleicht die übernächsten sind, die schikaniert werden – dann kommt da schon eine gute Zahl an Wählerstimmen zusammen.
Und dann gibt es vielleicht auch ein Umdenken in der Politik. Politiker machen oft keine Politik für die Bürger, sondern dafür, wiedergewählt zu werden und sich die eigenen Taschen noch dicker zu machen. Und wir sind eine Minderheit, und Minderheiten kommen in Deutschland eben schlecht weg.


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