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Keine Rockerparty ohne Musik. Aber Achtung: Das kann Gebühren für die GEMA kosten!
In den ersten Jahren war unsere Szene unschuldig. Clubs feierten Partys und luden Clubs aus der Nachbarschaft ein. BIKERS-NEWS-Gründer Fips war oft dabei: Er fuhr dann mit seiner „Rollenden Discothek“ vor, um die Rocker mit „Born To Be Wild“ oder „Smoke On The Water“ zu beschallen. Doch niemand dachte daran, dass dafür irgendwann auch mal eine Rechnung beglichen werden müsste. Die GEMA ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Wenn in Deutschland Musik öffentlich und womöglich kommerziell aufgeführt wird, sorgt die GEMA dafür, dass die Komponisten und Interpreten ihren Anteil bekommen – dass sie also schlichtweg für ihre Arbeit honoriert werden. In vielen anderen Ländern existieren vergleichbare Organisationen. Doch was ist öffentlich und was ist kommerziell?

Erstaunlicherweise hat Fips nie Kontakt mit der GEMA gehabt, obwohl seine Rollende Discothek doch ein kommerzielles Unternehmen war. Aber auch Fips war nur engagiert, in der Regel von den Clubs. Die Clubs waren die Veranstalter der Partys und als Veranstalter trugen sie auch die Verantwortung gegenüber der GEMA. Wenn ihr als MC also eine Party ausrichtet, könnt ihr euch nicht darauf verlassen, dass die Musiker, die ihr engagiert, das mit der GEMA schon irgendwie geklärt haben. Umgekehrt müsst ihr als Veranstalter der GEMA sogar die genaue „Musikfolge“ der gespielten oder aufgeführten Songs nennen, damit die GEMA weiß, ob sie die Band selbst honorieren soll oder eine andere Band, deren Songs gecovert werden.

So weiß auch Fips es zu erzählen, wenn er von seiner Zeit in den Siebzigerjahren berichtet: „Es kam vor, dass Leute von der GEMA auf den Veranstaltungen rumgeschlichen sind. Mich haben die aber nie angesprochen, sondern die Veranstalter. Dann sind die Veranstalter zu mir gekommen und wollten eine Liste der gespielten Titel. Die konnte ich gar nicht mehr nennen, ich habe ja an einem Abend bis zu hundert Songs aufgelegt. Also hat man sich dann auf irgendeine Pauschale geeinigt.“
Was damals, vor nunmehr bald fünfzig Jahren galt, ist heute noch gültig. Aber der geschilderte Rummel kam auf Fips natürlich nicht an jedem Wochenende zu, denn nicht jede Bikerparty ist gebührenpflichtig.

Die Tarife der GEMA

Grundsätzliches Kriterium für der Erhebung einer GEMA-Gebühr ist die Frage, ob die Veranstaltung öffentlich ist oder nicht, das heißt, ob die Gäste einer Party durch persönliche Beziehungen miteinander verbunden sind oder nicht. Im Fall einer Bikerparty mit geladenen Gästen aus Clubs der Umgebung ist davon auszugehen, dass die Gäste allesamt eine persönliche Beziehung zueinander oder wenigstens zum Gastgeber haben. Wenn ihr also die Clubs aus der Nachbarschaft zu einer geschlossenen Veranstaltung einladet und niemand erscheint, den ihr nicht kennt, kann die GEMA keinen Anspruch erheben.

Anders sieht es aus, wenn ihr eure Party ankündigt und womöglich noch Eintrittsgeld erhebt. Dann ist mit fremden Leuten auf eurer Party zu rechnen und es gilt der „Vergütungssatz M-V für Unterhaltungs- und Tanzmusik mit Tonträgerwiedergabe mit Veranstaltungscharakter“. Der Tarif wird nach Quadratmetern des Veranstaltungsgeländes berechnet und liegt – abhängig vom Eintrittspreis – bei einmalig rund 120 Euro pro 500 Quadratmetern. Im Fall eines regelmäßigen offenen Abends in eurem Clubhaus gilt wiederum der „Tarif M-CD für Unterhaltungsmusik mit Tonträgern in Musikkneipen, Clubs, Diskotheken und ähnlichen Betrieben“. Der Tarif wird nach Quadratmetern des Veranstaltungs­raumes berechnet und liegt bei monatlich rund 60 Euro pro 100 Quadratmetern. Sogar Bestattungen und Trauerfeiern sind GEMA-pflichtig. Auch hier zählt das Kriterium, ob persönliche Beziehungen zwischen dem Verstorbenen und den Trauernden bestanden oder bestehen, wovon in den meisten Fällen auszugehen ist. Im Falle größerer Trauer­feiern – für prominente Biker – gilt allerdings eine Pauschale von 15 Euro.

Ihr seht, dass es gar nicht so schlimm ist: In allen Fällen geht es um Kosten, die ein Club durchaus stemmen kann. Besser vorher als nachher, denn wer öffentliche Aufführungen nicht anmeldet oder unterschlägt, zahlt als Strafsatz die sogenannten „Kontrollkosten“ – das Doppelte. Einzige Ausnahme ist sogenannte GEMA-freie Musik: Das ist Musik von Komponisten und Interpreten, die nicht in der GEMA organisiert sind, oft aus dem fernen Ausland. Die Musik von professionell unter Vertrag stehenden Gruppen wie Steppenwolf, Deep Purple oder den Rolling Stones ist in der Regel allerdings nicht GEMA-frei.

Vom Platz geprügelt

Die GEMA gewährt übrigens Nachlässe für sogenannte „Gesamtvertragspartner“, also zum Beispiel Zusammenschlüsse mehrerer Clubs. Im Fall von Rockerkriegen könnte die GEMA so vielleicht sogar eine befriedende Wirkung haben. Im Zuge der von den Innenministern angeordneten Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten gegen Rocker ist die GEMA vielleicht noch gar nicht entdeckt worden. Die Politiker beschränken sich bis jetzt darauf, den großen Clubs die Bau- oder Gewerbeaufsicht auf den Hals zu hetzen. Dabei hätten sie es mit der GEMA so einfach – wenn die GEMA über mutiges Personal verfügen würde, das sich auf die Veranstaltungen der Rocker traut. Fips weiß jedenfalls zu erzählen, dass seine Jungs vom Bones MC nie jemanden von der GEMA auf dem Platz gehabt hätten: „Das wäre für die Bones ein Fest gewesen. Wenn die so einen Mann erwischt hätten – den hätten sie vom Platz geprügelt.“
 

GEMA-Gebühren
  • Keine GEMA-Gebühren
  • Party mit geladenen Gästen
  • Party mit befreundeten Clubs
  • Bestattungen im Kreis von Freunden und Bekannten

GEMA-Gebühren
  • angekündigte oder beworbene Party mit öffentlichem Zutritt (Tarif M-V: 116,50 Euro für 500 Quadratmeter)
  • Party mit Eintrittsgeld und öffentlichem Zutritt (Tarif M-V: 116,50 Euro für 500 Quadratmeter, Zuschlag für Eintrittsgeld über zwei Euro)
  • Offenes Clubhaus (Tarif M-CD: 55,80 Euro für 100 Quadratmeter Clubraum)
  • öffentliche Bestattungen
  • (Tarif WR-Best: 15 Euro pauschal)
  • in allen Fällen gilt: Musikfolge der gespielten Songs angeben!

GEMA
Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte
Postfach 30 12 40
10722 Berlin
Tel. 030 58858999
kontakt@gema.de
www.gema.de

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 06/2018
 
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