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„Die ganze Szene soll unter Kontrolle kommen“ Wir redeten mit Hells-Angels-Pressesprecher Django über die Verbotsverfügung gegen das Charter des Hells Angels MC Cologne BN: Django, war das Clubverbot der Hells Angels hier in Köln abzusehen? …
„Die ganze Szene soll unter Kontrolle kommen“

 
Montag, der 7. Mai 2012, vier Tage nach dem Verbot: Die Pressekonferenz der Hells Angels fand im von der Polizei zuvor geräumten Clubhaus statt

Wir redeten mit Hells-Angels-Pressesprecher Django über die Verbotsverfügung gegen das Charter des Hells Angels MC Cologne

BN: Django, war das Clubverbot der Hells Angels hier in Köln abzusehen?

Django: Im Grunde genommen ja. Wir sind deswegen nicht ganz überrascht worden, weil wir in Deutschland einen klaren Trend hin zu Clubverboten erkennen. Vor allem, wenn gerade wieder Wahlkampf ist. Das ist jetzt der vierte Fall dieser Art.

BN:
Die Wahl ist das Eine – aber ist es nicht auch so, dass es in der letzten Zeit ein bisschen zu laut zugegangen ist in der Szene?

Django: Laut in der Szene geht’s schon immer zu. Ich bin überzeugt, dass die Vereinsverbote fertig in den Schubladen liegen, beschlossen im Mai 2010, und dass die Herrschaften sie immer dann an die Oberfläche bringen, wenn es ihnen persönlich für ihre Karriere nutzt. Denn Vorfälle, die so akut sind, hat es seit längerer Zeit nicht mehr gegeben. Für mich ist der gemeinsame Nenner eine künftige Wahl.

BN: Jetzt muss man aber auch sagen, dass die Schlägerei mit den Bandidos in Mönchengladbach vielleicht keine ganz so gute Idee war.

Django:
Gut, dass solche Vorfälle in der Öffentlichkeit im Moment extrem schlecht ankommen, das dürfte jedem klar sein. Aber ich denke nicht, dass das jetzt der große Anlass war. Aber es war ein willkommener Anlass.
Aber die Szene war noch nie friedlich. Wir sind doch hier nicht bei Greenpeace …


„Das Ende ist noch nicht erreicht. Vorbereitet wurde das von Europol schon 1996.“

BN:
Wie bewertest du denn dieses Vereinsverbot – wie es offiziell heißt – mit Blick auf die Szene?

Django:
Das Ende ist noch nicht erreicht. Um mal ganz klar zu sagen: Vorbereitet wurde das von Europol schon 1996. Federführend in dieser Aktion, die sich „Operation Monitor“ nennt, war und ist die dänische Polizei. Und ganz besonders ein spezieller Beamter vom dänischen Geheimdienst. Jetzt haben die den informativen Teil hinter sich und sind jetzt im operativen Teil angelangt. Was wir hier in Köln sehen, sind die Resultate.
Wenn man über 30 oder 40 Jahre die Szene anguckt, ist sie heute relativ ruhig, verglichen mit früher. Also muss es einen anderen Grund haben, und der liegt darin begründet, dass es die ganze Szene betrifft. Nicht nur Hells Angels oder die so genannten OMCGs *. Die ganze Szene soll unter Kontrolle kommen.

BN:
Oder liegt es vielleicht auch daran, dass ein Teil der Szene, insbesondere ihr, gelernt habt, mit diesen veränderten Gegebenheiten etwas ruhiger umzugehen und vielleicht das eine oder andere Geschäft auch etwas unauffälliger zu machen?

Django: Nein, würde ich nicht sagen. Es hat auch nichts mit dem Druck der Behörden zu tun. Es ist einfach so, dass sich die Zeiten geändert haben. Man kann heute nicht mehr so durch die Gegend fahren wie früher. Die Freiheit ist in vielen Bereichen beschnitten worden.

BN: Du sagst gerade: „Man kann nicht mehr so wie früher durch die Gegend fahren.“ Es gibt aber auch eine Menge Fußgänger.

Django:
Es gibt in unserem Club keine Menge Fußgänger. Ich weiß nicht, woher dieser Begriff kommt. Fakt ist: Die Behauptung, dass ein Großteil, wie zum Beispiel in Hessen, gar keinen Führerschein hätte, ist schlicht und ergreifend falsch. Es gibt in jedem Charter, und nicht nur bei Hells Angels, sondern in allen Clubs, Leute, die zur Zeit keinen Führerschein haben, weil sie alkoholisiert gefahren sind, zu viele Punkte haben, was weiß ich. Aber mit „durch die Gegend fahren“ meine ich, dass man ständig kontrolliert wird, dass es also jede Menge Vorschriften gibt und alles nur ums Geld geht.

„Sie wollen, dass die Motorradclubs in Deutschland komplett aus der Öffentlichkeit verschwinden.“

BN: Der eine oder andere kleine Club mag jetzt vielleicht schadenfroh nach Köln blicken und sagen: Hurra, jetzt hat es die auch mal erwischt. Ist das zu kurz gedacht?

Django: Definitiv. Denn wie sie wirklich planen und denken, hat sich in Kiel gezeigt. Als während der Kieler Woche nicht nur unsere Abzeichen verboten worden sind, sondern die von sämtlichen Clubs in Schleswig-Holstein. Das ist ja erfolgreich vor Gericht bekämpft worden. Aber da zeigt sich, was die wirklich wollen. Sie wollen, dass die Motorradclubs in Deutschland komplett aus der Öffentlichkeit verschwinden. Und das hat nichts mehr mit Strafverfolgung zu tun, das ist eine Art sozialer Rassismus.

BN: Ausgerechnet du sprichst vom „sozialen Rassismus“ in Bezug auf einen der größten Clubs der Welt. Du übertreibst.

Django:
Nein. Strafverfolgung dient eigentlich nur einem Zweck: Festzustellen, ob jemand eine Straftat begangen hat oder nicht. Und fertig. Der Rest ist das Ding der Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Richter.
Was uns passiert, geht sehr viel weiter. Das geht bis zu Einflussnahmen in Betrieben, damit die Leute gekündigt werden. Es geht dahin, dass private Konten beschlagnahmt werden, sie versuchen Webseiten zu schließen.
Was hier passiert, ist im Grunde eine Art Feindstrafrecht. Man nennt das „Struktur-Ermittlungen“. Da geht man davon aus: Den Täter hat man, die Taten werden wir noch finden. Und das zieht sich quer durch alle Clubs und hat nichts mehr mit Strafverfolgung zu tun. Natürlich sind die Leute in der gesamten MC-Szene und auch der Free-Biker-Szene keine Chorknaben. Auch SEKs singen nicht im Kirchenchor. Amnesty International prangert jedes Jahr an, dass deutsche Staatsanwaltschaften die Kriminalität der Polizei ungern verfolgen. Wenn man aber in dieser Art und Weise von der Polizei angegangen wird, kann ich sehr wohl von sozialem Rassismus sprechen, auch wenn das Wort an sich ein bisschen holprig ist. Aber ich finde kein besseres. Du etwa?
Wichtig ist, dass wir erst mal den rechtlichen Weg ausschöpfen und wir werden bis vor den Europäischen Gerichtshof gehen. Das steht fest. Egal wie lang das dauert. Wir werden es tun. Wir lassen uns das nicht bieten.

BN: Das sieht für jemanden außerhalb der Szene wahrscheinlich ziemlich skurril aus, dass ausgerechnet die Hells Angels den Europäischen Gerichtshof angehen auf der Suche nach Gerechtigkeit und fairer Behandlung.

Django:
Das beruht einfach darauf, dass das Vorurteil über die Hells Angels existiert, wir wären Gesetzlose. Den Begriff „Outlaws“ aus den USA hierher zu transportieren machen nicht die Clubs, das hat das FBI angeschoben und das BKA und in der Folge auch die Politiker haben das einfach übernommen. Ich kenne keinen Club, der sich jetzt nicht strukturmäßig, sondern charaktermäßig als Outlaws bezeichnet. Das machen grundsätzlich die Behörden. Wir tun das nicht. Und wir fühlen uns auch nicht als Gesetzlose. Wir fühlen uns vielleicht teilweise am Rand der Gesellschaft. Aber wer den Club näher kennt und auch die Szene, der weiß, dass ein Großteil der Member sehr wohl mitten in der Gesellschaft etabliert ist, besser vielleicht als manche Politiker.

„Im Grunde machen sich die deutschen Innenminister zu Erfüllungsgehilfen des FBI.“

BN: Kommen wir nochmal auf die Situation in Köln hier zu sprechen. Ein Vereinsverbot fällt ja nicht vom Himmel. Es muss ja irgendwelche Anhaltspunkte geben.


Django: Ein Vereinsverbot ist grundsätzlich mal kein Strafrecht, sonder Verwaltungsrecht. Verwaltungsrecht hat ganz andere Voraussetzungen als das Strafrecht. Im Verwaltungsrecht ist die Unschuldsvermutung aufgehoben und die Beweispflicht umgedreht. Laut Verwaltungsrecht, und das ist einzigartig in der gesamten westlichen Welt, kann in Deutschland verboten werden, noch bevor irgendeine Anklage auf dem Tisch liegt. Und dann ist ganz plötzlich der Beschuldigte verpflichtet nachzuweisen, ob er schuldig ist oder nicht. Es ist ein altes Faschisten-Gesetz aus der Nazi-Zeit, das hier angewendet wird. Wir wissen definitiv, dass das alles vom FBI seit über 15 Jahren angeschoben worden ist und im Grunde machen sich die deutschen Innenminister zu Erfüllungsgehilfen des FBI.

BN: Jetzt hast du zwar eine weltweite Verschwörung des FBI aufgedeckt, aber die Frage nicht beantwortet. Was wirft man denn den Kölnern konkret vor?


Django: Man wirft ihnen Straftaten vor, die von einzelnen begangen worden sind. Und, ja, dass es eine gewisse Gruppendynamik gab. Aber man muss beim Vereinsrecht wissen: Der Verein selbst kann nicht straffällig werden, sondern nur die einzelnen Mitglieder. Und das A und O bei einer deutschen Verbotsverfügung ist: kann der Verein dafür zur Rechenschaft gezogen werden oder nicht?

BN: Das ist aber genau der Ansatz um den es geht, dass man sagt, man wirft nicht unbedingt den Hells Angels vor eine kriminelle Vereinigung zu sein. Aber sie hätten natürlich ein Umfeld aufgebaut, in dem die Kriminalität Einzelner gut gedeihen kann, die durch den Club gedeckt wird.


Django:


So sah es in den Räumen des Kölner Clubhauses nach der Durchsuchung aus

… weiter geht’s in der BIKERS NEWS 06/12
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