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Das Motherchapter des Lobo MC hat ein neues Clubhaus. Doch die Freude der Rocker wird durch die Trennung von Gründer Joe getrübt
Vor gut zwei Jahren feierte der Rockerclub Lobo MC sein vierzigjähriges Bestehen. 1973 in Pforzheim gegründet, fahren heute deutschlandweit 23 Chapter unter seinem Colour. Dazu kommen Abteilungen in Thailand und Spanien sowie drei Supporterclubs. Dass der 1%-Club seine Chapter auch Rudel nennt, hat einen guten Grund: Lobo bedeutet im Spanischen Wolf – ein Tier, mit dem sich die Member seit den ersten Tagen identifizieren können: der Wolf ist stark, mutig, intelligent – und im Rudel unschlagbar. Für das große Jubiläum 2013 hatten die Member vor den Toren Pforzheims ein großes Areal zur Partymeile umfunktioniert. Dort war Joe, das letzte aktive Gründungsmitglied, von seinem Amt als Präsident von Pforzheim zurückgetreten.

Lobo MC PforzheimIm Herzensgrund 475172 PforzheimJeden Freitag ab 21 Uhr open house
Seit Oktober ist das neue Pforzheimer Clubhaus in Betrieb

Fast 20 Jahre hatte das Motherchapter kein Clubhaus, in der „Goldstadt Pforzheim“ geeignete Räumlichkeiten zu finden, erwies sich lange als unmöglich. So traf sich das Rudel in den letzten Jahren im Club Sakrema, einem Rock-Keller, der bis heute von Member Samblo betrieben wird. Schließlich fanden die Member aber doch noch eine Location, die ihren hohen Ansprüchen gerecht wurde: das ehemalige Heim eines Schäferhundevereins am Rande der Stadt. Andy, der Kassierer der Pforzheimer, war über eine Bekannte im Vorstand des Vereins auf das Objekt aufmerksam geworden. Nicht nur das Gebäude war groß genug für Partyfläche mit großer Bar und einem Memberraum, auch das Außengelände bot ausreichend Platz für Moppeds und auf der zugehörigen Wiese konnten Gäste des Clubs ihre Zelte aufbauen. Haus und Außengelände hatten also alles, was die Lobos wollten – zumindest potenziell, denn bis das Clubhaus schließlich eingeweiht werden konnte, schufteten die Member ganze zwei Jahre. „Es sollte ein Clubhaus werden, keine Eisdiele“, kommentiert Marco, der President der Pforzheimer. „Es sind scheiß Wörter, aber wir wollten es rustikal und oldschool.“

An der Bar des Clubhauses: Member des Lobo MC und des Supportclubs Wolfspakt
An der Bar des Clubhauses: Member des Lobo MC und des Supportclubs Wolfspakt

Der größte Rückschlag während der Umbauphase war ein Einbruch. Neben vielen Werkzeugen und Geräten war eines morgens auch das nagelneue Stromaggregat verschwunden. Doch die Member ließen sich nicht unterkriegen und werkelten weiter, auch an den Sicherheitsvorkehrungen. Seit Oktober steht das Clubhaus nun jeden Freitag ab 21 Uhr allen offen; nur im Falle großer Gruppen bitten die Wölfe um Voranmeldung – damit die Kühlschränke auch ausreichend befüllt sind.

Die Führungsriege des Motherchapters im Memberraum: Kassierer Andy, Präsi Marco und Vize Ralph (v. links)
Die Führungsriege des Motherchapters im Memberraum: Kassierer Andy, Präsi Marco und Vize Ralph (v. links)

 

Der 12er-Rat im Interview

Die Freude über das neue Clubhaus wird durch einen clubinternen Vorfall überschattet. In einer Bekanntmachung verkündet der 12er-Rat des Lobo MC die Trennung von Gründer Joe. Wir sprachen mit Marco, Kare und Ulli über die Entscheidung.


BIKERS NEWS: Joe war das letzte aktive Gründungsmitglied des Lobo MC. Welche Funktion im Club hatte er bis zu seinem Ausschluss?

Marco: Joe ist bei unserem 40-jährigen Jubiläum von seinem Amt als Präsident von Pforzheim zurückgetreten, im Januar 2014 wurde ich dann in diese Funktion gewählt. Allerdings ist er danach im 12er-Rat geblieben, in beratener Funktion.


Welche Rolle spielt der 12er-Rat im Lobo MC?

Kare: Der 12er-Rat ist die gewählte oberste Führung des gesamten Lobo MC. Er organisiert und koordiniert die Aktionen, die den ganzen Club betreffen, leitet Präsidenten-Sitzungen, plant Pflichtfahrten oder wichtige Events, gibt dem MC richtungsweisend den Takt vor und führt Gespräche mit den einzelnen Rudeln und deren Vorständen. Trotzdem stützen wir unsere Entscheidungen auf die Meinungen alle Member. Alle drei Mitglieder des Rats haben eine Stimme – nur Joe hatte zwei. Und er hat versucht, im direkten Kontakt einzelne Member um sich zu scharen. Er nannte das „Elite“. Das entspricht aber nicht unserer Club-Philosophie und musste zum Konflikt führen.


Wie hat sich dieser Konflikt dann geäußert? Könnt ihr ein konkretes Beispiel geben?

Marco: Wir haben 2015 und nicht mehr 1973. Heute ist es manchmal besser, diplomatisch zu sein. Deswegen handelte es sich dabei auch ein Stück weit um einen Generationenkonflikt. Ein Beispiel: Um die Sitzungen zu strukturieren, haben wir die Chapter gebeten, im Vorfeld Themen einzureichen. Die haben wir dann zu einer Tagesordnung sortiert, alle Punkte sollten nach und nach abgehandelt werden. Wegen Krankheit konnte Joe oft nicht an den Sitzungen teilnehmen, aber wenn er anwesend war, wollte er sich nicht an diesen Ablauf halten und alleine bestimmen. Damit hat er unsere Handlungsfähigkeit massiv eingeschränkt.


Hat sich dieser Konflikt auch auf das Verhältnis zu anderen Clubs ausgewirkt?

Ulli: Ja. Wir pflegen zu vielen Clubs gute Kontakte. In der MC-Szene weiß man, dass der Lobo MC zu seinem Wort steht und Absprachen einhält. Wenn ein Member sich ohne das Wissen der Führung über diese Absprachen hinwegsetzt, werden wir das nicht akzeptieren –
auch wenn es ein verdienter Member, ein Ehrenmitglied oder eben der Gründer ist.


Wie haben eure Member auf den Konflikt in ihrer Führungsriege reagiert? Und wie seid ihr wiederum damit umgegangen?

Ulli: Einige Member haben uns darauf angesprochen, sie waren unzufrieden und suchten Orientierung. Natürlich hatten sie nicht nur Vertrauen in uns als 12er-Rat, sondern auch in Joe, der großen Respekt bei allen Lobo-Membern genossen hat. Wir haben dann Mitte November erstmals eine Vollversammlung aller Member einberufen, in der das Thema geklärt werden sollte. Auch Joe war eingeladen, er ist allerdings nicht erschienen. Uns war wichtig, dass wir die Entscheidung auf eine breite Basis stellen. Das Ergebnis ist, dass nahezu einstimmig beschlossen wurde, Joe aus dem Club auszuschließen.


Wie geht es nun mit dem Lobo MC weiter?

Marco: Als Joe krank war, haben wir uns im 12er-Rat gut die Waage gehalten. Wir verstehen unsere Arbeit als Dienst für den Club. Der Lobo MC steht, auch ohne sein Gründungsmitglied. Seine Behauptungen über den Club kommentieren wir nicht, wir blicken jetzt nach vorn.


Die Mitteilung des 12er-Rates im Wortlaut findet ihr in den Clubnachrichten der BN 01/16 auf Seite 34 und im Blog auf unserer Internetseite.
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