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Der Roadbreaker MC Soest feierte sein zwanzigjähriges Bestehen
Den Nordmännern vom Høyang­bjørn MC Norway passte das winterliche Wetter im April wo­­möglich. Zum zwanzigjährigen Bestehen des Roadbreaker MC Soest quartierten sie sich bereits am Donnerstag ein, denn wer fast zweitausend Kilometer zurücklegt, der will auch lange feiern.
Pünktlich zum freitäglichen Frühschoppen fanden sich dann auch die Engländer vom Warlocks MC Scunthorpe am Bierstand ein. Da mussten die Gastgeber vom Roadbreaker MC Soest schon Getränke und Verpflegung nachordern, denn die Norweger und die Engländer waren mächtig durstig. Am Samstag gaben sich schließlich Brüder von allen Roadbreaker-Chaptern und fast alle MCs aus der Region die Ehre und kamen mit Gratulationen und Gastgeschenken. Da kam Presi René ins Schwitzen, er zeigte sich den Rest der Party kurzärmelig. Ein ganz besonderes Präsent überreichten die Soester Mädels: zwei zu Leuchtobjekten umgestaltete Gasflaschen. Für die musikalische Unterhaltung sorgten „Bolthead“ aus Lippstadt mit eigenen Kompositionen und die Tribute-Band „AC/Dynamite“ aus Hamburg. Das neue Clubhaus, in dem sie aufspielten, ist eine ehemalige britische Kaserne, die nach einer Kernsanierung wieder hergerichtet wurde. Mittlerweile verfügt der lang gezogene Flachbau über einen geräumigen Partyraum, eine zweckmäßige Küche, gute Sanitäranlagen sowie einen gemütlichen Memberschlafraum im Nebengebäude. Nicht zu toppen ist allerdings das Außengelände. Das weitläufige Areal bietet Platz für eine Außenbühne, Bier- und Verpflegungsstände, Händlermeile, Parkplätze und einen riesigen Campground. All diese Vorzüge wurden auf der Jubelparty voll ausgeschöpft.

Das Chapter Soest des Roadbreaker MC Germany ging aus dem Zusammenschluss von fünf Freebikern hervor. Sie kamen aus Niederense, einem Dorf vor den Toren von Soest. Die fünf unternahmen gemeinsame Ausfahrten und besuchten zahllose MC-Partys. Nach einem Jahr waren sie auf den Geschmack gekommen und gaben sich einen Namen. Sie gründeten im Jahr 1985 den Skydriver MC Ense. Einer der Gründungsmember war Hui. Er bekleidete lange Jahre das Amt des Vize-Presidenten des Skydriver MC, später auch des Chapters Soest. Im heutigen Vorstand amtieren Presi René, Vize Alten, Executive Frank, Treasurer Michel und Secretary Küni. Mit ihnen konnten wir uns vor der Party ausführlich über die Clubgeschichte der Soester unterhalten.

Roadbreaker MC Soest
B 516/Ecke Daimlerweg
59519 Möhnesee
soest@mc-roadbreaker.de
www. mc-roadbreaker.de

Open House: jeden Freitag ab 20 Uhr
 
Vorn Hui, ein Member der ersten Stunde. Hinten die Neu­zugänge Honi, Julian, Daniel und Raffa
Vorn Hui, ein Member der ersten Stunde. Hinten die Neu­zugänge Honi, Julian, Daniel und Raffa​


„Wir sind angekommen“
Wir sprachen mit Hui, René, Alten, Frank, Michel und Küni vom Roadbreaker MC Soest

Hui, du bist ein echtes Urgestein. Erzähl uns doch mal einen Schwank aus deiner Jugend. Wie ging das denn damals vonstatten?
Hui: Die Gründung erfolgte problemlos. In unserer Gegend war die Szene damals noch recht überschaubar. Große MCs befanden sich nicht vor Ort, lediglich zwei kleinere in Soest, denen wir aber nicht über den Weg liefen, da wir unseren Standort in Ense hatten. Das Colour fand sich auch recht schnell. Als eingefleischte Meat-Loaf-Fans diente uns ein Platten­cover als Vorlage.

Gab es denn damals keine Rangeleien mit anderen Clubs?
Hui: Natürlich gab es auch mal kleine Meinungsverschiedenheiten. Meistens auf Partys, wo es dann auch direkt geklärt wurde, was aber nichtsmit irgendwelchen Gebietsrangeleien zu tun hatte. Der Club wuchs schnell. Viele unserer neuen Member kamen aus Soest, und der Skydriver MC verlagerte seinen Standort von Ense nach Soest. Damit änderte sich auch die Aufschrift des Bottom-Rockers.

Nach welchen Kriterien habt ihr damals eure Member ausgewählt?
René: Die Voraussetzungen waren ein Führer­schein und ein Motorrad. Ob die Männer dann wirklich zu uns passten, stellte sich in der Probe­zeit heraus. Die dauerte auch damals schon ein Jahr, also genügend Zeit, um sich gegenseitig zu beschnuppern.

Waren auch Frauen mit von der Partie?
Hui: Ja, eine, die Schwester des damaligen Presis, so ist sie mit reingerutscht. Anfang der Neunzigerjahre hatte sie, und wir auch, die Faxen dicke. Damit waren Frauen im Club Geschichte.

Nach sechs Jahren Alleingang entstand ein weiteres Chapter im sauerländischen Lenne­stadt. Was ist damit passiert?
René: Das Chapter Lennestadt bestand bis 1999 und schloss sich dann wieder dem Motherchapter Soest an. Einige Member sind den neuen Weg mit uns gegangen.

In dieser Zeit habt ihr schon enge Kontakte zum Roadbreaker MC Germany, den Chaptern Bielefeld, Lippstadt und Ennigerloh, gepflegt. Wie hattet ihr euch kennengelernt?
René: Wir fuhren die Partys des Chapters Bielefeld an und knüpften dort auch Kontakte zum damaligen Chapter Ennigerloh. Als sich dann das Chapter Lippstadt gründete, wurden die Verbindungen intensiver und wir entschlossen, im Juli 1999 der Roadbreaker-Family beizutreten.

Das war das Jahr, als sich das Chapter Lennestadt wieder auflöste. Und ihr habt den Entschluss gefasst, das Colour niederzu­legen und fortan unter den Farben des Roadbreaker MCs zu fahren. Wolltet ihr damals auf Teufel komm raus expandieren?
Alten: Ein ganz klares „Nein“. Angebote anderer MCs gab es schon vorher, aber wir entschieden uns bewusst für den Roadbreaker MC, weil wir uns einfach mit dessen Clubphilosophie identifizieren konnten.

Sind auf Grund des Patchovers Member auf der Strecke geblieben?
René: Soest und Lennestadt schlossen sich mit achtzehn Membern als zehntes Chapter der Roadbreaker-Family an. Aus beiden Sky­driver-Chaptern haben eine Handvoll Leute den Wechsel nicht vollzogen. Aber wir sind mit allen bis heute noch freundschaftlich verbunden.

Die Führung des Roadbreaker MC Soest. 
Von links: Alten (Vize-Präsident), Michel (Treasurer), Frank (Executive), Küni (Secretary), vorne: President René
Die Führung des Roadbreaker MC Soest. Von links: Alten (Vize-Präsident), Michel (Treasurer), Frank (Executive), Küni (Secretary), vorne: President René


Vom alten Stamm, nach dem Farbenwechsel, sind nur noch vier Member aktiv: Presi René, Vize Alten, Treasure Michel und Hui. War die neue Marschrichtung für die meisten eurer Member schließlich doch nicht mehr akzeptabel?
Alten: Höhen und Tiefen gibt es in jedem MC. Natürlich sind durch den Wechsel auch die Intensität und die Entfernungen gewachsen. Der ein oder andere hat gemerkt, dass die Belastung für ihn zu groß wurde. Sei es durch die Familie, Krankheit oder einfach nur wegen mangelndem Interesse.
Frank: … oder wegen Todes. Der Verlust eines Bruders ist natürlich immer ein schwerer Schlag. Unser geliebter Road-Captain Hudson verstarb nach fünfzehn Jahren Memberschaft völlig unerwartet. Er hinterließ eine Lücke, die bis heute nicht geschlossen wurde.

René, neben Job und Familie bekleidest du seit fünfzehn Jahren das Amt des Presi­denten und bist auch schon sechs Jahre Vorstandsmitglied im Dreierrat. Das beutet eine Menge Arbeit und Organisation. Wie kriegst du das alles unter einen Hut?
René: Manchmal ist es schon etwas kompliziert, doch da wir eine Familie sind, kriege ich das natürlich hin, denn dafür setzt man sich einfach ein.

Wie gestaltet sich das Verhältnis zu den Clubs in eurer Nachbarschaft? Oder seid ihr in Soest ganz allein auf weiter Flur?
Alten: Das Verhältnis zu den benachbarten MCs kann man durchaus als freundschaftlich bezeichnen. Wir besuchen uns regelmäßig zu den Partys und offenen Abenden.
Küni: Die meisten kennen wir auch schon seit dreißig Jahren. In Soest gibt es zwei weitere Clubs, mit denen wir guten Kontakt haben. Im gesamten Kreis sind es noch ein paar mehr, doch auch zu denen stimmt der Draht.
Frank: Anders funktioniert es auch nicht. Wer keinen Ärger sät, braucht auch nicht zu ernten.

Gibt es in euren Reihen schon Member, die aus irgendwelchen Gründen ihren Mopedschlüssel an den Nagel hängen mussten?
Frank: Nein, noch sind alle fit, mobil und mit dem Moped unterwegs. Ehrenmitgliedschaft gibt es bei uns nicht. Entweder man nimmt aktiv am Clubleben teil oder man geht in den Friend-Status. So hat man weitaus weniger Pflichten.

Habt ihr eine Motorradmarkenpflicht?
Frank: Nein, die Marke wird nicht vorgegeben. Die einzige Voraussetzung sind mindestens 500 Kubik. Vom alten Russengespann bis hin zum Reiskocher ist alles möglich, aber Chopper werden bevorzugt. Denn auch die spulen souverän Kilometer ab, vielleicht nicht so schnell, dafür aber im alten Stil. Zur Season Open muss jedes Moped startklar sein, doch die meisten von uns fahren ganzjährig und nutzten schon die warmen Tage im Februar für eine Tour.

Was sind die Voraussetzungen, um bei euch Member zu werden?
Frank: Die Grundvoraussetzungen sind ein gültiger Führerschein und ein Motorrad. Jeder Anwärter muss eine Hangaround- und Probe­zeit von mindestens einem Jahr bestehen und sich bei allen Roadbreaker Chaptern vorgestellt haben. Danach entscheiden wir, ob es passt. Dazu benötigt der Neuzugang alle Memberstimmen.

Vollzieht ihr noch das Ritual der Kuttentaufe?
Frank: Früher zelebrierten wir noch die obligatorische Kuttentaufe für alle Neuzugänge, meistens auf der Party des Chapters Idar-Oberstein. Das wird aber so nicht mehr praktiziert. In unserem Chapter gestalten wir die Taufe mittlerweile human. Wir ziehen unser Colour nicht mehr durch den Dreck.

Stehen aktuell neue Anwärter zur Diskussion?
Michel: Im letzten Spätsommer wurden unsere Prospects in den Memberstatus erhoben. Zurzeit stehen keine neuen Anwärter an.

Der Roadbreaker MC ist ein Club, dessen Chapter sich auf Deutschland beschränken. Dennoch prägen ja oft genug amerikanische Regeln die deutsche Szene. Was haltet ihr von Bad Standing?
René: Bad Standing ist in der Szene eine gängige Bestrafung für schwere Vergehen, die bei uns bis jetzt noch nicht vorgekommen sind.
Alten: Aber wenn wir in Soest jemanden für sein Fehlverhalten rausschmeißen, braucht er sich auf keiner Roadbreaker-Party mehr blicken lassen.

Seit 1987, noch unter den Farben des Skydrivers MC, wart ihr Pächter eines schönen Clubhauses in Soest. Der ehemalige Stall wurde mit viel Manpower im Laufe der Jahre über drei Etagen vorzeigbar ausgebaut. Doch 2015 habt ihr ein neues Domizil in der Gemeinde Möhnesee, zehn Kilo­meter von Soest entfernt, angemietet. Was hat euch dazu bewogen?
Küni: Wir waren schon lange auf der Suche nach einem neuen Clubhaus mit mehr Außengelände, da das am alten Standort durch bauliche Veränderungen verloren ging. Da haben wir unsere Suche intensiviert und sind hier fündig geworden.
Michel: Die Lage ist optimal und das neue Areal bietet reichlich Platz zum Feiern. Besser geht es kaum.

So ein großes Haus verpflichtet zu Events. Seid ihr gute Gastgeber?
Alten: Probiert es aus! Wir geben uns große Mühe und sind der Meinung, der Erfolg gibt uns recht. Bei unserem Season Open mit der traditionellen Ausfahrt durch die Soester Börde sind bei gutem Wetter mindestens immer 120 Mopeds am Start und zur anschließenden Party konnten wir bis jetzt auch immer Full House verbuchen. Zusätzlich zum gut besuchten Open House, das regelmäßig jeden Freitag stattfindet, veranstalten wir noch drei Motto-Abende. Die werden auch immer gerne von den Clubs aus unserer Nachbarschaft besucht.
Hui: Wer sich selbst viel bewegt, bekommt auch viel Zulauf.

Die traditionelle Ausfahrt durch die Soester Börde rund um den Möhnesee ist mittlerweile legendär. Gab es da schon mal kleine Hindernisse oder Pannen?
Küni: Ja, ich kann mich an ein heftig verregnetes Season Open erinnern. Wir saßen gerade bei Kaffee und Kuchen zusammen und die Rundfahrt fiel mangels Teilnehmern im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, was keiner von uns bedauerte. Plötzlich stand eine kleine klitschnasse Gruppe im Clubhaus und bestand auf die Ausfahrt. Obwohl uns die Kaffeetassen aus der Hand fielen, mussten wir ran. Es war die kürzeste Tour in unserer Clubgeschichte.
Michel: Ein anderes Mal waren wir nach einem Zwischenstopp auf der Rückfahrt zu unserem Clubhaus. Im letzten Drittel der Kolonne befanden sich zwei Biker, die direkt nach Hause fahren wollten. Als sie Richtung Heimat abbogen, packte alle anderen der Herdentrieb und die dreißig Mopeds hinter ihnen waren erst mal gefolgt. Einige Kilometer später landeten auch diese Piloten wieder beim Party­geschehen und tranken dafür umso schneller.

Trotz so eines schönen Eigenheims steuert ihr einige nationale und inter­nationale Partys an. Was steht da auf eurem Terminkalender?
Alten: Selbstredend fast alle Roadbreaker-Partys, davon besonders die Germany-Party, also das „Motor-Rock-Festival“ im August. Dazu kommen die Partys in unserer näheren und weiteren Umgebung bei befreundeten MCs. Doch darüber hinaus bewegen wir uns auch international und pflegen Freundschaften nach England, Norwegen und Spanien. Diesen September steht es auf dem Plan, das vierzigjährige Jubiläum des Høyangbjørn MC Norwegen mit dem Bike anzufahren.

Zwanzig Jahre Roadbreaker MC Soest ist schon eine stramme Zahl. Habt ihr gefunden, was ihr gesucht habt? Oder könntet ihr euch noch eine andere Liaison vorstellen?
René: Wir sind angekommen und fühlen uns wohl. Über die Jahre sind wir zu einer stabilen Gemeinschaft gereift, die auch außerhalb von Clubhaus und Partys Bestand hat. Nach so langer Zeit steht unsere Philosophie auf einem festen Fundament: Das Motorradfahren und das Clubleben stehen an erster Stelle.
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