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Die Mitglieder des niederländischen Motorradclubs nennen sich „2%-er“. Das ist eine Anspielung auf die Outlaws der Einprozenter-Szene – und hat was mit Choppern zu tun Chopper? Wer in der Szene fährt denn heute noch Chopper? Aber waren es nicht …
Die Mitglieder des niederländischen Motorradclubs nennen sich „2%-er“.
Das ist eine Anspielung auf die Outlaws der Einprozenter-Szene –
und hat was mit Choppern zu tun


Die 2% -erChopper? Wer in der Szene fährt denn heute noch Chopper? Aber waren es nicht gerade diese Bikes, die einst in unseren MCs gebaut, weiterentwickelt und – legal oder illegal – gefahren wurden? Gibt es sie noch, die unerschrockenen Chopperbauer? In Holland stießen wir auf den Rogues MC – und damit auf die Antwort. „Wir sind unabhängig, stark und offen gegenüber jedem, der Chopper liebt. Wir bauen Chopper – und wir fahren auch damit“, erklärt Beer gleich zu Beginn unseres Besuches. „Und seit einem Vierteljahrhundert hält der Rogues MC jährlich eine Chopper-Show ab.“ Kunstschmied, Customizer und Urgestein Beer ist auch das gewaltige Sprachrohr des Chopper-MCs.


50-ccm-Mopeds: die AnfängeSonntagsritt: 1980 trafen sich die Rogues wöchentlich vor einer Bar zur gemeinsamen Ausfahrt.

„Meine Freunde und ich begannen mit dem Moped zu fahren, als wir sechzehn waren – wie jeder gesunde Kerl damals. Unsere 50-ccm-Mopeds waren aus Japan und wir hatten sie so weit wie möglich umgebaut: Sonderlack, Chrom, Sitzbank, Tank und Auspuffrohre und was weiß ich noch. Das war der Anfang – ich denke, wir hatten einfach die richtige Einstellung, um später ein cooler Chopper-Club zu werden. Mit achtzehn Jahren kauften wir uns größere, richtige Motorräder und gründeten den Rogues MC.“ Ton Beerepoot, seine Freunde nennen ihn „Beer“ (sprich: Bär), gibt uns einen Einblick in die Anfänge des MCs. Die Rogues hatten damals die US-Zeitschrift Easyriders entdeckt und waren vernarrt in das, was da zu sehen war. Es war Inspiration pur: Die Art, wie diese Motorradfahrer wirkten, die Tatsache, dass sich diese Kerle als knallharte Typen, als Geächtete präsentierten. Und dann erst die Motorräder! „Mann, wie wir diese Chopper liebten, die waren wie von einem anderen Planeten. So anders als alles, was wir bisher kannten, so schön – genau das war es, was wir auch haben wollten. Der Rogues MC hatte in diesen frühen Tagen noch keine Aufnahmeregeln für Neumitglieder. So bald die Leute uns sahen, wie wir mit den Rückenabzeichen und unseren gechoppten Bikes fuhren, wollten sie dabei sein. Innerhalb eines Jahres waren wir über zwanzig Leute auf Kawasakis, Hondas und Yamahas.“


Die ersten Harleys

Etter und sein aktuelles Chopperprojekt: Im Clubhaus bauen die Member jeden Winter vier bis fünf ChopperSie entschieden, ein jährliches Clubmagazin zu machen. Es sollte den Mitgliedern zeigen, in welche Richtung es mit dem Club gehen muss. Die Fotos hatten sie aus Zeitschriften wie Easyriders, In the Wind und Jammers herauskopiert. Beer, der später auch unter dem Pseudonym „Grizzly“ für solche Chopper-Zeitschriften schrieb, erinnert sich weiter: „Die Seriensitzbänke unserer Bikes wurden gegen ,King & Queen‘-Sitze von Drag Specialties getauscht. Wir machten unsere eigenen Sissybars, bauten kleine Benzintanks im Frisco-Stil  ganz hoch an – und natürlich mussten wir 21er-Vorderräder und breite, 16 Zoll große Hinterräder haben.“ Lange Gabeln waren auch Pflicht: Mindestens 15 Zentimeter mehr – die ganz Mutigen bauten auch 20 Zentimeter längere Rohre an, die Serienrahmen blieben aber zunächst noch unverändert. Bald wurden die ersten Harleys gekauft. 750er-Flatheads, weil sie günstig zu haben und leicht zu choppen waren. Beer langte richtig zu und legte sich eine umgebaute 1200er Super Glide zu. Brass, der ebenfalls zu den Clubgründern gehört, kaufte sich eine fette Electra Glide, die er strippte.


Inspiration Schweden

Auch an den nassen Choppern lässt sich’s erkennen: Die Rogues fahren ihre Chopper. Beer hat die passende Anekdote dazu: „Wir hatten einen Teilemarkt angefahren. Und als wir abstiegen, meinte einer ,Ihr seid richtige Fahrer, ihr habt sogar Regenklamotten mit dem Clublogo drauf!‘ So hatte ich das noch gar nicht betrachtet ...“Eine Clubfahrt nach Schweden veränderte vieles. Man hatte entschieden, dorthin zu fah-ren, weil in einem amerikanischen Magazin unglaublich geile Chopper von dort zu sehen waren. „Unsere Chopper waren im Vergleich zu den radikalen Langgablern aus Schweden viel zu serienmäßig“, kommentiert Beer dieses bedeutsame Erlebnis. „Die Schweden beeinflussten den Baustil unserer Bikes. Es dauerte nicht lange und viele unserer Member bauten und fuhren selbst solche Langgabelchopper. Zu dieser Zeit war der Club auch eine ernstere Sache geworden. Wir wollten die besten Männer im Club, die wir finden konnten. Gute Chopperbauer einerseits, Kerle die aber ebenso standfest sein mussten, weil gerade in den Achtzigern ziemlich viel Gewalt zwischen den Bikern in Holland herrschte.“ Neben dem Bauen und Fahren von Choppern war und ist echte Bruderschaft wichtig für den Rogues MC.


Trip in die Staaten

Beer auf der Fahrt nach Norwegen: Die Rogues sind ein reisefreudiger Club1990 flogen die Rogues zum ersten Mal in die Vereinigten Staaten. Sie wurden Freunde der Leute, die sie einst als Vorbilder in der Easyriders gesehen hatten. Deren Chopper allerdings wirkten auf die Rogues zunächst, als ob sie jemand an die Wand gefahren hätte: Kein flacher Lenkkopf, nur extrem hoch gebaut: „Highnecks eben! Diese Biker im Nordwesten der USA fuhren alle Oldschool-Highneck-Chopper.“ Beer versucht die Unterschiede zu erklären. „Die Rahmen unserer Bikes waren kaum gestretcht, hatten nur mehr Rake – einen flacheren Lenkkopf – und sahen dadurch komplett anders aus“. Nach und nach wurde der amerikanische Einfluss auch an den Bikes der Rogues sichtbar. Heute bauen und fahren sie hauptsächlich einen Mix aus dem nordkalifornischen und schwedischen Chopper-Stil. Aber auch Speedchops, pure Frisco-Chopper und Umbauten im klassischen Bobber-Look finden sich im Club. Zurzeit gibt es zwei Chapter des Rogues MC in den Niederlanden, Opmeer und Almere, zusammen mit über fünfzig Mitgliedern.
Mit einem Grinsen im Gesicht erwähnt Beer eine neue Entwicklung in der Clubpolitik: „Obwohl wir definitiv als ein One-Percenter-Club anfingen, haben wir einen neuen Trend gesetzt: Die ,Two Percenter‘-Bewegung! Wir hatten bemerkt, dass wir zum einzigen Club in Holland wurden, bei dem die Mitglieder noch Bikes bauen und diese dann auch fahren. Alle anderen MCs bewegen mehr und mehr entweder serienmäßige Harleys, wie FXRs oder Dynas, oder seit Kurzem auch Bagger.“ Eine Entwicklung, die anscheinend weltweit zu verzeichnen ist. Die Rogues sahen Handlungsbedarf: Es war Zeit, mit einem eigenen Blog ein Statement zu setzen: „www.rogues-mc.com zeigt täglich mindestens drei Bilder, die wir als Club gut finden.“ Der Blog wurde auch außerhalb Hollands schnell bekannt. „Den Followers – Freunden, Freunden von Freunden und teilweise ganz Fremden – gefiel es, dass die Rogues ein respektierter MC sind, dass sie immer noch Chopper bauen, dass sie auch überall damit hinfahren, dass sie Leute sind, die das Abenteuer der offenen Straße genießen. Ein Club, der gerne Freunde besucht und neue Freunde hinzugewinnt, der gerne Partys feiert und so letztendlich das Beste aus dem Leben macht.“


Wachsende Gemeinschaft: die 2%er-

Die 2% -erUnd die Rogues blieben ihren frühen Idealen treu: Save the Choppers ist für sie nicht nur ein Motto. Sie – ihre Freunde und die Blog-Followers mit inbegriffen – sind insgesamt schon eine massive Gruppe Chopperfreaks. Dennoch bilden sie nur einen kleinen Teil der gesamten Biker-Gemeinschaft – wahrscheinlich maximal „zwei Prozent“! Diese Einschätzung führte dazu, dass die Rogues in Anlehnung an das 1%er-Patch das 2%er-Patch erfanden. Immer mehr Chopperfreunde tragen dieses Zeichen mit Stolz. Seit ihnen im Februar 2015 ihr Clubhaus in Opmere abgefackelt wurde, verkaufen die Rogues Shirts und Patches mit ihrem „Two percenter“-Logo in die entlegensten Winkel der Erde, um möglichst schnell ein neues Clubhaus einweihen zu können. „Alle, die dieses Zeichen tragen, signalisieren damit, dass sie so chopperverrückt sind wie wir. Es sind eben nur zwei Prozent aller Biker, die noch Chopper bauen und fahren.“ Genau so ist es, Beer – save the Choppers!
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