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Showdown beim Road Eagle MC Kempten. Die Dreckfräsen kämpften um jede Hundertstelsekunde
Es war sicherlich eine der bierseligsten Ideen des Jahres 1988, als ein gewisser „Sidecar Willie“ am Tresen einer Bar in Florida seine Skizze zeichnete. Auf einem Bierdeckel versuchte er etwas mehr Pep in den Motorradsport zu bringen – und erfand das Unicycle Dragracing, ein Beschleunigungsrennen für einrädrige Motorräder. Aus seiner Schnapsidee ist längst ein echter Wettkampfsport mit immensem Unterhaltungswert geworden. Im Zuge des zwanzigsten Jubiläums des Road-Eagle-Chapters Kempten wurde Ende September die 10. Internationale Deutsche Meisterschaft ausgetragen.

Preusse vom Rolling Wheels MC trug als Moderator seinen Teil dazu bei, die Zuschauer mitzureißen
Preusse vom Rolling Wheels MC trug als Moderator seinen Teil dazu bei, die Zuschauer mitzureißen

Wie es die Regeln vorsehen, hatten auch hier alle Fahrer ein Rad ab – zum Thema Bereifung heißt es dort lapidar: Hauptsache rund und nur eins, und zwar hinten! Klingt nach Kinderkram, ist aber nichts für Weicheier: Die Fahrer müssen die vorderradfreie Wippkonstruktion über eine Strecke von 30,48 Meter bringen ohne dass der Motor den Boden berührt – und natürlich so schnell wie möglich.

Seit 2013 werden die Unicycle-Wettkämpfe in Europa nach den Regeln der W.U.D.O. (World Unimotorcycle Dragrace Organi­sation) gefahren. Rennteams aus zehn europäischen Ländern sind in dieser Dachorganisation vertreten und bilden damit das Pendant zur amerikanischen A.N.U.S (American National Unimotorcyclists Socie­ty). So sind gleiche Regeln und damit die gegenseitige Anerkennung von Rekorden gewährleistet.

Uwe (Vice Road Eagle MC Kempten) wurde auf dem Field Fighter Weltmeister in der 750-ccm-Klasse
Uwe (Vice Road Eagle MC Kempten) wurde auf dem Field Fighter Weltmeister in der 750-ccm-Klasse

Der Road Eagle MC Kempten bot als Gastgeber einen würdigen Rahmen für die 10. Deutsche Meisterschaft, die gleichzeitig die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Rennserie war. Angereist waren Teams aus Holland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Polen. So wurden neben den internationalen deutschen Meistern auch die Jahresbesten aller Klassen gekürt. Auch wenn ein Blick ins Fahrerlager den Eindruck erweckt, dass hier der Spaß die Oberhand hat, kämpfen die Piloten doch um jede Hundertstelsekunde.

Wobei – gekämpft wird in erster Linie mit der eigenen Unicycle-Konstruktion. Und dieser Kampf verlangt neben waghalsigem Körpereinsatz auch eine Menge Fingerspitzengefühl. Schlingern und Schleudern machen auch 30 Meter unendlich lang. Dennoch mischten erneut auch zwei Frauen im Kampf um die Zehntel mit: Eva auf ihrer Ackerflex lieferte mit dem zweiten Platz in der Klasse bis 400 Kubik ein mehr als achtbares Ergebnis ab. Keinem Geringeren als dem amtierenden Weltrekordhalter musste sie sich geschlagen geben! Auch das Kemptener Racing-Team um Vice Uwe auf seinem Field Fighter hatte allen Grund zum Feiern: Während Uwe sich im Wettkampf mit dem zweiten Platz hinter Ben aus Frankreich begnügen musste, konnte er die Jahreswertung für sich entscheiden. Die wird von der W.U.D.O. als Weltmeisterschaft geführt und ist damit der Lohn für anhaltend gute Ergebnisse innerhalb einer Rennserie.

Der Franzose Gerald (Crafoins FMC) hält mit 2,364 Sekunden den neuen Rekord
Der Franzose Gerald (Crafoins FMC) hält mit 2,364 Sekunden den neuen Rekord

Seit diesem Sommer hält Gerald vom französischen Crafoin FMC den Rekord der schnellsten gefahrenen Zeit: Auf seinem Alligator erzielte er 2,364 Sekunden. Dem Erfinder Sidecar Willie hätte der Wettkampf bei den Kemptener Road Eageln sicherlich Freude bereitet, wie auch dem bayerischen Zuschauer am Streckenrand: „Wuide Hund’ san’s scho …!“    «
 

Die W.U.D.O. und ihre Regeln

Um einen fairen und sicheren Ablauf der Wettkämpfe zu garantieren, schreibt die W.U.D.O. einige Regeln für Teams und Veranstalter vor.

Die zehn Regeln für Teams:

1. Man startet aus dem Stand und fährt eine Strecke von 30,48 Meter (100 Fuß). Für einen gültigen Lauf müssen sich der Fahrer, die Energiequelle und die Antriebseinheit am Start, während der Fahrt und im Ziel auf/an dem Gerät befinden. Kufen, die vor dem Antriebsrad verbaut sind, müssen am Start den Boden berühren. Gewinner ist, wer von allen Läufen seiner Klasse den schnellsten gefahren hat.

2. Die Strecke darf sich nur auf natürlich gewachsenem Untergrund (Rasen, Acker, Feld etc.) befinden. Die Rennstrecke darf mit Landmaschinen begradigt und komprimiert und mit Rasenmähern gemäht werden. Der Fahrer/die Fahrerin muss die Strecke auf einem einzigen Rad zurücklegen!

3. Die Antriebseinheit des Unicycles/Unimoto muss älter als fünf Jahre sein.

4. Die Antriebseinheit (Motor) darf nicht durch Leistungssteigerung verändert werden. Es darf nur eine Antriebseinheit verbaut werden. Ein Hybridantrieb ist nicht zulässig. Kann aus mehreren Motoren der gleichen Antriebsart bestehen, es darf aber kein Hybridantrieb sein.

5. Das Unicycle/Unimoto darf nicht länger als 2,4384 Meter (8 Fuß) und breiter als 1,2192 Meter (4 Fuß) sein.

6. Kategorien:

• Elektroantrieb

• bis 200 ccm

• bis 400 ccm

• bis 750 ccm

• ab 750 ccm

• Rakete-/Düsen-/Druck-Antrieb: wichtig: Regel Nr. 7 und Absprache mit dem Veranstalter!

7. Es muss ein Notstopp befestigt werden, damit das Unicycle stoppt, wenn der Fahrer/das Unicycle/Unimoto stürzt! Die Verbindung zwischen dem Notstopp-Schalter und der Hand des Fahrers muss so kurz wie möglich gehalten werden, sodass der Schalter bereits auslöst, wenn der Fahrer die Hand vom Lenker nimmt. Die Verbindung zur Hand muss selbst zuziehend wirken bzw. mit Karabiner oder Ähnlichem fest verbunden sein.

8. Eine funktionierende Bremsanlage muss montiert sein, Helm und Schutzbekleidung sind Pflicht. Weitere Protektoren werden empfohlen!

9. Während der Fahrt darf nichts vor dem einzig verbauten Rad den Boden berühren.

10. Es darf nichts am Unicycle/Unimoto montiert sein, was sich während der Fahrt verändern kann bzw. nach dem Start nach vorn/unten kommen kann, um die Zeitmessanlage beim Start später bzw. im Ziel früher auszulösen.


Regeln für die Veranstalter:
Um einen chancengleichen Wettkampf zu gewährleisten, haben die Veranstalter ebenfalls Regeln zum Ablauf, der Zeitmessung und der Strecke einzuhalten. Weitere Infos und alle Ergebnisse der Rennen sind auf www.wudo.org nachzulesen.
 

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 11/2017
 
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