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Die Legion Bremen stellt klar: Die Member sind keine Rechten, und sie sind keine Supporter
In der Legion Bremen haben sich Biker zusammengeschlossen. Sie bezeichnen sich selbst als eigenständig, auch würden sie keinen anderen Club unterstützen. Anderen unabhängigen MCs haben sie ihr Vereinsheim für Treffen zur Verfügung gestellt. Ein Gerücht, wonach die Legion nach Auflösung der Hells Angels in Bremen deren Auffangclub sei, dementierte selbst der zuständige Polizeisprecher.

Jetzt üben bürgerliche Medien sich darin, die Legion in eine rechte Ecke zu stellen. Dabei hatte selbst das niedersächsische Innenministerium in einer Erklärung vom 18. Dezember 2014 verlautbart, dass lediglich „freundschaftliche Verhältnisse von Einzelpersonen“ der Legion zu rechten Personen bestünden. Bei uns wollen die Member der Legion das klarstellen.

Oben sind die Räume der Legion Bremen, unten befindet sich das „Roadhouse Route 6“
Oben sind die Räume der Legion Bremen, unten befindet sich das „Roadhouse Route 6“

BN: Ihr habt uns eingeladen, um ein paar Dinge klarzustellen. Erst mal zur Klärung für unsere Leser: Wann habt ihr euch gegründet, und was sind eure Ziele?
Legion Bremen: Wir haben uns im Jahr 2012 gegründet. Unser Ziel ist das gemeinsame Motorradfahren, Spaß haben, Partys feiern und natürlich der Zusammenhalt sowie die Bruderschaft. Nicht mehr und nicht weniger.

Wie viel Mitglieder habt ihr?
Über Zahlen reden wir nicht so gerne.

Vielleicht könnt ihr jetzt deutlicher werden: Ihr bezeichnet euch selbst als unabhängig von allen Farben, und ihr würdet niemanden unterstützen?
Genau, so ist es. Wichtig ist: Wir supporten niemanden, und wir stehen für niemanden ein. Wir sind unser eigener Herr, und das werden wir auch bleiben. Wir lassen uns von niemandem vereinnahmen.

Ihr habt eure Räume anderen MCs ohne Clubhaus für Treffen und Versammlungen zur Verfügung gestellt.
Jeder ist bei uns als Gast willkommen, solange er sich freundschaftlich verhält, egal welcher MC, egal welche Farbe. Wir freuen uns über jeden Besucher.

Wie ist denn so allgemein eure Position zwischen anderen Clubs?
Es gibt keine Feindschaften, es gibt keine Berührungsängste, es ist alles entspannt.

Ihr hattet anfänglich ziemliche Schwierigkeiten. Wie kommt ihr inzwischen in Weyhe an?
Gespalten. Vor allem wegen der Medienberichte gibt es viele Verbesserungsmöglichkeiten. Manche trauen sich noch nicht, uns zu besuchen oder mit uns zu reden. Haben die Leute das aber erst mal getan, ändert sich ihre Einstellung schlagartig. Wir gehen auf die Leute offen zu, aber man muss nach wie vor etwas vorsichtig sein. Es sind so viele Sachen über uns verbreitet worden, die einfach nicht stimmen. Und dagegen anzukommen, ist sehr schwer.

Dabei muss man doch keine Berührungsängste haben? Im angeschlossenen „Roadhouse Route 6“ verkehren viele Normalos, die nichts mit der Bikerszene zu tun haben. Das kann jeder leicht feststellen, der euch einmal besucht. Und auch die Polizei steht ja kaum mehr vor der Tür.
Das stimmt. Das Roadhouse gehört nicht dem Club. Es hat inzwischen viele Besucher aus allen Bereichen Bremens und Weyhes. Über die Qualität hat es sich einen guten Namen gemacht.
Und die Polizeipräsenz ist zwar noch nicht null, aber sie hat doch massiv abgenommen. Nach Clubabenden wird manchmal noch ein paar Meter weiter weg der Alkoholspiegel der Fahrer getestet, aber das war’s auch schon. Früher war die Polizei stärker vertreten, aber nachdem sie mitbekam, dass es bei uns keine Schlägereien oder irgendwelche Exzesse gibt, lässt sie uns in Ruhe feiern.

Das größte Problem für die Legion ist wohl der Versuch einiger Zeitungen, euren Club in die rechte Ecke zu drängen. Wie steht ihr zu den Vorwürfen?
Wir sind absolut unpolitisch und engagieren uns politisch in keiner Art und Weise. Ihr werdet keine einzige politische Aussage oder Aktion von uns finden.

Euch wird vorgeworfen, nach der Tötung von Daniel Siefert in Kirchweyhe durch türkische Jugendliche im Mai 2013 an einer Trauerfeier teilgenommen zu haben.
Es waren einige wenige von uns in Zivil und mit Ehefrau oder Freundin vor Ort, lediglich um einen Blumenstrauß am Tötungsort niederzulegen. Das war es auch schon. Die sind alle von der Polizei, aus was für Gründen auch immer, direkt irgendwelchen Gruppen zugeordnet worden. Dabei gab es sogar einen Aufruf, an diesem Totengedenken teilzunehmen. Dem waren einige von uns gefolgt. Wir kannten Daniel auch nicht. Uns ging es nur um die Sache, dass in einem recht kleinen Ort wie Kirchweyhe und nur wenige Kilometer von uns entfernt so etwas passieren konnte.

Ihr habt ja auch mal eine Spendenaktion für ein Kinderheim gemacht, wo ihr kurz vor Weihnachten als Nikoläuse verkleidet hingefahren seid und Spielsachen und Süßigkeiten gespendet habt. Ein paar Monate später erklärte dieses Kinderheim, in der Zukunft nichts mehr von euch annehmen zu wollen. Wie kam es dazu?
Wir wollten die Publicity gar nicht. Wir wollten den Kindern zu Weihnachten einfach was Gutes tun. Die Presse ging auch erst Monate später darauf ein. Die Medien kochten es wieder hoch, dass ein paar von uns in der Jugend mal rechtsextremistisch aufgefallen waren.
Irrsinnig ist, dass in dem Kinderheim zu 85 Prozent Migrantenkinder sind. Als ob Rechtsextreme ausländische Kinder beschenken würden! Aber da auch Gespräche mit den Verantwortlichen dieses Kinderheims nichts gebracht haben, haben wir geplante Aktionen für die Zukunft leider gestoppt, wie auch ein Fußballspiel oder ein gemeinsames Grillfest.
Die Leidtragenden sind die Kinder. Es ging uns nur um die Kinder. Wir waren im Vorfeld der Aktion von der Presse angesprochen worden, ob wir eine mediale Begleitung haben wollen. Wir hatten das abgelehnt, weil nicht wir in der Öffentlichkeit stehen, sondern einfach den Kindern etwas Gutes tun wollten. Das ist in diesem Staat wohl nicht mehr möglich, wenn Gutes von einer Subkultur kommt.

Ihr seid nicht die Ersten. Wir hatten über solche Fälle schon öfter berichtet.
Uns interessiert es nicht, wer vor -zig Jahren mal was getan hat oder wie damals seine politische Ausrichtung war. Es kommt auf das Heute an. Gegen keinen von uns läuft ein wie auch immer geartetes Ermittlungsverfahren. Warum können Leute, die früher Steine auf Polizisten warfen, Minister und Vizekanzler werden? Und wir dürfen noch nicht einmal was für ein Kinderheim spenden? Zumal nicht ein einziges Mitglied von uns heute noch irgendwo politisch aktiv
ist.
Die Vorwürfe gegen uns, und gegen die ganze Bikerszene überhaupt, können noch so haltlos sein. Die Medien aber können damit Auflage oder Einschaltquoten erhöhen. Und das ist deren einziges Ziel. Die Wahrheit ist egal, solange die Kasse stimmt.


Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 05/2015

Die Legion Bremen: „Wir supporten niemanden. Wir sind unser eigener Herr, und das werden wir auch bleiben.“
Legion Bremen
Bremer Straße 3
28844 Weyhe
www.legionbremen.de

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