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Vor dem Landgericht Tübingen wurde ein Prozess gegen einen Hells Angel verhandelt. Er soll eine Frau vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen haben. Die Räuberpistole erwies sich als Hirngespinst
Ein Prozess gegen die Hells Angels wegen Zwangsprostitution und Vergewaltigung endete mit Freispruch

Im Juli 2006 fertigte Chantal P. (*) in einem Bordell ihren letzten Freier ab. Dann wurde sie verhaftet. Ausstehende Unterhaltszahlungen für ihren Sohn und ein Kreditbetrug waren der Grund für die Vollstreckungshaft, die sie nun anzutreten hatte. Zeugen bezeichneten sie als „Mietnomadin“, die ihr Leben schon lange nicht mehr im Griff hatte. Nun lag es in Trümmern vor ihr.


Vor dem Landgericht Tübingen: Bertholds Brüder vom HAMC Reutlingen
beobachteten den Prozess. Am letzten Tag waren alle erschienen


Da fiel ihr auf dem Weg zur Haftanstalt eine tolle Story ein: Ein Hells Angel des Charters Reutlingen hätte sie zur Prostitution gezwungen. Im Januar 2007 toppte sie die Story. Der Hells Angel hätte sie auch noch geschlagen und vor allem mehrfach vergewaltigt. Allmählich klingelten bei Polizei und Staatsanwaltschaft die Alarmglocken. Das roch nach organisierter Kriminalität, und prompt wendete sich das Blatt im Leben der Chantal. Sie wurde ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen.
Dieses Schutzprogramm soll die Sicherheit besonders gefährdeter Zeugen gewährleisten. Damit bekam Chantal eine neue Identität, sie bekam eine neue Wohnung, und sie erhielt Zahlungen vom „Weißen Ring“, einer Organisation, die Verbrechensopfer unterstützt.
Chantal wurde zum Superstar. Die Räuberpistole kam in der schwäbischen Medienwelt großartig an. Als sie in Begleitung von drei Polizei-Limousinen beim Tübinger Landgericht vorfuhr, hatten Polizei-Hundertschaften das Gebäude komplett abgeriegelt, und alle Scheinwerfer waren auf sie gerichtet.

Ein Hells Angel muss in den Knast

Anders lief es bei Berthold, dem Member der Hells Angels. Vor seinem Wagen stellte sich im Juni 2007 auf offener Straße ein Polizeiwagen quer. Berthold wurde aus dem Auto gerissen, und das nächste halbe Jahr verbrachte er seine Haft in Stuttgart-Stammheim. Das Amtsgericht Reutlingen, das seinen Fall zunächst verhandeln sollte, gab den Prozess schnell an das Landgericht Tübingen ab. Denn das Amtsgericht verhandelt bloß Fälle mit einem zu erwartenden Strafmaß von bis zu vier Jahren. Für Berthold spekulierte es auf ein paar Jahre mehr.


Berthold nach dem Freispruch. Er steht zwischen seinen Anwälten.
Links Robert Kain, rechts Martina Kohler



... weiter geht’s in der BIKERS NEWS Ausgabe 5/2008
Fotos: Volker Rost
(*) Der richtige Name ist der Redaktion bekannt
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