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Kurz vor Weihnachten stürmte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei eine Party der Hells Angels. Die gesuchten Waffen wurden nicht gefunden
In der Nacht von Freitag, den 15., auf Samstag, den 16. Dezember, stürmte ein Spezial­einsatzkommando eine Feier der Hells Angels im Düsseldorfer Stadtteil Rath. Die mit Tarnanzügen gekleideten und mit Sturmgewehren bewaffneten Polizisten rückten auf einem gepanzerten Fahrzeug Marke „Patriot 3 Mars“ vor. Dabei handelt es sich um einen schweren Geländewagen, auf dessen Dach eine Rampe angebracht ist. Die Rampe soll im Einsatz das schnelle Vordringen auch in höher gelegene Stellen von Gebäuden oder Flugzeugen ermöglichen. Zwei Leitern lassen sich unabhängig voneinander steuern, sodass Zugriffe und Rettungsaktionen auf mehreren Ebenen gleichzeitig durchgeführt werden können. Auch als Rammbock lässt sich die massive Konstruktion nutzen. Laut „RP Online“ benutzte die nordrhein-westfälische Polizei das Fahrzeug bereits mehrfach im Rahmen von Einsätzen in der Rockerszene. Über wie viele dieser Fahrzeuge das Land verfügt und zu welchen Anlässen sie noch zum Einsatz kommen, verrät die Polizei nicht – aus „ermittlungstaktischen Gründen“. Hergestellt wird das Fahrzeug von einem amerikanischen Unternehmen mit Sitz in Virginia. Laut „RP Online“ benutzt auch die GSG 9 seit einigen Jahren ein gleiches Fabrikat.

Zahlreiche Verletzte

Ort des Geschehens war der Kneipenclub „District 6“ in der Theodorstraße, der im Zuge des Einsatzes stark verwüstet wurde. Obwohl die Türen des Clubs offenstanden, schlugen die Polizisten die Fenster ein. Neben dem Mobiliar in und vor dem Club wurde auch das Equipment von Band und DJ stark beschädigt oder zerstört.



Auch der Außenbereich wurde verwüstet, Fenster zerbarsten



Neben Membern des Charters D-City feierten auch viele Nicht-Rocker im Club, insgesamt waren rund 150 Gäste vor Ort, als der Zugriff des SEK erfolgte. Auch die Besucher überstanden den Einsatz nicht ohne Schaden. Rechtsanwalt Wolf Bonn, der einige Hells Angels bereits in anderen Zusammenhängen vertritt, äußerte sich BIKERS NEWS gegenüber wie folgt: „Bis jetzt haben sich fünfzehn Geschädigte bei uns gemeldet, fast alle sind nicht Member der Hells Angels. Und wahrscheinlich kommen noch mehr dazu. Auffällig ist, wie viele Mädchen und Frauen darunter sind. Übereinstimmend berichten die Gäste, sie hätten sich wie Fußabtreter gefühlt. Auch nachdem sie bereits gefesselt am Boden lagen, haben einige Polizisten auf sie eingetreten. Dabei sind immer wieder Äußerungen seitens der Polizisten gefallen wie ,Halt die Fresse, ihr seid selbst schuld, wenn ihr auf so eine Party geht.‘ Auch der Pächter ist aufgrund der Sachschäden betroffen. Momentan dokumentieren wir alle Schäden und bereiten das weitere Vorgehen vor. Darunter fallen auch die Krankmeldungen wegen Erkältungen – denn viele Gäste mussten stundenlang in der Kälte stehen oder liegen und durften nicht mal ihre Jacken holen.“

Hells-Angels-Charter MG City hat sich aufgelöst

Der SEK-Zugriff erfolgte nach „konkreten Hinweisen auf das Vorhandensein scharfer
Schusswaffen in den Veranstaltungsräumen und einer damit einhergehenden Gefährdungslage“, wie die Pressestelle der Düssel­dorfer Polizei mitteilte. Zwar wurden im Zuge der Maßnahme zwei Personen festgenommen – allerdings aufgrund älterer Haftbefehle – und neben geringen Mengen Betäubungsmitteln auch einige Messer beschlagnahmt – die gesuchten Schusswaffen allerdings wurden nicht gefunden. Details zur Quelle und deren Vertrauenswürdigkeit wollte die Polizei auf Nachfrage nicht bekanntgeben. Bereits im Vorfeld der Feier hatte die Polizei anreisende Gäste intensiv kontrolliert. Insgesamt nahm sie an diesem Abend 387 Personen und 127 Fahrzeuge unter die Lupe. Unklar ist bislang aber, warum der Zugriff erst gegen Mitternacht erfolgte, als die Feier im vollen Gange war – denn der Hinweis ist bereits gegen 19 Uhr bei der Polizei eingegangen.
Auf seiner Facebook-Seite kommentierte der Charter MG City: „Der Polizei ist bewusst, dass wir selber gegen niemanden Anzeige erstatten, nicht einmal gegen die Polizei selbst! Und das nutzen sie aus, mit brachialer Gewalt!“ Der gastgebende Charter D-City hat sich dagegen am 21. Dezember aufgelöst. In einer Pressemitteilung der Member hieß es: „Zu den Gründen, die auch mit der politischen Situation in Deutschland zu tun haben, wollen wir derzeit nicht öffentlich Stellung nehmen.“     «
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