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In Berlin redeten Kriminalbeamte und politische Entscheider über das Phänomen der Rockerkriminalität Die Vorzeichen standen schlecht: Am Samstag, dem 21. Januar, kam es vor einer Diskothek bei Mönchengladbach zu einer Auseinandersetzung…
In Berlin redeten Kriminalbeamte und politische Entscheider über das Phänomen der Rockerkriminalität


Der Bund Deutscher Kriminalbeamter hatte zum „Sicherheitsgespräch“ geladen

Die Vorzeichen standen schlecht: Am Samstag, dem 21. Januar, kam es vor einer Diskothek bei Mönchengladbach zu einer Auseinandersetzung zwischen Membern des Hells Angels MC und des Bandidos MC. In der darauf folgenden Nacht detonierte vor dem Clubhaus des Bandidos MC Recklinghausen in Herten eine Handgranate. Fast zeitgleich wurden Schüsse auf das Haus eines Bandidos-Members abgegeben.
Am Montag, keine zwei Tage später, trafen sich im Berliner Regierungsviertel Kriminalbeamte und politisch Verantwortliche aus ganz Deutschland zum „Sechsten Berliner Sicherheitsgespräch“. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hatte geladen.


„Rocker, Mafia, Geldwäscher“

Unter dem Titel „Rocker, Mafia, Geldwäscher – Deutschland fest im Griff der organisierten Kriminalität!?“ fanden sich über 160 Ermittler, Politiker und Kriminalisten in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern ein. Schirmherr war Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender der Innenministerkonferenz 2012. Er stellte endgültig klar, dass neben der Mafia und dem wachsenden Feld der organisierten Cyberkriminalität nun auch die Rockerkriminalität zum Kreis der organisierten Kriminalität (OK) gezählt wird: „Wirtschaftliche Interessen der Motorradclubs führten in der Vergangenheit bereits bundesweit zu Auseinandersetzungen untereinander und auch zu Tötungsdelikten.“
Das „Nationale Lagebild OK“ zeichnete der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke: Von 606 Verfahren, die in dem Bereich der organisierten Kriminalität geführt wurden, seien 57 Fälle der „Rockerkriminalität“ zuzuordnen. Dazu kämen noch weit zahlreichere Delikte der qualifizierten Banden- und Schwerkriminalität, die eindeutig Rockern zuzuordnen seien, aber aufgrund der formalen Definition nicht in den Bereich der organisierten Kriminalität eingeordnet würden.
Ganz besonders deutlich wurde der Bundesvorsitzende des BDK André Schulz: Er sprach über die „Bedrohung der Gesellschaft durch Outlaw Motorcycle Gangs (O.M.C.G.s)“. Der Begriff „OMCG“ wurde vor einigen Jahren von der US-Polizei eingeführt und von den Europäern übernommen. Nach Schulz handele es sich bei der Rockerkriminalität um eine „von Gewinn- und Machtstreben bestimmte Begehung von Straftaten“. Das Bild, das der Kriminalist von den Kuttenträgern zeichnete, war düster. Aber der Repräsentant der meisten deutschen Kriminalbeamten war bereit, sich nach seiner Rede unseren Fragen zu stellen. Er gab uns ein Interview.

Forderungen der Kriminalisten

Die Redebeiträge auf der Veranstaltung ordneten manche MCs in das gleiche kriminalistische Feld ein wie die italienische Mafia. Die Forderungen der Kriminalpolizisten an die Politik umfassten deshalb neben der hoch umstrittenen Vorratsdatenspeicherung auch die Umkehrung der Beweislast bei der Einziehung von Vermögen. Um eine Beschlagnahmung zu verhindern, müsste ein Tatverdächtiger dann selbst den Nachweis führen, dass sein Vermögen legal erworben wurde.
Von Differenzierungen zwischen Straftaten einzelner Personen und der überwiegenden Zahl an rechtschaffenden Bikern war an diesem Tag nichts zu hören. Schnell waren greifbare positive Effekte eines Vereinsverbotes belegt, das Verbot des Hells Angels MC in Hamburg wurde als Erfolg gehandelt und juristische Hürden in Verbotsverfahren als „Armutszeugnis“.


André Schulz, Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK): „Vereinsverbote wirken! Wie das Beispiel des Verbots der Hells Angels in Hamburg 1983 noch heute zeigt, verhindern sie zumindest das unkontrollierte Zeigen ihrer Symbole in der Öffentlichkeit.“

Weitere Interviews:

Jimmy Schulz (FDP), Mitglied des Bundestages:
„Die meisten Biker sind einfach Leute, die gemeinschaftlich Motorrad fahren wollen, vielleicht in einer von der „Leitkultur“ nicht voll akzeptierten Art und Weise. Aber ich sehe das in Deutschland nicht so dramatisch.“



Rolf „Hilton“ Frieling:
„Die „Strategie der tausend Nadelstiche“ würde auch umgekehrt funktionieren. Da gibt es schon ein paar gute Ideen.“

Kontakt: Biker Union
Die Interessenvertretung der Biker,
Rocker und Motorradfahrer
Hauptverwaltung
Fuchstanzweg 19
65760 Eschborn
Tel 06173 - 60 83 70
www.bikerunion.de

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