Interview mit Frank Hanebuth

21.08.2015  |  Text: Michael Ahlsdorf  |  
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Interview mit Frank Hanebuth
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Hells Angel Frank Hanebuth wurde aus der spanischen Haft entlassen. Ein paar Tage später gab der prominenteste Rocker uns ein erstes Interview Im Mai 2012 setzte die Polizei Hubschrauber und Spezialkräfte gegen einen …
Hells Angel Frank Hanebuth wurde aus der spanischen Haft entlassen.
Ein paar Tage später gab der prominenteste Rocker uns ein erstes Interview


Frank Hanebuth nach seiner Haft in Spanien: „Ich bin guter Dinge, ich bin ausgeruht, ich bin topfit.“Im Mai 2012 setzte die Polizei Hubschrauber und Spezialkräfte gegen einen prominenten Rocker ein. Sie stürmte die Wohnung von Frank Hanebuth, dem Presidenten des Hells Angels MC Hannover. Kurz danach löste der Hells-Angels Charter Hannover sich auf, und Frank Hanebuth zog sich nach Mallorca zurück. Ein Jahr später wurde er dort verhaftet. Frank verbrachte über etwas über zwei Jahre in spanischer Untersuchungshaft. Am 28. Juli wurde er gegen Kaution und weitere Auflagen aus der Haft entlassen. Er muss aber in Spanien bleiben, weil dort ein Prozess gegen ihn ansteht. Wir führten mit ihm kurz nach seiner Freilassung ein telefonisches Interview.

BN: Frank, nach zwei Jahren erzwungener Ruhe im Knast bedeuten die ersten Tage in Freiheit auch immer eine Menge ungewohnten Trubel.

Frank: Das stimmt. Aber nur ein bisschen. Man freut sich doch über die vielen Leute, die anrufen. Das sind ja alles Freunde.

BN: Warst du unter Sonderbehandlung, hattest du in einer Einzelzelle gesessen? Wie oft und wie lange hast du andere Menschen gesehen?

Frank: Die ersten sechs Monate war ich "Primo Grade", also "Maximum Security", der einzige Häftling unter dieser Sicherheitsstufe. Das waren sechs Monate Isolation, komplette Einzelhaft.

BN: Sprachen wenigstens die Wärter Deutsch? Wie konntest du dich verständigen?

Frank: Gar nicht. Ein paar Leute haben Englisch gesprochen. Zum Glück konnte ich ein bisschen Spanisch sprechen.

BN: Hattest du nach der Isolationshaft soziale Kontakte?

Frank: Dazu kam es auch später nicht wirklich. Dafür herrschte im anderen Gefängnis eine zu hohe Fluktuation. Die Leute kamen und gingen, da entstehen keine engeren Bindungen.


"Man lernt mit wenigem zurechtzukommen."

BN: Es hieß aber auch, du konntest Sport treiben und dich damit in Form halten?

Frank: Stimmt. Die späteren Bedingungen waren gut. Ich war der Boxlehrer im Knast. Und am Morgen hatten hatten wir im Hof Zirkeltraining gemacht.

BN: Klingt luxuriös. Hattet ihr Geräte für’s Training?

Frank: Nein. Aber da lernt man, mit dem wenigen, was man hat, zurechtzukommen. Zum Beispiel das Zirkeltraining.

BN: Auch Kampfsport? Hier ist in den letzten Jahren Krav Maga ganz groß angesagt.

Frank: Kenne ich längst. Das hatte ich schon vor zehn Jahren gemacht, in Israel.

BN: Du warst in Israel?

Frank: Das brauchten wir für unsere Security-Ausbildung.

BN: Da gibt es verschiedene Härtestufen. Hier in Deutschland darf die richtige Härtestufe gar nicht angewendet werden. Es geht um das Töten und Vernichten des Gegners, das im Rechtsstaat so nicht zulässig ist.

Frank: Das ist "Military", die härteste Stufe. Die hab ich auch gemacht. Da muss man nur fünf, sechs Tricks beherrschen, dann hat man Sicherheit in allen Lebenslagen.

Frank auf der traditionellen Xmas-Party des Hells Angels MC Hannover. Auf der Xmas-Party wurden auch die ortsbezogenen Bottom-Rocker eingeführt. Dieses Bild entstand anlässlich der Aufnahme eines neuen Prospects

"Ich darf das Land bis dahin nicht verlassen."

BN: Faszinierendes Thema. Aber kommen wir zurück zu deiner Freilassung. Wir führen das Interview telefonisch. Wo bist du denn gerade?

Frank: In Spanien.

BN: Da wartest du nun auf deinen Prozess.

Frank: Ich darf das Land bis dahin nicht verlassen.

BN: Willst du danach zurück nach Hannover?

Frank: Ich bin nur hier, um wegzukommen. Das kannst du ruhig so schreiben.

BN: Hattest du denn in der Haft mitbekommen, was hier läuft? Euer Charter hatte auf der Xmas-Party in Hannover zum ersten Mal die Colours mit Ortsbezeichnung getragen. Die wurden im letzten Jahr verboten. Und jetzt hat der Bundesgerichtshof sie wieder erlaubt.

Frank: Das habe ich mitbekommen. Das habe ich mit Freude mitbekommen! Aber in den ersten sechs Monaten unter "Primo Grade" war ich komplett raus.

BN: Wir waren bei der Urteilsverkündung des Bundesgerichtshofes. Mit dabei waren ja nicht nur die betroffenen Bandidos, sondern auch ihr und der Gremium MC. Alle waren danach guter Dinge und redeten nach diesem Freispruch sogar vom "Ausmisten in den eigenen Reihen". Siehst du das auch für euren Club so?

Frank: Dazu kann ich nichts sagen. Bei meinen Jungs hat ja alles funktioniert …

... das vollständige Interview lest ihr in der aktuellen BIKERS NEWS
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Stand:16 October 2018 19:26:55/szene/stories/interview+mit+frank+hanebuth_158.html