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Wenn die AWOs mit einem Seitenwagen rollten, dann rollten sie mit dem charakteristischen Stoye-Boot aus Leipzig
Die AWO war das Rockermotorrad des Ostens. Aber wer „AWO“ sagt, der muss auch „Stoye“ sagen, denn wie der Steib-Seitenwagen einst an eine BMW gehörte, so gehörte der Stoye-Seitenwagen an eine AWO. Am Rande des MC-Cups mit seinem AWO-Gespannrennen begegnet diese Legende uns wieder. Allerdings ohne das charakteristische Boot des Seitenwagens mit seiner schiffsförmigen Karosserie, denn das muss im Rennbetrieb über Bord fliegen. Es wiegt zu viel und behindert den Co-Piloten in seiner Beweglichkeit. Aber nicht immer wurden die Seitenwagen gestrippt. Stoye war im Motorradsport einst überaus erfolgreich. Die Sportabteilungen der deutschen Motorradproduzenten vertrauten von den ab 1928 ausgetragenen Zuverlässigkeitsfahrten bis zur Einstellung der AWO-Produktion im Jahr 1962 auf die Gespanntechnik aus Leipzig. Von der Firmengründung bis zum Ende der DDR fertigte Stoye 300 verschiedene Modelle. Allein für die AWO wurden bis 1962 21 000 Seitenwagen produziert. Die Kontakte zwischen dem Leipziger Unternehmen und dem einstigen Simson-Werk „Awtowelo“ in Suhl hatte einst Suhls Rennfahrerlegende Paul Greifzu geknüpft.

AWO-Ausfahrt auf Usedom. Hier ein Stoye SM (Standard-Modell)
AWO-Ausfahrt auf Usedom. Hier ein Stoye SM (Standard-Modell)

Zwischen 1950 und 1990 verließen rund 150 000 Seitenwagen das Stoye-Werk. Vom Start der Serienherstellung im Jahre 1925 bis zum Ende der Produktion waren es wohl mehr als 300 000. Das Unternehmen fertigte in der DDR nicht nur für Simson, sondern auch für EMW, MZ und für den Export. Der vierkantige „Superelastik“-Seitenwagen für die späteren MZs kam ebenfalls von Stoye. In den Sechzigerjahren war der Leipziger Betrieb zunächst teilverstaatlicht. 1972 folgte die komplette Enteignung und die planwirtschaftlich verordnete Zwangsheirat mit MZ. Den charakteristischen bootsförmigen Rumpf des Stoye-Seitenwagens mit seinem variablen Dreipunkt-Anschlusssystem gab es übrigens in zwei Versionen. Irrtümlich werden sie mitunter als Stoye I und Stoye II bezeichnet. Seitenwagenexperte Claus Hüne erklärt jedoch, dass es sie mit diesen Bezeichnungen nicht gegeben hat. Vielmehr trugen sie werkseitig die Bezeichnungen SM, TM und TS sowie Elastik. Die Seitenwagen mit spitzem Bug und abgeschrägtem Gepäckraum waren das „Standard Modell SM“, so gebaut ab 1949. Im Jahr 1955 kamen Seitenwagen mit eingesetzten Alu-Rippen im Vorderteil und einem aufklappbaren Gepäckraum dazu, bezeichnet als „Touren Modell TM“ und ab 1958 als „Touren Sport TS“. Die Varianten SM, TM und TS waren für die Touren-AWO, die IFA BK 350 und EMW R35 bestimmt. Das kantige Modell „Elastik“ und das Modell „Superelastik“ mit hochklappbarer Schnauze fertigte Stoye ab 1956 für die Sport-AWO und für die MZ.

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 06/2018
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