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Der erste Lauf des German MC Cups musste wegen Corona abgesagt werden – wir haben mit Veranstaltern und Clubs gesprochen
Frank (Presi Bull Skull MC Barby)Frank (Presi Bull Skull MC Barby)

BN: Schweren Herzens musste leider auch das MC-Rennen vom Veranstalter, dem Bull Skull MC Barby, gecancelt werden. Wie kam es dazu?
Frank (Presi Bull Skull MC Barby): Durch die Medien haben wir viele Informationen über das Virus erhalten. Wir haben auch unsere Frühjahrsparty kurz vor dem Termin abgesagt – ohne dass sie zu diesem Zeitpunkt schon verboten oder nicht gewünscht gewesen wäre. Das haben wir von uns aus gemacht, dazu brauchen wir keine Anweisungen von Regierungen oder Ämtern, wir wissen das selbst. Ich war persönlich beim Rennstreckenbesitzer und wir haben noch gesprochen. Drei Tage später kam von der Landesregierung das offizielle Verbot für Sportstätten.

Wie haben die Clubs auf die Nachricht reagiert?
Frank: Erstaunlicherweise haben alle positiv und verständnisvoll reagiert. Niemand hat gemault oder die Entscheidung irgendwie kritisiert.
Rosi (Presi Dark Forces MC Döbeln): Natürlich geht’s uns wie allen anderen Veranstaltern, wir freuen uns nicht gerade über die derzeitige Situation. Im Gegensatz zu den ganzen kommerziell angelegten Partys, Konzerten, Festivals und so weiter haben die Veranstaltungen innerhalb der Bikerszene vielleicht noch den Vorteil, dass Verschiebungen oder Ausfälle meist keine unmittelbaren Existenzbedrohungen darstellen. In der freien Wirtschaft sieht das schon anders aus.

Wie geht es weiter im Rennspektakel?
Frank: Die Evolution des Rennens stört mich etwas. Manche Biker stecken Unmengen Material und Technik in die Rennbikes, es lohnt sich auch für sie. Aber es sollte immer versucht werden, auf gleicher Ebene zu fahren. Mein Traum wäre, 2020 Mopeds mit gleicher Leistung starten zu lassen und sie vorher an die Fahrer zu verlosen. Aber eben nicht realisierbar. Einige Clubs haben große Budgets und investieren in ihre Maschinen. Die Endgeschwindigkeit beim Rennen ist viel zu hoch geworden.

Wie lange wollt ihr es noch organisieren – und fahren?
Frank: Ja, wir haben jetzt fünfzehn Jahre das Rennen organisiert. Wir haben, denke ich mal, ein tolles Event für die MC-Szene entwickelt. Mit dem Dark Forces MC haben wir einen guten Partner gefunden und konnten dadurch ein zweites Rennen im Jahr starten, was sie vollständig alleine leiten. Viele Freundschaften sind entstanden, sportlicher Kampfgeist und abends sitzen wir mit allen zusammen am Bierwagen – das Event ist einmalig in der Szene. Vielleicht hat jemand aus der MC-Szene Interesse, das langsam zu übernehmen, um es nicht sterben zu lassen.
Rosi: Diese Frage verstehe ich nicht ganz … ich denke, solange wir gesundheitlich können, machen wir das hoffentlich weit bis in das Rentenalter hinein. Falls sich die Frage auf den MC Cup bezieht, kann dazu erst mal keine Jahreszahl genannt werden, da das von verschiedenen Faktoren und vom Streckenvermieter abhängt. Bei der jetzigen Regierungspolitik ist alles und nichts möglich – wir werden sehen.
Carl (Secretary Celler MC): Da zwei unserer sechs Fahrer knapp über zwanzig Jahre alt sind, werden wir noch viele Jahre am MC Cup teilnehmen.
Achter (Road-Captain Karigane MC): Ich bin nun schon sechzig! Mal sehen, so lange ich keine verschlechterten Reaktionen zeige und noch Bock drauf habe, werde ich fahren!
Klingel: So lange es geht!
Fuffzähn (Krähenköppe BF Nienburg): Bis es keine AWO-Teile mehr gibt. Sozusagen bis zur Awokalypse (lacht).
Feile (MC Route 88): (lachend) Wir sind zwar schon ’n bissel etwas älter, aber wenn uns „Carola“ nicht hinrafft, werden wir fahren bis wir vom Bock fallen!

Was machen wir nun?
Frank: Beim Gespräch mit dem Harzring-Besitzer bot er uns den 3. Oktober als Ausweichtermin an. Wir hoffen, dass wir diesen Termin halten können und dieses Corona-Chaos beendet ist. Wir werden in der Zwischenzeit unserem AWO-Gespann einen fetteren Hintern verpassen und etwas modifizieren. Wir zwei Fahrer sind einfach zu schwer für dieses Gespann. Zeit haben wir nun.
Rosi: Die Verschiebung des geplanten ersten Laufes bedeutet, dass wir als Dark Forces MC dieses Jahr am 22. August den ersten Rennlauf übernehmen und der Bull Skull MC im Oktober den zweiten Rennlauf veranstaltet (abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Krise, Anm. d. Red.). Die Gesamtwertung des Jahres wird also erst im Oktober feststehen. Wir denken, die Gesamtsituation ist erst mal gerettet und jeder Teilnehmer könnte damit gut klarkommen.
Fuffzähn: Nach Toilettenpapier anstehen und neue Reifenwärmer häkeln.

Vielleicht auch die richtige Zeit zum Resümieren: Was kann man besser machen, was gefällt euch?
Rosi: Verbesserungswürdig ist auf alle Fälle die Entsorgung des angesammelten Mülls in der Campingarea. Da es viele Selbstversorger gibt, sammelt sich natürlich viel Verpackungsmüll an. Dieser sollte dann schon selbst wieder mitgenommen oder Entsorgungsmüllsäcke beim Rennbüro für einen schmalen Taler gekauft werden. Wir sind bestimmt keine Ökofreaks, aber den Müll einfach stehen oder liegen zu lassen, finde ich der Art der Veranstaltung einfach unwürdig.
Bergmann (Vice Stahlpakt MC Bad Salzungen): Es gefällt mir alles dort auf dem Harzring, die Location, die Leute, die Atmosphäre und der „Apres Ski“. Besser machen? Wäre eine zweite Strecke da, ja, in dem Moment die Eintönigkeit. Schade, dass der Erzgebirgsring nicht mehr zu stemmen war, weil zu teuer!
Bernd (Presi Rededge Wernigerode): Ich persönlich finde, man könnte es besser oder sollte es noch besser vermarkten. Viele von meinen Freunden wissen a) nicht wo, der Harzring ist, und b), was das überhaupt für ein Rennen ist. Oder dass vielleicht jedes Team auch Streckenposten stellt, denn so kann man sich noch besser kennenlernen getreu dem Motto „united we roll“.
Achter: Nix, ist eine tolle Veranstaltung. Sicherheit der Strecke?
Klingel: Was wir gerne wieder machen würden, wäre, den MC Cup über die ursprüngliche Distanz von hundert Meilen zu absolvieren. Das kann gern als letzter Lauf am Renntag stattfinden, weil die Clubs, die in der Klasse starten, nach dem Rennen eh nicht abreisen, sondern abends noch gemeinsam feiern. Bei einer Dauer von drei Stunden müssen die Teams ihre Kräfte und ihren Verschleiß einteilen.
Carl: Weil der eigentliche Gedanke des MC Cups ein Team-Rennen zwischen Motorradclubs war, sollte es Pflicht sein, pro Motorrad mit zwei Fahrern anzutreten.
Fuffzähn: Zu verbessern gibt es nix, worauf die Veranstalter Einfluss hätten. Gut ist, die soziokulturelle Komponente wird gefördert. Was nicht so gut ist: Sonntags ist alles schon wieder vorbei.
Feile: Es ist ’ne Veranstaltung, wo alle über ihren Schatten springen müssen, ob es die Bull Skuller sind oder die Jungs vom Dark Forces MC! Das ist schon ’ne ganz schöne Ansage und wir ziehen auch voll den Hut vor den zwei Vereinen. Das Einzige, was uns etwas anpiept, wenn sie Änderungen beschließen, wie jetzt zum Beispiel für dieses Jahr mit dem Gespann, dass wir gemischt mit Gespannen mit 98 PS fahren, ist nicht gut! Ich denke, es ist gefährlich! Da hätten sie wenigstens mal rumfragen können.

Und wie geht’s weiter mit den Partys?
Frank: Die Clubs werden viel Zeit miteinander verbringen, die Member unter sich. Vielleicht auch ein positiver Effekt, dass die Leute im Club sich noch mehr mit einander abgeben. Wir warten erst mal die Entscheidungen über die Verschärfungen und Lockerungen ab und dann werden wir sehen.
Rosi: Ich hoffe, wir alle kommen gesund und fit durch die Pandemie und können unseren Hobbys und Lebensinhalten recht bald wieder nachgehen. Die Bikerszene lebt ja nicht bloß vom Motorradfahren, sondern vor allem auch von den sozialen Bindungen der MCs, MFs, Clubs und Bikern untereinander. Freundschaft, Respekt und Hilfsbereitschaft bedarf aus meiner Sicht stets persönlicher Kontakte, wir sind ja keine Horde von Videogamern.
Wir als DFMC-Chapter Döbeln haben die für den 25. April geplante Season-open-Party abgesagt und hoffen drauf, dass wir spätestens ab Mitte Mai wieder die gewohnten Veranstaltungen anfahren können.
Bernd: Momentan telefonieren wir viel. Alles ist auf Eis gelegt. Wir haben in der nächsten Zeit vor, auch mal ein Treffen zu organisieren, da haben wir keine Erfahrungen und holen uns Infos von anderen Clubs. Wir haben auf alle Fälle vor, vieles nachzuholen. Unsere ganzen Buchungen für die Super Rally 2020 wurden gecancelt. Wir wollen alles nach­holen, wenn es hier wieder losgeht, sind wir am Start.
Fuffzähn: Mit dem nächsten Termin. Wenn’s wieder losgeht, sind wir dabei. Wann auch immer das ist.
Carl: Wir sehen uns am Wochenende teilweise virtuell mit Videokonferenzen, um was zu besprechen oder um zusammen anzustoßen.

Mehr Infos und Aktuelles im Netz:
www.german-mc-cup.de
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