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Man muss nicht 50 Jahre alt sein, um von einem Werner-Film auf dumme Gedanken gebracht zu werden
Es begann mit einem Abend im „Saufwagen“. Das ist das warm und trocken ausgebaute Clubhäuschen der Zündapp-Freunde aus Seehausen, und es hat sogar Strom. So lief dort eines Abends die DVD des vierten Werner-Films „Gekotzt wird später!“. Werner, Andi und Eckat redeten in diesem Film viel von der Fahrt nach Korsika – und vom Flachköpper am korsischen Strand.


Von links nach rechts: Lorenz, Gregor, Christoph und Hannes

Gregor, Christoph, Hannes und Lorenz sind jeweils um die 20 Jahre alt. Ihnen gehört der Saufwagen. Sie fahren die Zündapps ihrer Väter, und sie gucken deren Filme. In der rollenden Bretterbude am oberbayerischen Staffelsee zündete es da auch in ihren Hirnen: Auf ihren Kleinkrafträdern der ehemaligen Führerscheinklasse IV könnten sie doch auch mal nach Korsika fahren? Schnell folgte der Startschuss für eine neuntägige Tour auf alten Zündapps. Die Mopeds waren schnell gepackt, es war wie früher, wenn ihre Väter zum ersten Mal Schlafsäcke und Zelte verzurrten. Die ersten Kilometer trugen die vier Jungs noch Regenkombi – als ihre Zündapps zum ersten Mal fuhren, hatte die noch nicht jeder. Hinter dem Brenner genügte den feschen Buam aus Oberbayern die Lederhose. Das machte sie fortan überall zum beliebten Fotomotiv.

Packen. Früher wär das der Harro-Elefantenboy gewesen. Nur wir hätten ihn uns nicht leisten können
Packen. Früher wär das der Harro-Elefantenboy gewesen. Nur wir hätten ihn uns nicht leisten können

Im Süden wurde es wärmer. Weitere Erkenntnisse blieben auch nicht aus. Das 6-Volt-Licht der Zündapps war zum Beispiel nicht für Nachtfahrten auf unbekanntem Terrain geeignet. Und die überregionale Ausschilderung in Italien führte die Jungs grundsätzlich auf Autobahnen. Schlecht, wenn man Kleinkraftrad fährt. Das nötigte die Pfadfinder zu zwei wilden Übernachtungen am Straßenrand. Denen folgte eine durchzechte Nacht auf der Fähre von Livorno. Von Bastia aus schnarrten die Zündapps südwärts Richtung Porto-Vecchio. Hier bezogen die Jungs ihren ersten bezahlten Campingplatz, warm duschen war auch mal nicht schlecht. Die erste Etappe war erreicht.

Fähre nach Korsika, kurz vor dem Flachköpper
Fähre nach Korsika, kurz vor dem Flachköpper

Jetzt wollten sie die Fähre von Porto-Vecchio Richtung italienischem Festland und Rom nehmen, nur fuhr dieses Boot zwar von Italien nach Korsika, nicht aber in die umgekehrte Richtung. Kein Problem, rauf auf die kleinen Böcke, zurück über Bastia nach Livorno und von dort über Pisa in die Ewige Stadt. Ob vor dem schiefen Turm oder vor den heiligen Hallen des Vatikans, das Beweisfoto der vier sorgte jedes Mal für reichlich Menschen­auflauf. Als vor Rom auch noch der Cocktailmixer einer kleinen Bar Gefallen an der Zündapp-Truppe fand, war wieder mal ein Übernachtungsproblem gelöst. Der Heimfahrt stand fast nichts mehr im Wege. Fast, denn mittlerweile waren wichtige Zeltgestänge verloren gegangen, bei einbrechender Dunkelheit mussten die Jungs improvisieren. Die Kilometer durch Italiens Norden zogen sich, die Berge kamen wieder in Sicht, und langsam waren die Hintern wund. Ein Schlafsack auf dem Sattel konnte da Wunder wirken.

In neun Tagen 2450 Kilometer abgeschrubbt
In der Ewigen Stadt. Zündapps und Lederhosen vor dem Vatikan

Höhepunkt der Rückfahrt war der Stopp hinter der Grenze in Österreich: Endlich ein Schnitzel mit Pommes! Nach den ungezählten Ravioli-Dosen eine kulinarische Offenbarung. Nach 2450 langen Kilometern waren vier Buam auf ihren Zündapps endlich wieder dahoam. Und ob ihr’s glaubt oder nicht: Die Zündapps waren durchgeschnurrt, ohne eine einzige technische Panne. Konnten die Buam ihre Bikes etwa besser warten als wir? Zu unseren Zeiten hätte der Ritt jedenfalls mehr Opfer gefordert.

Kontakt
Zündapp-Freunde Seehausen
hannes-widmann@gmx.de
 

Die Zündapp-Geschichte
Die 1917 von Fritz Neumeyer in Nürnberg gegründete Zünder- und Apparatebau GmbH - später Zündapp-Werke GmbH - stellte Dampf- und Nähmaschinen, Spielwaren, Rasenmäher und Kleinstwagen her, konzentrierte sich schließlich auf leichte Motorräder. Zündapp stand für alltagstaugliche und qualitativ hochwertige Zweitakter. Eines der bekanntesten Zündapp-Modelle wurde von 1950 bis 1957 produziert: die KS 601 mit Zwei­zylinder-Viertakt-Boxermotor erhielt wegen der meist grünen Lackierung den Beinamen „Grüner Elefant“ und war der Namensgeber des Elefantentreffens. Ende der 1970er Jahre verkaufte Zündapp immer weniger Mopeds. 1984 musste das Unternehmen Konkurs anmelden.
 
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