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Eine Szene, viele Gesichter
Name: Stefan aka Pixx
Alter: 36 Jahre
Club: Red Knights Int. Firefighter MC
Beruf: Fotograf
Berufung: Feuerwehrmann
Erstes Motorrad: Honda Rebell (125 ccm)
Jetziges Motorrad: Kawasaki VN 1500 Classic Tourer (Bj. 2004)
Wunschmotorrad: „Früher Harley, jetzt die VN …“
Punkte in Flensburg: „Nicht, dass ich wüsste …“
Vorstrafen: keine


 

BN: Der Red Knights MC ist ein Zusammenschluss motorrad­fahrender Feuerwehrleute – ist euch das Spiel mit dem Feuer nicht gefährlich genug? Müsst ihr unbedingt auch noch Motorrad fahren?
Pixx: Jeder hat so seine Hobbys – klar, jeder muss mal Dampf ablassen, um den Kopf freizubekommen von den unschönen Dingen, die man sieht. Ich gehöre dann aber eher zu denen, die gemütlicher fahren.

Buchstabiere bitte deinen Namen per Funkalphabet!
Oh Gott, ich weiß nicht, wann ich das zum letzten Mal gebraucht habe … Sierra, Tango, Echo, Foxtrot, Alpha, November.

Was tun, wenn’s brennt?
Also bei mir geht der Piepser, dann wird das Motorrad gegen ein dickes rotes Auto getauscht. Wenn’s brennt, wird man als Feuerwehrler etwas schneller – das Adrenalin geht hoch und alles andere wird stehen und liegen gelassen.

Und als Nicht-Feuerwehrler?
Die 112 anrufen und warten, was der Disponent sagt. Dann warten, bis Hilfe kommt. Und nicht wegschauen, sondern selbst helfen und nicht einfach nur das Handy zücken und draufhalten. Wir haben immer wieder mit Schaulustigen zu tun, die uns Einsatzkräfte behindern. Das ist heute leider gang und gäbe.

Eure Chapter haben Nummern, keine Namen – warum?
Genau, das ist weltweit so, wobei bei den Amis die Bundesstaaten mit auf dem Colour stehen. In Europa sind nur die Länder und keine städtebezogenen Namen mit drauf. Allein auch deshalb, weil wir keine Gebietsansprüche stellen. Wir sind zwar ein MC, wollen aber keinem ins Gehege fahren.

Euer Chapter wurde Anfang dieses Jahres gegründet. Warst du vorher Member in einem anderen Club?
Nein. Ich bin seit drei Jahren Mitglied, ich war „Member at Large“, das ist vergleichbar mit den Nomads anderer Clubs. Ich war der einzige Red Knight in Bayern und habe keinem örtlichen Chapter angehört. Seit März gibt es in der Nähe von Passau ein bayerisches Chapter. Bei Germany XV  bin ich jetzt Road-Captain.

Im Blue Knights MC haben sich Polizisten zusammen­geschlossen – werdet ihr oft in einen Topf geschmissen?
Die Blue Knights kennt man eher, weil sie weiter verbreitet sind. Man wirft uns schon gerne mal in einen Topf – und mit Polizisten wollen viele nichts zu tun haben. Einige Chapter beider Clubs treffen sich und machen auch mal eine gemeinsame Ausfahrt. Im Einsatz arbeiten wir zusammen, aber was die MC-Szene angeht sind wir weitgehend getrennt.

Feuerwehrmann will neben Polizist oder Lokomotivführer wahrscheinlich jeder Junge mal werden. War das bei dir auch so?
Ich wurde in eine Feuerwehrfamilie reingeboren, mein Vater war über 40 Jahre aktiver Feuerwehrmann und meine erste Platzwunde habe ich mir im Feuerwehrhaus zugezogen. Aber eigentlich war immer klar, dass ich bei der Freiwilligen Feuerwehr bleibe – trotz rund 350 Einsätzen im Jahr ist es immer noch meine Berufung.

Wer ist trinkfester, Biker oder Feuerwehrmann?
(überlegt): Das ist ein Klischee, das uns ewig anhängen wird. Jeder feiert gerne mal, aber die Arbeit ist mittlerweile so technisiert, dass man einen klaren Kopf braucht. Und Biker können es sich auch nicht mehr leisten, sich besoffen auf den Bock zu setzen – was auch gut ist.

Die Feuerwehr braucht jeder, Rocker braucht keiner. Oder anders formuliert: Die Feuerwehr ist für alle da, sie setzt sich für die gesamte Gesellschaft ein, Rocker dagegen sind erst mal nur für sich selbst da und wollen sich von der Gesellschaft abgrenzen. Wie kriegst du das unter einen Hut, muss man da leicht schizophren sein?
Das Feuerwehrleben ist mir in die Wiege gelegt worden und ich war schon immer sozial engagiert. Aber die Szene gefällt mir auch, ich mag die kernigen Leute, die einfach Originale sind. Man gibt sich die Hand und weiß, dass das ernst ist. Die Leute sind gesellig, ehrlich und ebenfalls hilfsbereit.

Was bedeutet es für dich, ein Rocker zu sein?
In erster Linie der Zusammenhalt, das Wir-Gefühl – verbunden mit dem Freiheitsdrang. Sich einfach aufs Motorrad zu setzen und durch die Walachei zu fahren. Früher, als ich mit meinem leider verstorbenen Onkel mitgefahren bin, hat mir das imponiert, vor allem das mit dem gegenseitigen Grüßen. Man hat einfach Gemeinsamkeiten. Klar, die Szene ändert sich, ist aber auch irgendwie gleich geblieben. Die Alten werden irgendwann aussterben. Wichtig ist, dass die Jungen an den alten Werten festhalten und nicht als junge Wilde alles anders machen wollen. Respekt bleibt das Wichtigste – dann kann man mit jedem gut auskommen und an der Bar gemütlich einen zwitschern.

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 11/2017

 
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