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Ralf ist President des Wolfmen MC Eastside – und erfolgreicher Krimiautor
Seit sechszehn Jahren ist Ralf Member des Wolfmen MC, seit 2014 President des Chapters Eastside. Beruflich eigentlich in der Autobranche tätig, hat er vor einiger Zeit eine vergessene Leidenschaft und Begabung wiederentdeckt: das Schreiben. Im vergangenen Herbst erschien sein Debüt „Kreuz & Chrom“ im Berliner Aufbau Verlag. Held des rund vierhundertseitigen Krimis ist Hauptkommissar Jan Schröder. Der liebevolle, alleinerziehende Vater und leidenschaftliche Harley-Fahrer hält sich zwar nicht immer an die Regeln – doch der Erfolg gibt ihm recht. Und so löst der gute Bulle am Ende natürlich auch diesen Fall, in den höchste Kreise aus Kirche und Politik verwickelt sind. Nur ein Jahr nach „Kreuz & Chrom“ hat Ralf nun seinen zweiten Krimi vorgelegt. Grund genug, ihn zum Gespräch zu bitten.

„Ich lasse mich von mir selbst überraschen“
Ralf Schmidt im Interview

BN: Viele Biker schreiben Bücher, müssen sie dann aber selbst rausbringen. Du hast es zu einem echten Profiverlag geschafft. Wie hast du das angestellt?
RS: Ich habe auch über Self Publishing nachgedacht, habe es dann aber wieder verworfen, weil ich unbedingt zu einem Verlag wollte. Ich habe mir dann eine Liste mit zwanzig Literaturagenturen gemacht, von den besten aus Deutschland, und habe die angeschrieben. Dann haben sich welche zurückgemeldet und die Top 3 unter den Agenturen war dann die, die mich genommen hat.
Die haben dann einen Verlag für mich gesucht und auch einen gefunden, den Aufbau Verlag in Berlin. Und dann ist das Ganze angerollt …

Kreuz und Chrom war dein Erstlingswerk. Wie bist du zum Schreiben gekommen? Schließlich machst du beruflich ja eigentlich was ganz anderes …
Richtig, ich bin beruflich in der Automobil­branche, habe dort aber schon technische Literatur erstellt, vor Jahren – so Selbstlernbücher für Kfz-Mechaniker. Zum Schreiben bin ich eigentlich schon als Kind gekommen, in der Schule. Ich habe immer gern Aufsätze geschrieben – unglaublich, machen junge Kerle ja eigentlich nicht. Und ein Lehrer hat immer gesagt, ich hätte Talent im Schreiben. Ich habe das dann aber wieder verworfen, weil ich in meiner Freizeit dann doch lieber Moped fahren wollte. Viele Jahre später bin ich im Gespräch mit meiner Frau aber wieder darauf gekommen – und dann habe ich an dem Tag beschlossen: Ich schreibe jetzt ein Buch. Meine Frau ist dann gleich ein bisschen nervös geworden, weil sie weiß: Wenn der Ralf was sagt, dann macht der das immer. Und dann habe ich eben ein Buch geschrieben, einen Krimi. Ich liebe spannende Bücher, der Krimi sollte es auch werden. Und dann habe ich tatsächlich eine Agentur und einen Verlag gefunden …

Haben die Verlagslektoren größere Eingriffe vorgenommen – oder ist das mehr oder weniger eins zu eins das, was du geschrieben hast?
Also die Geschichte ist zu 95 Prozent immer noch so, wie ich sie geschrieben habe. Wenn die alles ändern würden, bräuchten sie mich ja nicht als Autor – dann könnten sie es selbst schreiben.
Aber das, was sie eingebracht haben, hat das Buch natürlich besser gemacht. Die schauen auf Dinge, die man als Autor gar nicht im Blick hat. Das war schon spannend. Die Agentur hat drei Lektoratsdurchgänge mit mir gemacht, der Verlag auch noch mal zwei.

Das Buch scheint jedenfalls recht erfolgreich zu sein, denn es gibt ja jetzt einen zweiten Teil – und der dritte ist schon in Planung.
Genau, der zweite Teil ist schon erschienen – und der dritte lag bereits bei den Testlesern. Wenn die durch sind, überarbeite ich es noch mal, schicke es zur Agentur, die es dann wieder dem Verlag anbietet.



Wie viel Autobiografisches steckt in Jan Schröder, dem Kommissar deiner Bücher?
(lacht) Gute Frage – die schwierigste Frage. Ich glaube, die Liebe zum Harley-Fahren und zu Tattoos. Vielleicht auch ein bisschen das Beklopptsein, ein paar Charakterzüge eben.
Direkt autobiografisch gibt es nur eine kurze Szene, die tatsächlich so in meinem Leben passiert ist, der Rest ist alles erfunden.

Verrätst du uns, welche das ist?
Das ist die Szene im ersten Teil, wo die Tochter von Jan Schröder aus der Schule kommt und nachts heulend aufwacht, weil sie vom Fegefeuer geträumt hat. Sie musste in der Schule einen Menschen malen, der auf dem Boden liegt und brennt. Der Pfarrer hat den Kindern erzählt, das ist das Fegefeuer – und wer nicht an Gott glaubt, der wird verbrannt.
Genau das ist uns passiert: Unser Sohn ist von der Schule gekommen, da haben wir gerade in Stuttgart gelebt, und hat mir so ein Bild gezeigt, mit einem brennenden Menschen. Am nächsten Tag haben wir ihn dann von der Kirche abgemeldet. Ich glaube, das war eine gute Entscheidung.

Wie kriegst du das alles unter einen Hut? Harley-Schrauben, Job, Familie, Club …
… Kind, Enkelkind … ich weiß es nicht, manchmal frage ich mich das selber. Ich stehe früh auf, fange um sechs Uhr an mit dem Schreiben. Wenn ich dann müde werde, gehe ich zur Arbeit (lacht). Und wenn ich nach Hause komme, mache ich die anderen Dinge. Keine Ahnung, ich glaube, ich schlafe im Schnitt unter der Woche fünf, sechs Stunden. Der Rest ist irgendwie immer Action – aber ich brauche das auch.

Noch mal zurück zum Buch – oder den Büchern: War das von Anfang an als Trilogie angedacht? Wobei, eigentlich ist es ja überhaupt keine Trilogie, jeder Teil steht ja für sich, oder?
Genau, es ist eigentlich eine Krimiserie – deren Ende ich im Moment noch nicht kenne. Man kann das dritte Buch lesen, ohne das erste zu kennen. Sonst verkauft man auch kaum noch Krimis, wenn man sie nicht als unabhängige Serie aufsetzt. Das zweite ist draußen, das dritte geschrieben, das vierte entsteht gerade im Kopf. Der vierte Kriminalfall spielt dann tatsächlich in der Rockerszene. Und dann muss ich mal schauen. Ich habe noch andere Schreibprojekte, zum Beispiel habe ich einen historischen Roman in Bearbeitung, der fast fertig ist – das sind eigentlich meine Lieblingsbücher, historische Romane, die im Mittelalter spielen. Mal schauen, ob ich Jan Schröder dann in anderen Büchern weiter leben lasse oder auf solche „Einzelbücher“ umsteige, muss ich gucken. Ich lasse mich da von mir selbst überraschen.

Ein Autogramm gibt jeder Autor gerne – vor allem, wenn es für einen Clubbruder ist
Ein Autogramm gibt jeder Autor gerne – vor allem, wenn es für einen Clubbruder ist

Wie wird die Rockerszene in deinem Krimi wegkommen. Ich hoffe doch, dass nicht die üblichen Klischees bedient werden …
Wobei Klischees auch gut sind – weil sie kommen ja von irgendwoher, sind nicht immer frei erfunden. Es ist ja auch ein Job, man muss also auch aufs Publikum schauen.
Es sollte schon etwa so abgebildet sein, wie es tatsächlich ist. Auf der Ebene natürlich, auf der es auch der normale Leser verstehen kann. Ich habe unserem Wolfmen-Ober-Presidenten aber schon gesagt, dass er das dann testlesen muss. Der hatte nämlich gemeint, „schreib ruhig Sachen von uns rein“. Nein, nein, das lassen wir lieber mal. Es wird auch ein klassischer Kriminalfall – aber eben in der Rockerszene.
Eigentlich bin ich da erst durch eine Bekannte drauf gekommen, die das vorgeschlagen hat. Weil viele Menschen beim Lesen die Szenen und Gruppen interessieren, die sie so nicht kennen. Wollte ich eigentlich nie – aber jetzt mache ich’s halt doch!

Das ist thematisch wirklich vielfältig. Was für einen Stoff hast du dir für deinen historischen Roman ausgesucht?
Das spielt zum Großteil in meiner Heimat, auf der Schwäbischen Alb. Da gibt es sehr viele Burgen, sehr viele Geschichten aus dem Mittelalter. Und die Zeit mag ich, auch von den Büchern her, vielleicht bin ich durch Ken Follett geprägt. Und ich wollte eben schon immer einen historischen Roman schreiben. Es geht um Liebe und Rache – die großen Themen dieser Welt (lacht).
 



In „Tod & Täuschung“ muss sich Jan Schröder erneut einem Fall widmen, der weit in die Vergangenheit reicht. Erst wird eine ältere Frau in ihrem aufwendig gesicherten Haus ermordet, kurze Zeit darauf ein Arzt, der offensichtlich Verbindungen ins Rotlichtmilieu pflegt. Die beiden Opfer haben eines gemeinsam: Sie haben vor langer Zeit im selben Krankenhaus gearbeitet. Ein weiteres Mal muss der Harley-fahrende, tätowierte Bulle die Puzzleteile nach und nach zusammenfügen, um die Verbrechen aufzuklären. Dabei eckt der kernige Kommissar immer wieder an – und das nicht nur bei Verdächtigen und Zeugen: Dass er mitunter eigenwillige bis illegale Methoden einsetzt, freut weder seinen mürrischen Chef noch die attraktive Staatsanwältin, mit der er mittlerweile auch privat ein Team bildet; und sein leicht verfressener Kollege ist alles andere als begeistert davon, dass er sich wiederholt in den Seitenwagen von Schröders Harley zwängen muss, weil der alte Dienstwagen ständig streikt. Doch am Ende müssen auch sie einsehen, dass der Erfolg Schröder wieder mal recht gibt.

Ralf Schmidt hat mit seinem zweiten Krimi einen würdigen Nachfolger zu „Kreuz & Chrom“ vorgelegt. Die Verzahnung zeitgleich laufender Handlungsstränge sorgt für Spannung, die Charaktere sind vom serbischen Kleinkriminellen bis zum akademischen Schreibtischtäter glaubhaft, ihre Motive mitunter allzu menschlich. „Tod & Täuschung“ ist Unterhaltung im besten Sinne, ein kurzweiliges Buch für die dunkle Jahreszeit.

Kreuz & Chrom, Paperback, 407 S., 9,99 Euro, ISBN 978-3-7466-3448-7

Tod & Täuschung, Paperback, 384 S., 9,99 Euro, ISBN 978-3-7466-3479-1

Beide Bücher sind im Berliner Aufbau Verlag erschienen und auch als eBook erhältlich
 
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